Mit Günther und Hess in Hagen

Hagen. (dh) Ratiopharm Ulm kommt am Freitag, 25. April 2014, um 19.30 Uhr in die Enervie-Arena. Es ist wahrscheinlich nicht nur das letzte Heimspiel der Hauptrunde für Phoenix Hagen, sondern das letzte Heimspiel der ganzen Saison. Nach der 71:92-Niederlage am Ostermontag in Oldenburg ist die Qualifikation für die Beko-BBL-Playoffs nur noch theoretisch möglich.

Dennoch: Phoenix Hagen hat einmal mehr eine starke Saison abgeliefert. Trotz des überschaubaren Etats stehen bereits 14 Siege zu Buche. Abstiegsgefahr bestand eigentlich nie, stattdessen durften die Hagener am Ende sogar noch einmal an der Runde der besten acht Team schnuppern. Für die Ulmer wird es indes weitergehen. Der klare 92:74-Sieg gegen Bayreuth brachte den Vizepokalsiegern die sichere Qualifikation für die Playoffs. Für Ulm geht es jetzt darum, wie gut sie sich zwischen Platz fünf und acht platzieren.

Center Dino Gregory war gegen Oldenburg früh mit Fouls belastet. Nun gilt es, gegen Ulm noch einmal Akzente zu setzen. (Foto: Jörg Laube)
Center Dino Gregory war gegen Oldenburg früh mit Fouls belastet. Nun gilt es, gegen Ulm noch einmal Akzente zu setzen. (Foto: Jörg Laube)

Offensivstark, gut bestzt

Ulm ist eine sehr offensivstarke und auf allen Positionen gut besetzte Mannschaft. Beim Rebounding, insbesondere beim Offensivrebound, sind die Süddeutschen mit Center Trent Plaisted (6,1 Rebounds pro Spiel) sowie den Forwards Matt Howard (5,1), Will Clyburn (4,2) und Daniel Theis (5,7) herausragend. Mit durchschnittlich 37,4 Rebounds pro Partie liegt Ulm in dieser Kategorie nur hinter Vechta und München. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Guard Cameron Long, mit 12,1 Punkten pro Spiel Ulms Top-Scorer.

Per Günther, Ernesto Sosa und Cameron Long übernehmen die Verantwortung auf den kleinen Positionen. Mit Adam Hess, Will Clyburn und Philip Schwethelm stehen vielseitige Small Forwards zur Verfügung. Unter den Brettern teilen sich Daniel Theis, Matt Howard, Keaton Nankivil und Trent Plaisted die Minuten. Die tiefe Rotation wird möglich durch außergewöhnlich starke deutsche Spieler, darunter die Ex-Hagener Hess und Günther. Tommy Mason-Griffin, eigentlich als zweiter Point Guard neben Günther vorgesehen, fehlt hingegen seit September letzten Jahres wegen eines Achillessehnenrisses.

Neben Hess und Günther sind die Schwaben auch mit Daniel Theis, der zuletzt wegen Knieproblemen ausfiel, und Philipp Schwethelm auf den deutschen Positionen top besetzt. Insbesondere Günther, aber auch die anderen Deutschen bekommen sehr viel Einsatzzeit. Und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Gerade der erst 22-jährige Theis und Schwethelm mit seinen 24 Jahren haben neben Per Günther angesichts ihrer starken Leistungen gute Entwicklungschancen.

Harte Aufgabe für die Feuervögel

Auf Phoenix Hagen wartet zum Heim-Abschluss der Hauptrunde also noch einmal eine richtig harte Aufgabe. Doch zu Hause haben die Feuervögel in dieser Saison bereits gegen andere Top-Teams wie Berlin, Oldenburg, Quakenbrück und Bonn gesiegt. Gegen Bayern und Bamberg zeigte Hagen ebenfalls starke Leistungen. Und auch die Siegesserie gegen die „Großen“ aus der vergangenen Saison ist noch nicht vergessen, für die das 90:78 gegen Ratiopharm Ulm am 17. Februar 2013 den Auftakt bildete.

Dass es dabei nicht mehr um die Playoffs geht, trägt Trainer Ingo Freyer mit Fassung: „Wir haben uns im Mittelfeld der Liga etabliert, das war unser Ziel. Dass es am Ende nicht ganz für die Playoffs reicht, kommt nicht überraschend.“ Dafür – das hat auch die letzte Partie in Oldenburg gezeigt – ist der Abstand zu den besten Teams gerade auswärts noch zu groß: „Oldenburg war uns körperlich überlegen, was durch die Rückkehr von Adam Chubb noch deutlicher zu spüren war. Die physische Präsenz der Oldenburger auf allen Positionen erklärt auch das deutliche Ergebnis.“ Freyer nutzte die Gelegenheit und gab den Eigengewächsen viel Einsatzzeit. Insbesondere Fabian Bleck nutzte seine 24 Minuten zu 10 Punkten.

Nach dem letzten Heimspiel gegen Ulm muss Phoenix Hagen noch zweimal auswärts antreten. Am Sonntag geht es zum Playoff-Anwärter Ludwigsburg, am Mai-Feiertag ist der Abstiegskandidat aus Tübingen der Gegner.