Mit Rad und Ball zur EM

Hagen/Iserlohn. (lz) Er ist sowohl auf dem Rad als auch am Schreibtisch gleichermaßen zu Hause: Heiko Cordes. Der 29-Jährige ist nicht nur einer der besten Radballer Deutschlands, sondern ferner Volontär beim Wochenkurier.

Von Montag bis Freitag ist er seit Anfang des Jahres bei unserer Wochenzeitung im Einsatz, an den Wochenenden tauscht er dann seinen Bürostuhl gegen den Drahtesel.

Von klein auf  mittendrin

Seit nunmehr 23 Jahren spielt der gebürtige Iserlohner in dem Verein, in dem schon sein Großvater einst zweiter Vorsitzender war. Bereits im zarten Alter von sechs Jahren trat er in die sportlichen Fußstapfen seines Vaters. In den Radball-Sport wurde er quasi „so hineingeboren“, wie der sympathische Volontär mit seiner Passion für den Lokalsport selbst beschreibt.

Die Wahl zwischen seinen beiden Lieblingssportarten Eishockey und Radball fiel dem Vollblutsportler durch den vorgegebenen familiären Weg letztlich nicht allzu schwer.

Trotzdem gestalteten sich die Anfangsjahre gerade in dieser Randsportart nicht immer einfach. „In den ersten zwei Jahren habe ich mit meinen damaligen Teampartnern kaum Tore geschossen“, erzählt er. Die Mitspieler wechselten über die Jahre immer mal wieder.

Gewinnerteam Cordes – Endrowait

Bis Heiko Cordes 2010 seine perfekte zweite Hälfte fand. Zusammen mit Daniel Endrowait bildet er seitdem das Erfolgsduo des Iserlohner Vereins RC „Pfeil“ 07. Zur Zeit spielen die beiden in der 1. Bundesliga sowohl in der „Hauptdisziplin“ 2er-Radball als auch im 5er-Radball.

In der letzten Saison schrieben sie mit Rang vier im Pokal und auf der Deutschen Meisterschaft das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte, dazu kam noch Rang fünf in der 5er-Bundesliga.

Ungewöhnlich anspruchsvoll

Und in diesem Jahr läuft es noch besser. Anfang Februar wurden die Pfeiler Vize-Pokalsieger. Durch diesen Erfolg qualifizierten sich die heimischen Radakrobaten für die Europameisterschaften am kommenden Wochenende, Freitag, 29. April, und Samstag, 30. April, in Wallbach in Baden-Württemberg.

In der Gruppe zwei spielen sie gegen Frankreich, Tschechien, Österreich und die Schweiz.

Und was fasziniert den 29-Jährigen gerade an dieser Sportart? „Radball ist einerseits sehr exotisch“, sagt Heiko Cordes, „und andererseits bietet Radball harten Spielsport und ist dabei überaus anspruchsvoll – für mich eine perfekte Mischung“, erklärt der Volontär, der sich mit seinem persönlichen Interesse für Populär- aber auch Randsportarten bereits in den ersten Monaten  bestens in die Wochenkurier-Lokalsport-Berichterstattung eingebunden hat.

„Fußball wäre mir persönlich zu langweilig“, lacht er. „Oder sagen wir besser: zu gewöhnlich – ohne damit elitär klingen zu wollen.“

Mit Zuversicht

Der bevorstehenden Europameisterschaft sieht der Sportler mit viel Zuversicht entgegen. „Ich erhoffe mir und meinem Teamkollegen vor allem viel Spaß. Sollten wir tatsächlich Vierter werden und das Halbfinale erreichen, wäre das schon wirklich eine faustdicke Überraschung. Aber wer weiß, vielleicht liegt ja ein derartiger Erfolg sogar im Bereich des Möglichen“, fügt er an.

Das Team vom Wochenkurier drückt ihm dabei jedenfalls alle Daumen.