Mit 96 noch an der Triangel

„Gemeinsam macht das Musizieren viel mehr Spaß!“: Helene Stallmeister, Annette Binka, Rosmarie Glanz, Cornelia Tebbe und Friedhelm Kröger laden am 8. März zum Schnuppern in ihren Flötenkreis ein. (Foto: Anja Schade)

Hagen. (AnS) „Eine Flöte klingt schön, wenn zwei Flöten gemeinsam spielen, klingt es besser. Wenn viele zusammen spielen, ist das Musik“ – frei nach diesem Motto verfährt eine kleine Hobbymusikergruppe. Einmal in der Woche treffen sie sich, um gemeinsam ihrer Leidenschaft zu frönen: dem (Block-)Flötenspiel.

Als Hausmusikkreis der St. Elisabethgemeinde kamen einst die Flötisten zusammen. Was altbacken und etwas verstaubt klingt, ist es keinesfalls. „Das Niveau des Kinderblockflötenspiels haben wir längst hinter uns gelassen“, erklärt die lustige Runde, die mit viel Spaß bei der Sache ist. Denn ihr Repertoire kann sich sehen lassen: Klassische Stücke aus der Barock- und Renaissancezeit sind ebenso dabei wie südamerikanische Lieder, Kirchenklänge, Volkslieder und das eine oder andere moderne Popstück.

Dem Gründer Friedhelm Kröger, einziger Mann unter sechs Frauen, ist diese Notenvielfalt zu verdanken. Der über 80-jährige ehemalige Fachhochschulprofessor besitzt ein ganzes Zimmer voller Flötenmelodien und begleitet die Gruppe oft auch mit anderen Instrumenten. Mittlerweile hat Annette Binka die Leitung übernommen. „Ich war ganz erschrocken, wie viele Dokumente mein Vorgänger besitzt“, lacht die Hagenerin über das reichhaltige Archiv. Die verschiedenen Stimmlagen der vielfältigen Instrumente – von Alt, Tenor über Bass und Sopran – machen die Stücke interessant und abwechslungsreich. „Gerne spielen wir auch dreistimmig oder im Quartett.“

Regelmäßig treten die Musiker in Altenheimen oder bei kirchlichen Veranstaltungen auf. Dabei steht nicht nur die Musik im Vordergrund, auch der soziale Auftrag ist dem Kreis wichtig. „Zu sehen, dass die Senioren begeistert mitsingen und sich an viele alte Lieder erinnern, ist einfach nur schön.“

Guter Geist

Und dann ist da noch Elsa Mähler, der gute Geist der Truppe – wie sie liebevoll genannt wird. Trotz ihres hohen Alters von 96 Jahren ist sie immer mit dabei, flötet zwar nicht mehr, hört aber gespannt zu, kritisiert, wenn nötig, und bedient auch schon einmal die Triangel. Was Zuschauer und Kollegen aber noch mehr begeistert: Sie liest passend zu den Flötenmelodien Texte vor. „Musik hält halt jung!“

Wichtig ist allen die gesellige Gemeinschaft. „Alleine spielen ist schließlich langweilig“, schmunzelt Friedhelm Kröger. Und Annette Binka ergänzt: „Wir treffen uns gerne auch mal zu Privatvorstellungen in unserem Garten.“ Dann wird gemeinsam gelacht, gegessen und eben unter freiem Himmel musiziert.

Nachwuchs fehlt

Ihr 25-jähriges Bestehen feiert die Flötengruppe in diesen Tagen und doch haben sie ein Problem, das viele Vereine und Gruppen eint. Der Nachwuchs fehlt. „Wir wollen uns verjüngen,“ lautet der Tenor der über 60-Jährigen. Einzige Voraussetzung der künftigen Mitstreiter: Notenkenntnisse und die Freude am gemeinsamen Musizieren. „Wie viele haben eine Blockflöte aus Kindertagen noch in der Schublade liegen“, wissen Rosmarie Glanz und Cornelia Tebbe. Helene Stallmeister ergänzt aus eigener Erfahrung: „Viele meinen, sie hätten das Spielen verlernt, aber meist kommt die Erinnerung mit den ersten Tönen wieder.“

„Keine Scheu, nur Mut!“, fordert die Truppe Interessierte auf, ihr altes Schätzchen aus der Ecke zu kramen. Auch wenn manche Stücke anspruchsvoll klingen, künftige Flötisten sollten keine Berührungsängste zeigen. „Learning by doing“, also „Lernen durch machen“ lautet hier das Motto. Deshalb sind auch Anfänger, gerne im jugendlichen Alter, durchaus willkommen. „Sie sollten nur dabei bleiben wollen.“ Zudem freut sich der Flötenkreis, zu dem auch noch Gisela Hüning, Christine Lenz sowie Irmhild Krieger gehören, auch über andere Instrumente wie beispielsweise Klavier oder Geige.

Offenes Flöten

Die kleine Gruppe flötenbegeisterter Frauen und Männer lädt am Freitag, 8. März 2013, um 15.30 Uhr ins Gemeindehaus der St. Elisabethgemeinde, Scharnhorststraße 25, zu einem offenen Flötennachmittag ein. An diesem Freitag dürfen Gäste zuhören, in den offenen Kreis reinschnuppern und natürlich auch mitmachen.

Die gemeinsamen Proben finden ansonsten immer freitags ab 16.45 Uhr in der Kapelle vom Franziskusheim in der Lützowstraße 97 statt. Weitere Informationen erteilt Annette Binka unter der Telefonnummer 02331 / 53712.