Mit Mozart auf Tuchfühlung

Hagen. (AnS) Stellen Sie sich vor, die berühmten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart und Leopold Mozart würden von den Toten auferstehen und auf ihrer Reise auch in Hagen Station machen. Was würden sie in der Volmestadt erleben?

Roland Pröll liest aus seinem Buch „Mozart in Hagen“, um den Wettbewerb des Hagener Vereins Kammermusikfestival zu unterstützen. (Foto: Verein Kammermusikfestival)
Roland Pröll liest aus seinem Buch „Mozart in Hagen“, um den Wettbewerb des Hagener Vereins Kammermusikfestival zu unterstützen. (Foto: Verein Kammermusikfestival)

Der heimische Musikprofessor und Pianist Roland Pröll hat sich Gedanken gemacht: „Leopold hält die Pferde seiner Droschke gegenüber der Johanniskirche im absoluten Halteverbot an. Sofort erscheint eine mit einem Handautomat bewaffnete Parkwächterin. Die Politesse: ’Sie dürfen hier nicht stehenbleiben, das kostet 35 Euro, wenn Sie nicht sofort wieder den Platz freimachen.’ (…) Wolfgang A. entsteigt galant dem Waggon, summt hörbar die Melodie aus der Oper Don Giovanni – la ci darem la mano – und gibt der Politesse höflich die Hand.“

Wie es weitergeht? Das ist nachzulesen in dem Buch „Mozart in Hagen“, in dem Vater und Sohn dem Oberbürgermeister begegnen und sich begeistert für den Mozartwettbewerb des Vereins Kammermusikfestival Hagen interessieren. Und genau diese hochkarätige Veranstaltung ist Grund für die amüsanten Episoden. „Ein solcher Wettbewerb kostet Geld, viel Geld“, erklärt Mitorganisatorin Hildegard Schiller, „und muss entsprechend finanziert werden.“ Das Buch, das in jeder Buchhandlung erhältlich ist, soll seinen Teil dazu beitragen.

Die Pflege der klassischen Musik hat sich der kleine Verein auf seine Fahnen geschrieben: Bereits zum zweiten Mal findet der Wettbewerb in Hagen statt, diesmal vom 27. Dezember bis zum 4. Januar. Schirmherr ist Oberbürgermeister Erik O. Schulz, die künstlerische Schirmherrschaft hat Fabio Luisi übernommen, seines Zeichens Chefdirigent der Metropolitan Opera in New York. Ein Ereignis, das in erster Linie musizierende Kinder und Jugendliche anspricht. Zu Gast waren bisher junge Musiker aus mehreren Ländern; in der neuen Auflage haben sich bereits Koreaner, Brasilianer, Japaner und Italiener angekündigt.

Vorspiel der Teilnehmer

In der Johanniskirche am Markt findet eine Woche lang das Vorspiel der Teilnehmer statt, begleitet von einem attraktiven Rahmenprogramm. „Publikum aller Altersgruppen ist immer willkommen“, lädt Hildegard Schiller die Hagener ein, zu hören, zu staunen und zu genießen. Die Vielfalt der Instrumente und das Können der Teilnehmer ist dabei beachtlich. Klassische Saxophonklänge waren im letzten Jahr dabei, die jüngste Preisträgerin gerade mal acht Jahre alt.

Einige Jungmusiker hat Hildegard Schiller persönlich betreut und weiß von deren Werdegang. „Zwei meiner Schützlinge studieren sogar in Deutschland.“ Pröll legte zum Wettbewerb einem Mozart folgende Worte in den Mund: „Es ist außerordentlich von Wert, wenn sich junge Menschen geduldig und lange probend, um zu einer Perfektion zu gelangen, auf eine Musik konzentrieren, die die wesentlichen Merkmale und Gefühlsinhalte des irdischen Lebens widerspiegeln…“

Spenden willkommen

Zurück zur Finanzierung: „Spenden, auch wertige Sachpreise, sind jederzeit willkommen“, freut sich Hildegard Schiller über alle, die den Wettbewerb unterstützen möchten und weist auf die Homepage des Veranstalters hin. Ans Herz legen möchte die Organisatorin, die mit Herzblut dabei ist, aber auch den „Goldbarren“, einen USB-Stick, der Mozartmusik von und mit Konzertpianist Roland Pröll enthält.

Als Einstimmung auf Mozart lädt sie auch zum Kulturtatort ein, der am Sonntag, 27. September 2015, um 17 Uhr im Kulturhof Emst, Auf dem Kämpchen 16, stattfindet und bei dem Hauko Wessel mitwirkt.

Musikalische Mozart-Lesung

Wer wissen will, wie es den Mozarts in Hagen ergeht, der ist eingeladen, sich einige kurzweilige Geschichten bei einer musikalische Lesung anzuhören. Professor Roland Pröll liest am kommenden Donnerstag, 17. September 2015, um 20 Uhr in der Buchhandlung Thalia aus seinem Werk. Und wer den Pianisten kennt, der weiß, dass er es sich nicht nehmen lässt, musikalische Passagen einzubauen und den Abend abwechslungsreich zu gestalten.