Mit guter Bilanz auf dem Weg zur städtischen Konzernholding

Hagen. (ME) Die städtische Tochter (HVG) blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2015 zurück. „Das Unternehmen befindet sich weiter auf gutem Kurs, die operativen Ergebnisse der Beteiligungsgesellschaften haben sich erneut sehr erfreulich entwickelt. Sowohl die Hagener Straßenbahn als auch Hagenbad konnten trotz Kostensteigerungen die guten Vorjahresergebnisse nochmals geringfügig verbessern“, erklärte HVG-Geschäftsführer Christoph Köther jetzt im Rahmen eines Pressegespräches.
„Auch die Gesellschaften Werkhof und BSH waren sehr erfolgreich und erzielten sogar die besten Ergebnisse seit ihrer Zugehörigkeit zum HVG-Konzern. Hervorzuheben ist, dass die Ergebnisverbesserungen nicht auf Leistungseinschränkungen, sondern im Wesentlichen auf kontinuierliche Optimierungsmaßnahmen zurückzuführen sind“, so Köther.
Getrübt wird diese insgesamt erfreuliche Entwicklung lediglich durch die erneut ausgefallene Dividende der Enervie. Hierdurch wird neben dem bilanziellen Ergebnis auch die Liquiditätslage der HVG mit immerhin 7,25 Millionen Euro im Vergleich zu früheren Geschäftsjahren belastet, so Geschäftsführer Köther.

Hagener Straßenbahn und Hagenbad - beide Unternehmen sind HVG-Töchter - können mit großer Zufriedenheit auf das vergangene Jahr schauen. Denn beide Töchter haben das Vorjahresergebnis verbessert. (Foto: Lara Zeitel)
Hagener Straßenbahn und Hagenbad – beide Unternehmen sind HVG-Töchter – können mit großer Zufriedenheit auf das vergangene Jahr schauen. Denn beide Töchter haben das Vorjahresergebnis verbessert. (Foto: Lara Zeitel)

Viele neue Busse

In den letzten Jahren wurden weitaus mehr Busse angeschafft, als je zuvor. Mit einem Durchschnittsalter von weniger als sechs Jahren ist die Busflotte die jüngste in der Unternehmensgeschichte.
Diese Modernität erhöht den Fahrkomfort für die Fahrgäste und entlastet die Umwelt durch hochwirksame Abgassysteme. In 2015 wurden sieben neue Gelenkbusse angeschafft. Auch diese Fahrzeuge werden dem steigenden Platzbedarf für Rollatoren und Rollstühle durch zusätzliche Sondernutzungsflächen gerecht.

Kunden-Wohl

Auch technische Innovationen werden von der Hagener Straßenbahn zum Wohle der Kunden und zur besseren Organisation der internen Abläufe fortlaufend genutzt.
Die Einführung des Handytickets, die Echtzeitanzeigen an stark frequentierten Haltestellen oder auch der ständig aktuelle „Newsbereich“ im Internet sind dafür einige Beispiele.
Das jedoch größte Projekt der letzten Jahre heißt „Hagener Straßenbahn 2.0“. Mit einem Investitionsvolumen von rund vier Millionen Euro hat das Unternehmen nahezu seine gesamte IT-Landschaft zur Steuerung der Betriebshofabläufe, der Vertriebsabrechnung und der Verkehrssteuerung erneuert. Auch die Kunden profitieren hiervon: Für die Fahrgäste wird der Einstieg schneller, sobald es in jedem Bus ein zweites Kontrollgerät gibt.
Außerdem erhalten die Fahrgäste zukünftig über die Monitore in den Fahrzeugen Informationen zu den nächsten Umsteigemöglichkeiten.

Mit QR-Codes

Im letzten Jahr erhielt das Unternehmen die Zertifizierung „Servicequalität Deutschland Stufe 1“. Im Rahmen dieser Zertifizierung nahmen unter anderem alle Busfahrer der Hagener Straßenbahn an einer Schulung zum Thema „Kundenfreundlichkeit“ teil.
Eine Idee, die im Rahmen der „Servicegespräche“ entstand, wird mit dem Fahrplanwechsel in diesem Monat umgesetzt. Dann sind an vielen Haltestellen ohne Echtzeitanzeigen sogenannte QR-Codes auf den Aushangfahrplänen zu finden, die via Smartphone zu aktuellen Auskünften für die jeweilige Haltestelle führen.

Mehr Bade-Gäste

Die Hagenbad GmbH konnte dank des warmen Sommers in 2015 über 670.000 Gäste in den Hagener Bädern verzeichnen. Das sind rund 20.000 Menschen mehr als im Vorjahr. Der erneute Besucheranstieg ist diesmal auf die gute Freibadsaison zurückzuführen. Das Westfalenbad stabilisierte sich mit 545.000 Gästen auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Im Saunabereich konnten die Besucherzahlen sogar noch einmal gesteigert werden. Die Umsatzerlöse von Hagenbad sind 2015 auf fast vier Millionen Euro gestiegen, dies ist beinahe viermal so viel wie noch im Jahr 2009, dem Jahr vor der Eröffnung des Westfalenbades. „So erfreulich diese Entwicklung auch ist, wir dürfen uns auf diesen Erfolgen nicht ausruhen und müssen die große Anziehungskraft des Bades erhalten. Deshalb tätigen wir auch fortlaufend Investitionen, die die Attraktivität weiter steigern und den hohen Freizeitwert erhalten. Die Modernisierung der „Finnischen Sauna“ und die Installation einer sechs Meter hohen Kletterwand im Einschwimmbecken sind hierfür nur zwei kleine Beispiele“, erläutert Köther.

HEB-Mehrheit

Im Geschäftsjahr 2015 wurden aber auch weitere wichtige strategische Weichen gestellt. Im Sommer hat die HVG die bisher von der Stadt Hagen gehaltenen rund 51 Prozent Geschäftsanteile am Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) übernommen. Damit verbunden konnte die HVG erstmalig eine Gewinnausschüttung der HEB in Höhe von 700.000 Euro verzeichnen. Die anteilige Ausschüttung kommt jedoch unter dem Strich nicht der HVG zugute, da die Stadt Hagen ihren Zuschuss an die HVG in gleicher Höhe kürzt