Mit Hagener VHS ’ran an die Musik

Helmut Schröder, Leiter der Max-Reger-Musikschule, leitet ab September auch einige Kurse in Zusammenarbeit mit der VHS, beispielsweise „Wie funktioniert eigentlich eine Orgel?“, aber auch das Klavier ist “sein“ Instrument. (Foto: Schievelbusch)
Helmut Schröder, Leiter der Max-Reger-Musikschule, leitet ab September auch einige Kurse in Zusammenarbeit mit der VHS, beispielsweise „Wie funktioniert eigentlich eine Orgel?“, aber auch das Klavier ist “sein“ Instrument. (Foto: Schievelbusch)

Hagen. (san) Musik ist allerorten, sie ist so vielfältig wie die Menschen, die sie machen – und sie ist vor allem Kunst. „Aber man kann sie nur hören“, gibt Helmut Schröder zu bedenken. „Sind die Töne gespielt, ist auch das Stückchen Kunst nicht mehr erlebbar. Musik ist flüchtig. Nicht so wie das Gemälde an der Wand, das der Betrachter stets vor Augen hat,“ erläutert der Leiter der Hagener Max-Reger-Musikschule. Zur Feier des 50-jähriges Bestehens der Einrichtung können die Besucher der verschiedenen Jubiläums-Konzerte genau dieses Phänomen erleben.

Wem dann das Zuhören ein wirklicher Genuss war, möchte vielleicht doch tiefer eindringen in die Musik und sie verstehen. Hierzu bietet die Musikschule in Zusammenarbeit mit der hiesigen Volkshochschule ab September wieder verschiedene Möglichkeiten. Wieder – weil ein solches Angebot bereits seit einem Jahr besteht.

Zugang leicht gemacht

Auf diese Art wird auch denen, die sich noch nicht zuvor ernsthaft mit Musik auseinandergesetzt haben, ein Hineinschnuppern und Appetitholen geboten. Mit dem weit gestreuten Themen-Projekten können sich Musikinteressierte, aber eben keine Kenner, für eher kleines Geld individuell „unterrichten“ lassen, ohne dass sie wie bei einem Instrumentenunterricht im klassischen Musikschul-Stil festgelegt sind. Denn die Einführungen der VHS sind zeitlich begrenzt. Dadurch, dass die Dozenten allesamt Mitarbeiter der Max-Reger-Schule sind, garantieren diese Kurse inhaltlich höchstes Niveau.

So können sich ab dem kommenden Halbjahr 2013/14 Interessierte erst einmal herantasten, indem sie sich „musikalische Formen bewusst machen“, wie ein gleichnamiges Angebot heißt. Alle, die beim Musikhören nicht nur nach dem Kriterium „find’ ich schön oder nicht schön“ vorgehen wollen, erhalten einen Überblick über die Unterschiede von beispielsweise Sonate und Solokonzert, den Unterschied zwischen Oratorium und Symphonie (ab 11. September). Aber auch, wie man dann geschult Musik hört, und was die Harmonielehre damit zu tun hat, erklärt ein weiterer Kurs (ab 11. September 2013).

Baglama-Spiel

Sogar eher etwas exotischeren „Genüssen“ wird im aktuellen Programm Rechnung getragen – etwa beim Spiel mit der Baglama. Die Baglama ist eines der wichtigsten Instrumente der türkischen Musik. Melodienspiel, Liedbegleitung, Singen und Gehörbildung rund um dieses Instrument werden in einem Kurs angeboten (ab 12. September).

Hervorzuheben ist zudem das „Klavierspiel als Konzentrations- und Gedächtnistraining“: Eine spezielle Klavierschule wird in Japan auch zur Vorbeugung gegen die Alzheimer-Krankheit eingesetzt. Sie bildet eine Basis zur Schulung von Konzentrations- und Kombinationsfähigkeit. So können die Teilnehmer das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden (ab 9. September).

Wiedereinstieg

Wie das „Klavier als Begleitinstrument“ zu spielen ist, wie Orgel und Harfe mit ihren Klängen verzaubern oder wie befreiend Singen sein kann – unter den rund 20 verschiedenen Musikschul-VHS-Angeboten in der kommenden Saison befindet sich ebenso die Einladung für Wiedereinsteiger auf allen Instrumenten. Wer einmal ein Instrument gespielt hat, es aber lange Zeit an den Nagel hängen musste, traut sich nicht immer oder vermag es nicht, gleich wieder an Gelerntes anzuknüpfen. Diejenigen, die ihr Instrument wiederentdecken möchten, sind in einem eigens hierzu gebotenen Kurs genau richtig (ab 11. September). Die Gleichgesinnten können so auch im Ensemble spielen. Sowohl musizierende Jugendliche als auch Erwachsene werden bestimmt etliche Auftrittsmöglichkeiten bekommen.

Wer sich auf irgendeine Weise (wieder) mit Musik beschäftigen möchte, der sollte es nicht versäumen, einen Blick in das frisch vorliegende Gesamtprogramm der VHS zu werfen.

Um sich einen Eindruck von dem Können der Mitglieder der beiden Musikschulorchester zu verschaffen, sollten die beiden Jubiläumskonzert-Termine unbedingt vorgemerkt werden:

Samstag, 6. Juli 2013

– 19 Uhr, Konzertaula der Remberg-Hauptschule, Elbersstiege 10: Orchesterkonzert mit dem Kinderorchester „Die Streichmäuse“ unter der Leitung von Doris Hartlmaier und dem Sinfonieorchester (Leitung: Udo Hartlmaier). Die rund dreißig 10- bis 13-jährigen Streichmäuse spielen ein sommerliches Programm mit volkstümlichen Melodien, denen ein noch junger, sehr begabter Schlagzeuger den rhythmischen „Drive“ verleiht. Berühmte Kompositionen bringt auch das Sinfonieorchester zu Gehör: Friedrich Smetanas sinfonische Dichtung “Die Moldau“, Maurice Ravels “Bolero“, Mendelssohns Ouvertüre zum “Sommernachtstraum“, die sinfonische Dichtung “Finlandia“ von Jean Sibelius kontrastieren interessant zur Orchestersuite aus dem Musical “Das Phantom der Oper“ von Andrew Lloyd Webber. Zum großen Finale musizieren wieder Streichmäuse und Sinfonieorchester zusammen.

Samstag, 13. Juli 2013

– ab 15 Uhr, Musikschule, Dödterstraße 10 und Elbersgelände: “Jede Menge bunte Klänge“ heißt die Groß-Veranstaltung zum 50-Jährigen, bei der im gesamten Haus Musik erklingt und darüber hinaus große Flächen des Außenbereichs bespielt werden.