Mit Kamera am Container

Hagen. (anna) Ein Mülldetektiv soll in Hagen wieder Abfallsünder aufspüren. Seit Ende Mai lauert der neue Detektiv den „Müllferkeln“ an Containerstandorten wieder auf. Damit soll der zunehmenden Vermüllung in den Stadtteilen Einhalt geboten werden.
Auch in Altenhagen sind die Zustände nicht mehr zu ertragen. Bereits zwölf Stunden nach Leerung und gründlicher Reinigung ist der Containerstandort auf dem Friedensplatz mit Unrat übersät: Bauschutt, Badezimmermöbel, Sperrgut und Restmüll finden sich hier fast täglich. Stadtverwaltung und Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB) sehen keine andere Möglichkeit mehr, als ihre unbelehrbaren Bürger zu kontrollieren. „Die Situation ist dramatisch“, schildert HEB-Sprecherin Jacqueline Jagusch das Ausmaß der Verschmutzung.

Unerträglich

Am Friedensplatz in Altenhagen sammeln die HEB-Männer schon mal 500 Kilogramm illegal entsorgten Unrat ein, der von unbelehrbaren, egoistischen Zeitgenossen einfach neben den Containern für Altglas und Papier abgelegt worden war.
Unter den riesigen Abfallbergen finden sich auch immer große Mengen an stinkendem Hausmüll. Der HEB bekommt die Lage langsam nicht mehr in den Griff, obwohl die Container dreimal pro Woche geleert werden und der Friedensplatz täglich gesäubert wird.

Bürger vermüllen ihre Stadt

Wie Dezernent Thomas Huyeng erklärte, gäbe es Abfallsünder bei allen Nationalitäten und in allen Schichten. Quer durch die Gesellschaft stoße man auf die heimlichen Müllentsorger. Sie seien verantwortungslos und faul. Man könne den Dreck nicht einer bestimmten Bevölkerungsgruppe anhängen. Auch zum Beispiel auf Emst herrschten große Müll-Probleme.

3. Einsatz

Nun soll es also der Mülldetektiv richten, den der HEB zum dritten Mal engagiert hat. Bereits 2012 habe er in nur vier Monaten 1000 Müllsünder ertappt Im Jahre 2015 erwischte der Detektiv 50 Sündern, darunter einige recht schwere Fälle von illegaler Müllentsorgung. Der Mann fotografierte die Täter mit seiner Kamera aus dem Auto heraus und notierte Uhrzeit sowie Kennzeichen. Anschließend leitete er die Daten an die Stadtverwaltung weiter, die Verwarngelder verschickte oder bei schweren Vergehen sogar Bußgeldbescheide verhängte. Wenn es sich um Umwelt gefährdende Materialien handelt, stellt die Behörde nötigenfalls auch eine Strafanzeige.

Ordnungsamt und Polizei mit im Boot

Jetzt also haben HEB und Stadt wieder einen Mülldetektiv engagiert. Dieses Mal für lange Zeit. Da der Detektiv die Verstöße an Containertandorten nur per Kamera dokumentieren kann und fußläufige Müllsünder nicht festhalten darf, soll er vom Ordnungsamt und der Polizei unterstützt werden. „Auf jeden Fall bestand für uns die Notwendigkeit, etwas zu unternehmen“, meint Detlef Liedtke,  „so wie bislang geht es nicht weiter.“ „Wenn ich mein TV-Gerät oder meine alte Waschmaschine eh schon im Auto habe, kann ich sie doch mal eben zur Müllverbrennungsanlage bringen. Ich muss sie doch nicht am Container oder im Wald abladen“, meint Jacqueline Jagusch kopfschüttelnd. „Wie blöd ist das denn?“
Auch wenn die Papier- oder Glascontainer bis zum Rand voll sind, gebe das niemandem das Recht, seinen Abfall einfach neben die Behälter zu werfen, meint sie weiter. Man könne den Abfall an der Müllverbrennungsanlage oder beim HEB in der Fuhrparkstraße abgeben, wo er kostenlos angenommen würde.