14.000 Kilometer durch Südamerika

Dahl. (anna) Reiselustig war Eleonore Schmitz-Hegemann schon immer. Obwohl sie sich am Rande von Dahl ein erlesenes Zuhause in einem umgebauten Stallgebäude mit überwältigender Aussicht geschaffen hat, ist die gelernte Industriekauffrau gerne in der Welt unterwegs – und das so lange wie sie es beruflich einrichten kann. Doch organisierte Gruppenreisen haben sie nie gereizt, die 64-Jährige ist lieber abseits touristischer Routen unterwegs und lernt Land und Leute kennen. Der 62-jährige Lebenspartner Jürgen Koppert teilt das Fernweh seiner Partnerin und reist gern mit ihr durch die Welt.

Gerade sind sie von einer außergewöhnlichen Reise zurückgekehrt: Mit dem Wohnmobil haben die Beiden von Montevideo, der Hauptstadt Uruguays, aus zweieinhalb Monate lang Südamerika bereist. Insgesamt 14.000 Kilometer legten die Beiden zurück. Bis nach Feuerland führte sie die abenteuerliche Reise. Auf dem Rückweg ging es durch das verkehrstechnisch schlecht erschlossene Chile und quer durch Argentinien zurück nach Uruguay mit einem Abstecher nach Brasilien.

Berichte geplant

Viele ganz besondere Erlebnisse will uns Eleonore Schmitz-Hegemann nicht vorenthalten. In lockerer Reihenfolge wird der wochenkurier über Stationen und Erlebnisse der Reise berichten.

Zurück in Dahl fällt es Eleonore Schmitz-Hegemann schwer, ihre gewohnte Arbeit wieder aufzunehmen, noch hat sie sich nicht akklimatisiert. Zu tief sitzen die emotionalen Eindrücke, die Länder und Menschen, aber auch das tolle Klima hinterließen. Das Wohnmobil steht bislang bei Bekannten in Uruguay und wartet auf die Rückkehr der beiden Dahler.

Da die 64-Jährige eine Immobilienverwaltung und einen Forstbetrieb leitet und ihr Lebenspartner als selbstständiger Informatiker arbeitet, sind sie in der bevorzugten Situation, sich hin und wieder eine längere Auszeit gönnen zu können. So steht der nächsten Reise nicht viel im Wege.

Abenteuer Wohnmobil

Am 2. November 2013 schickten die beiden Volmetaler Globetrotter ihr Wohnmobil via Hamburg mit dem Schiff auf die Reise nach Montevideo. Vier Wochen später flogen sie ebenfalls nach Uruguay, um dort ihr Wohnmobil, das 16.000 Kilometer über den Teich geschippert war, in Empfang nehmen zu dürfen.. Doch das Schiff hatte zehn Tage Verspätung. Zeit für das reiselustige Paar, in der reizvollen Stadt sämtliche Behördengänge zu erledigen. „Wir waren immer mit dem Fahrrad unterwegs und haben uns die Wege zu den wichtigen Behörden schon einmal herausgesucht“, berichtet Eleonore Schmitz-Hegemann, die sich auf Spanisch ganz gut verständigen kann. „Weil eine Frau auf dem Fahrrad in der Stadt sehr ungewöhnlich ist, kannten uns die Leute schnell und haben uns angesprochen.“

Als das Schiff mit dem Wohnmobil endlich im Hafen angelegt hatte, begann ein entsetzliches Ringen mit der Zeit. Denn es war Freitag und sowohl der Agent, der die Papiere fertig machen sollte, als auch die Behörden wollten am frühen Nachmittag nicht mehr arbeiten. Wie es trotzdem gelang, das Wohnmobil noch am gleichen Tag auszulösen, soll später erzählt werden.

Keine Batterie, kein Gas

Endlich wieder im Besitz des geliebten Gefährts, musste das Dahler Paar feststellen, dass ihr Wohnmobil auf dem Schiff heftig genutzt worden war – auch die Betten. Die Batterie war so runter, dass alle Sicherungen ihren Geist aufgegeben hatten. Obwohl Jürgen Koppert an Sicherungsreserven gedacht hatte, ließ sich eine 40-Watt-Sicherung partout nicht auftreiben. Als dann auch noch der mitgebrachte Adapter für die Gasflaschen nicht passte, verschoben die Beiden ihren Reiseanfang abermals. Denn ohne Gas läuft kein Kühlschrank – und der war bei 38 Grad dringend vonnöten! So konnte es erst am Montag losgehen. Nächstes Ziel sollte Buenos Aires in Argentinien sein.

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