Mit den „Harten“ durch die Wüste

Dr. Roman Leischik und ein Triathlon-Freund nach erfolgreich absolvierter Trainingseinheit, der Besteigung des „Jebel Hafit“ (800 Höhenmeter) in der Wüste von Al Ain - natürlich mit Rad!(Foto: privat)

Hagen. (tau) Der Hagener Kardiologe Dr. med. Roman Leischik hat seine Praxis in der Volmestadt vorübergehend mit heißem Wüstensand getauscht: Als Camp-Betreuer sowie als Läufer nimmt er am 3. März 2012 am Triathlon in Abu Dhabi teil – an einem Sportereignis von Weltklasseformat.

Die Internationale Elite ist bereits gemeldet, Preisgelder in Höhe von 100.000 Dollar winken! Im Vergleich zum Vorjahr hat die Teilnehmerzahl um 30 Prozent zugenommen: 2.100 Sportler gehen diesmal an den Start, darunter 60 der weltbesten Triathleten neben professionellen Amateuren aus rund 50 Ländern.

Die Wüste lockt

Zur Vorbereitung machte sich der Hagener Kardiologe und Sportarzt bereits in die Wüstenstadt Al Ain auf, wo das Trainings-Camp für die deutschsprachigen Starter des Triathlons stattfindet. Erkältungen durch Übertraining und Klimaanlage sowie Stürze lauern dort auf die Teilnehmer.

Der Hagener Kardiologe und Priv.-Doz. Dr. Roman Leischik ist wieder in seinem sportlichen Element: Am 3. März geht er beim Abu-Dhabi-Triathlon in der Langdistanz an den Start - das bedeutet drei Kilometer Schwimmen, 200 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen. Auf ausgewählten Strecken absolviert er bereits vor Ort die schweißtreibenden Übungseinheiten - bei heißer Wüstensonne, starkem Wind und Temperaturen derzeit um die 30 Grad. (Foto: privat)

„Die Wüste aber lockt mit Wärme und Weiten, die in Europa unbekannt sind,“ schwärmt Dr. Roman Leischik. „Die lange Distanz des Wettkampfs bei Temperaturen bis zu 40 Grad, so zumindest im Vorjahr, ist besonders verlockend.“ Und genau in der Langdistanz wird der Hagener starten: drei Kilometer Schwimmen, 200 Kilometer Rad und 20 Kilometer Laufen sind zu leisten. Die ebenfalls angebotene Kurzdistanz umfasst immerhin noch 1,5 Kilometer Schwimmen, 100 Kilometer Rad und 10 Kilometer Laufen…

Ein ziemliches „Paket“, das sich Dr. Roman Leischik da wieder einmal vorgenommen hat: Der Triathlet und „Ironman“-Teilnehmer ist regelmäßig bei zahlreichen Wettkämpfen mit von der Partie und betreut den Triathlonverein PV Witten als Sportmediziner, inklusive der ersten und zweiten Bundesliga. Früher wäre das undenkbar für den Hagener gewesen: „Ich war schwer behinderter Rheuma-Patient, übergewichtig und Raucher! Für viele meiner Patienten sind meine sportlichen Aktivitäten deshalb auch besonders motivierend.“

Durchatmen und lächeln zwischen den schweißtreibenden Trainingseinheiten für den Triathlon in Abu Dhabi: Der Hagener Dr. Roman Leischik (r.) bei einer Rast in einem Wüstencafé. (Foto: privat)

Als Privatdozent an der Universität Witten/Herdecke leitet Leischik den Fachbereich Prävention und Sportmedizin. Auch hier gilt er als Universitätsprofessor, der authentisch ist – weil er sowohl theoretisch als auch praktisch mit gutem Beispiel voran geht.

Training mit Weltklasse-Profi

Um bestens präpariert an den Start des Abu-Dhabi-Triathlons gehen können, erhalten Dr. Leischik und die eifrige Schar der Gleichgesinnten im Wüsten-Camp prominente Unterstützung und professionelles Training von dem Ex-Wittener und Ex-Weltmeister Faris Al Sultan – er bringt ihnen das richtige Schwimmen und Radfahren bei.

Der Wettkampf zu Wasser findet dann in der überwältigenden Lagune vor dem berühmten 6-Sterne-Hotel „Emirates Palace“ statt. Die Radstrecke führt auf dreispurigen, für den Verkehr gesperrten Straßen vorbei an den beeindruckenden Bauwerken von Abu Dhabi, über Saadiyat Island zu Yas Island, wo die Athleten Formel-1-Feeling rund um den Kurs genießen können. Auf der Laufstrecke kann die Skyline von Abu Dhabi abermals bewundert werden, bis an der Corniche-Strandpromenade das Ziel erreicht ist. Alles in allem ist es eines der außergewöhnlichsten Triathlon-Erlebnisse, die man sich vorstellen kann.

Die Wüstenautobahn wird von den Teilnehmern des Weltklasse-Triathlons in Abu Dhabi noch als Trainingsstrecke benutzt - manchmal auch mit besonderer Betreuung der Polizei. (Foto: privat)

Bei Wind und Sonne

Doch vorerst wird von den Teilnehmern noch die Wüstenautobahn als Rad-Trainingsstrecke benutzt, mit besonderer Betreuung durch die Polizei und unter dem Schutz des Touristik-Ministeriums. Bis zu 150 Kilometer werden am Tag bei Wind und Sonne zurückgelegt, um die Grundlagen für den Wettkampf am Freitag zu legen. An den Seiten der Autobahn lauern Sand und Wind, aber die Laune der Athleten ist bei 30 Grad um die Mittagszeit besonders gut, weil man der Kälte aus Deutschland, Schweiz und Österreich einfach wegfährt! Die Wetterlage ist generell sehr stabil, Regentropfen sieht man hier äußerst selten.

Um sich für die Schwimmeinheit fit zu machen, steht ein 33-Meter-Becken in der Anlage des Hotels Danat Resort Al Ain zur Verfügung. Das Lauftraining indes führt unter anderem durch ein ausgetrocknetes Flussbett oder eine schattige Oase. Die stimmungsvollen Läufe in den Sonnenuntergang entschädigen die verrückten Triathleten, die bei drei Trainingseinheiten und sechs bis acht Stunden Bewegung am Tag an die Grenzen  ihres Grundlagentrainings kommen. Ob sich das alles letztendlich auszahlt und auf welcher Position sie landen werden, das zeigt sich dann am 3.  März 2012 …