Modernisierung für Hagener Hauptbahnhof

Hagen. (th) Der Hagener Hauptbahnhof soll endlich modernisiert werden. Der aktuelle Zustand ist für die Reisenden unzumutbar. Besonders in Anbetracht der hohen Bedeutung für den regionalen und überregionalen Schienenverkehr ist es längst „allerhöchste Eisenbahn“, dass sich daran etwas ändert. Am Mittwoch, 11. März 2015, gingen die Verantwortlichen der Verkehrsanbieter und aus der Politik gemeinsam einen wichtigen Schritt in diesem Prozess.

Langer Weg

Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsbundes Rhein-Ruhr (VRR), übergab im Beisein von Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Karin Paulsmeyer, Abteilungsleiterin des NRW-Verkehrsministerium, einen Bewilligungsbescheid in Höhe von rund 500.000 Euro an Martin Sigmund (Deutsche-Bahn/ Leiter Regionalbereich West Station). Diese Übergabe gleicht einem Startschuss, mit dem der lange Weg der Modernisierung nun endlich beginnen kann. Erste Planungen sollen durch dieses Geld finanziert werden, insgesamt schätzt Sigmund die Dauer der Modernisierungsmaßnahmen auf sieben bis neun Jahre.

Eine lange Zeit, doch nicht anders umsetzbar – unter anderem deshalb, weil der Zugverkehr während der Bauphasen nicht komplett, sondern nur jeweils auf einzelnen Gleisen unterbrochen werden soll. Umso besser also, dass die Planungen jetzt endlich anfangen können. Husmann bezeichnete den Hauptbahnhofsumbau als eines der wichtigsten Projekte im gesamten VRR-Raum, vom Stellenwert absolut mit Bahnhöfen wie Duisburg oder Münster zu vergleichen. Er freue sich sehr, dass der tiefen Erkenntnis, dass „dringend etwas passieren musste“, jetzt auch Taten folgen.

Gesamtkosten: 32 Millionen

Auch Oberbürgermeister Schulz betonte mehrfach, wie sehr er sich darüber freue, dass der erste Schritt zur Modernisierung des Knotenpunkts nun getan sei. Kein anderes Thema habe ihn seit seinem Amtseintritt mehr verfolgt, als die Kritik am Zustand des Hagener Hauptbahnhofs – sowohl von Stadtbewohnern als auch von Außenstehenden. Er wünsche sich zwar eine schnellere Umsetzung, doch er sei realistisch was die Dauer eines solchen Projektes angeht und deshalb sei es gut und wichtig, dass nun endlich die Planungen beginnen können.

Die gesamten Modernisierungsmaßnahmen werden knapp 32 Millionen Euro kosten. Die Bahnsteige, die Treppen und die Decke der Bahnhofshalle… – alles muss erneuert und modernen Anforderungen angepasst werden. 22 Millionen Euro werden von der Deutschen Bahn und dem Bund übernommen, die restlichen knapp 10 Millionen Euro kommen vom Land. Nur durch diese Mischfinanzierung ist es möglich, die Maßnahmen in dieser Form und in dieser Zeit umzusetzen.

Modern, sicher, barrierefrei

Gemeinsame Projekte dieser Art haben bereits eine lange Tradition und Erfolgsgeschichte, berichtet Karin Paulsmeyer. Land, Bahn und VRR entwickelten sogar schon eine Art Leitfaden, der drei zentrale Elemente für den Erfolg der Umbaumaßnahmen vorsieht: Modernität, Sicherheit und Barrierefreiheit. Vor diesem Hintergrund freue sie sich sehr, auch den Hagener Bahnhof in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Im Anschluss an die Übergabe des Bewilligungsbescheides überreichte der Oberbürgermeister in der Empfangshalle historische Pläne des Hauptbahnhofs aus dem Jahr 1907 an die zuständige Bahnhofsmanagerin Dorothee Wasel. Die Halle wurde als erstes Hagener Gebäude in die offizielle Denkmalliste der Stadt aufgenommen und erst im letzten Jahr saniert. Durch diese Sanierung unter Bewahrung und teilweiser Wiederherstellung historischer Merkmale wurde sie zu einer der schönsten Empfangshallen in ganz NRW, so Martin Sigmund. Einen ähnlichen Effekt erhoffen sich die Verantwortlichen auch für die Modernisierung des eigentlichen Bahnhofs.