Mittelalterfest in Werdringen

Vorhalle. Mitten im Frühling – vom 21. bis 22. Mai – werden beim Mittelalterfest am Wasserschloss Werdringen edle Ritter auf ihren Rössern beim Lanzenstechen antreten, um einen Sieger zu ermitteln. Im Gegensatz zu früher braucht man heutzutage für die Teilnahme am legendären Wettstreit keinen Adelstitel, aber Mut und Protektoren.

Die Pferde trappeln nervös, die Reiter halten die Schilde vor die Brust. Mit der anderen Hand richten sie die Lanze auf den Ritter am gegenüber liegenden Ende der Reitbahn. Auf das Zeichen des Herolds galoppieren beide los – Lanzen zerbersten und Splitter fliegen. Vielleicht stürzt einer von beiden vom Pferd, aus dem Sattel gehoben vom Aufprall der Lanze des Gegners. Eine ganz normale Turnierszene, wie sie beim Mittelalterspektakel täglich zu sehen sein wird.

Rüstung mit Protektoren

Knut Klug ist einer der Ritter, die beim Lanzenstechen auf dem Gelände rund um das Wasserschloss Werdringen an den Start gehen werden. Sein Pferd, der achtjährige Appaloosa-Hengst „Ottawa Kid“  trägt eine grüne Kuvertüre, er selbst einen goldenen Helm und Harnisch. Man müsse bei der Ausrüstung die Grätsche zwischen Originalität und Funktionalität bedenken, sagt er „Früher brauchten die Ritter Stunden, um sich auf eine Tjost vorzubereiten. Sie trugen die schweren Rüstungen über einem Gambeson, das Blech wurde zum Teil vernietet und der Reiter dann mit einem Kran auf das Pferd gehoben.“

Das wäre meist nur einmal am Tage zu schaffen gewesen, so der 45-Jährige. Heute würden täglich mindestens zwei Turniere geritten, auch müssten zur eigenen Sicherheit Protektoren unter der Rüstung getragen werden, um sich vor Verletzungen bei Stürzen zu schützen. „Schließlich reiten wir ja nicht digital, sondern echt analog! Da kann wirklich mal was passieren und mit der Ausrüstung von damals mag man sich das nicht vorstellen.“

Trickreiter mit Berufung

Die Karriere des Ritters begann bereits mit 12 Jahren, als er seine Liebe für das Reiten bei einer Indianershow entdeckte. Nach einer Ausbildung als Trickreiter arbeitete er bei Cowboy- und Countryfesten, ehe er Anfang der 90er Jahre das Jahrhundert und die Region wechselte. Seither zieht er an den Wochenenden von Turnier zu Turnier. Es sei sein Beruf und seine Berufung, sagt er und „zum Glück geht es in der heutigen Zeit auch ohne dass man ein Graf von und zu ist.“ Die Rolle im Turnier ergibt sich meist von selbst.

Sie entstehe vor allem durch das Zusammenspiel der Reiter untereinander und durch die Mitwirkung des Publikums.„Man weiß deshalb nie, wie es ausgeht.“ Zweimal am Tag, Samstag und Sonntag jeweils um 13.30 und 16.30 Uhr, kann man Ritter Knut und seine Gefährten auf den Wiesen rings um das Wasserschloss beim Ritterturnier erleben.

Begleitet wird das Geschehen von einem mittelalterlichen Markt mit über hundert Ständen und von einem familienfreundlichen Unterhaltungsprogramm mit Musik, Gaukelei und Puppenspiel.

Shuttlebusse ins Vergnügen

Kostenlose Shuttlebusse verkehren am Samstag zwischen der Haltestelle Vorhalle-Mitte (Europaplatz) und dem Eingang zum Festgelände in der Brockhauser Straße und zurück. Am Sonntag fahren die Busse vom Parkplatz Weststraße über Europaplatz bis zur Brockhauser Straße und zurück. Die Brockhauser Straße ist ab Freiherr-vom-Stein-Straße bis einschließlich Schloss vollständig gesperrt, eine Umleitung wird ausgeschildert.