Mit Vielfalt zum grünen Glück

Hohenlimburg. (AnS) „Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat“, heißt es in einem persischen Sprichwort. Ob die Familien, die 1940 den Kleingärtnerverein „Auf der Heide“ in Hohenlimburg gründeten, an das Paradies einen Gedanken verschwendeten? Wohl kaum, denn das grüne Eiland sollte in Zeiten des Zweiten Weltkrieges vor allen Dingen eines sein: eine Basis zur Lebensmittelversorgung. In diesen Tagen feiert der Verein sein 75-jähriges Bestehen.

Damals wie heute: der Obst- und Gemüseanbau steht nach wie vor im Vordergrund, wenn auch die Gründe dafür andere sind. „Schließlich weiß man im eigenen Garten, was man hat“, erklärt Kassierer Michael Porbadnick, der seit rund 30 Jahren ein Stück Garten sein Eigen nennt. Sein grünes Glück war eine Flucht vor dem Trubel des Stadtlebens: „Ein ruhiges Plätzchen zum Feierabend und ein bisschen Bewegung ist auch heute noch das, was die meisten Familien suchen.“

Eine Handvoll Hohenlimburger gründete damals den Verein, heute sind es 91 Parzellen, die bewirtschaftet werden. Gärtnern ist in: „Immer mehr jüngere Leute entscheiden sich dafür,“ weiß das Vorstandsmitglied.

Gärtner-Vielfalt

Locker geht es „Auf der Heide“ zu, die klassischen Gartenzwerge findet man kaum. Mehrere Nationen sind hier mit Harke und Gießkanne tätig, man schaut gern mal über Nachbars Zaun. Eine Vielfalt, die sich auch in den Pflanzen wiederfindet: Da wächst neben der Petersilie der Koriander, der klassische Kohl neben den haushohen Buschbohnen der türkischen Gärtner.“ Michael Porbadnick besitzt gar ein Feigenbäumchen. Man gibt sich gegenseitig Tipps, ein Fachberater hingegen sorgt dafür, dass das Obst auch gut wächst und stellt Hilfen beim Baumschnitt.

Die Häuser der einzelnen Parzellen sind mittlerweile komfortabel, ein Gas- und Wasseranschluss ist selbstverständlich. In den Anfängen sah das noch ganz anders aus. Schutz vor schlechtem Wetter boten nur einfache Überdachungen, bevor später einheitliche Holzhütten, Steinhäuser und das erste Vereinsheim entstanden.

Auch sonst zeigen sich die Hohenlimburger gesellig: Eine Frauengruppe hat sich vor über 50 Jahren etabliert und ist nach wie vor aktiv. Vereinsfahrten werden organisiert und allerlei Feste.

Fest mit Gottesdienst

Natürlich soll auch das 75-jährige Jubiläum gefeiert werden. Drei Tage lang – vom 21. bis 23. August 2015 – laden die Kleingärtner zum Sommerfest ein. Freitags ab 18 Uhr findet ein Dämmerschoppen statt, bevor es am Samstag ab 11 Uhr zur offiziellen Eröffnung mit politischen Vertretern kommt. Zum kulinarischen Angebot mit Bratwurst und ausländischen Spezialitäten gesellt sich Musik mit DJ Mambo Berger.

Mit einem von Pfarrerin Tabea Esch von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hohenlimburg geleiteten Gottesdienst unter freiem Himmel beginnt der Sonntag ab 9.30 Uhr. Der Frühschoppen wird durch die Band „Helfer Blech“ begleitet. Eine Tombola rundet den Geburtstag ab und auch für die Kinderunterhaltung ist mit Nagelbalken, Hüpfburg, einem Schätzspiel und Dosenwerfen gesorgt.

„Der Garten freut, hilft, nährt uns und hält uns gesund. Aus traurigem Gemüt scheucht er die schweren Sorgen: Und mannigfache Freude wird dem Gärtner zum Geschenk“ – ein Zitat, das auf den Kleingärtnerverein „Auf der Heide“ hervorragend passt.