Mobiles Ultraschallgerät erleichtert Palliativarbeit

Hagen. Im Zusammenhang mit schwerkranken Menschen, Seniorenzentren, Hospizen oder Sterbenden ist oft die Dreibuchstaben-Abkürzung „PKD“ zu hören. Dahinter verbirgt sich ein schweres Doppelwort: „Palliativmedizinischer Konsiliardienst“.

Unterm Strich geht es hier um die Palliativmedizin – also um eine ganzheitliche Betreuung und Begleitung von Menschen, die sich im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Erkrankung befinden. Das Ziel einer jeden Palliativmedizin ist die Verbesserung der Lebensqualität, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Dabei konzentriert sich diese Medizin auf die Behandlung belastender Symptome. Das können Atemnot oder Schmerzen ebenso sein wie zum Beispiel auch Angst- und Unruhezustände. Die wichtigste Aufgabe ist es, den Leidenden – wenn erwünscht – ein Leben in gewohnter Umgebung zu ermöglichen.

Im PKD Hagen/Herdecke/Wetter haben sich spezialisierte Ärzte (Palliativmediziner) in Kooperation mit entsprechenden Pflegediensten und ambulanten Hospizdiensten zusammengeschlossen. Geschäftsführerin ist Ute Queckenstedt, Fachärztin für Innere Medizin und Palliativmedizin. Im heimischen „PKD“ arbeiten neben Ute Queckenstedt noch weitere Medizinnerinnen und Mediziner und mehrere Fachkrankenschwestern mit. Seinen Stützpunkt hat der Dienst im stationären Hospiz an der Rheinstraße. Infos gibt es unter anderem online unter www.palliativkreis.de.

Wichtiges Gerät

Der PKD ist bei seiner Arbeit natürlich auch auf Spenden angewiesen. Eine solche Spende konnten Ute Queckenstedt und ihr Team jetzt entgegennehmen: ein kleines Metallköfferchen mit einem darin enthaltenen hochsensiblen Ultraschallgerät.

Ultraschallgeräte werden in der Medizin schon seit langem eingesetzt. Die meisten Eltern können sich sicherlich gut daran erinnern, dass solche Apparate bei den werdenden Müttern in der Schwangerschaft zum Einsatz kamen. Früher hatten solche Geräte größere Ausmaße und konnten nur stationär genutzt werden.

Per Tablet

Doch die neue Generation ist ganz klein. Alles passt in ein Köfferchen und kann „mal eben“ mitgenommen werden. Neben dem eigentlichen „Abtaster“, dem „Schallkopf“, ist in dem Mini-Koffer ein handelsübliches Android-Tablet untergebracht. Mittels WLAN sind beide Teile miteinander verbunden. Eine spezielle App liefert die benötigte Software und macht quasi im Handumdrehen“ die eigentliche Untersuchungsarbeit möglich.

„Uns PKD-Mitarbeitern“, erläutert Ute Queckenstedt, „wird dieses mobile Ultraschallgerät die Arbeit erheblich erleichtern. Und den Patienten ersparen wir damit viel Ungemach. Denn Menschen, die schwer krank sind und zuhause leben, können meist nur sehr, sehr schwer zu einer Untersuchung in eine Praxis transportiert werden. Das neue, extrem leichte und problemlos mitnehm­bare Koffergerät ermöglicht uns die notwendigen Untersuchungen bei den Patienten daheim.“ Auch im Hospiz werden die Patienten von dem „Mini“ profitieren.

In Erinnerung an Barbara Scheibe

Rund 5.000 Euro hat dieser überaus sinnvolle „Apparat“ gekostet. Dass er jetzt angeschafft werden konnte, ist der „Wohlbehagen“-Mitinhaberfamilie Scheibe zu verdanken.
Die vor wenigen Monaten verstorbene Barbara Scheibe hat sich zu Lebzeiten in der Palliativ- und Hospizmedizin stark engagiert. Nach ihrem Tod war es den Nachkommen ein großes Anliegen, den PKD weiterhin zu unterstützen. Jann Scheibe, Assistent der Wohlbehagen-Geschäftsführung und Sohn der Verstorbenen, war es nun vorbehalten, das neue „Koffer-Gerät“ offiziell an den PKD zu übergeben. „Ich bin froh, dass diese Spende zustande gekommen ist“, sagt er, „schließlich wird es vielen, vielen leidenden Menschen zugute kommen.“