Sie ist fröhlich, zupackend und ein literarischer Wirbelwind – Birgit Ebbert, eine Autorin, die ihre Heimat in Hagen gefunden hat. Jetzt hat sie ihr neuestes Buch „Mords-Touren in Hagen“ vorgelegt. Ihren Doktortitel verschweigt die Pädagogin gerne einmal. Doch hier sei er erwähnt. Birgit Ebbert hat über Erich Kästner, dessen Nachkriegs-Zeitschrift Pinguin und die Erziehung der von der Nazi-Diktatur verbogenen Jugend zu Menschlichkeit und Demokratie promoviert. Eine feurige Basis für „Mords-Touren durch Hagen“. (Foto: A. Schneider)

Hagen. (as) „Guck mal, das ist ja hier wie Klein-Venedig.“ Birgit Ebbert war spontan verzaubert von der alten Stauwehranlage an der Lenne.

Auf der Pirsch nach Orten, an denen es sich gut morden lässt, schlenderte die Hagener Autorin auch durch Hohenlimburg – und entdeckte, gemeinsam mit einem Freund, das denkmalgeschützte Bruchsteinbauwerk an der Lenneuferstraße. Ein verträumter Ort, genau richtig für ein messerscharfes Verhör. Birgit Ebbert macht Hagen und die Hagener zu Krimistars. Das Wehr ist einer von vielen Flecken auf der Karte der Volme- und Lennestadt, an denen sie heftig ermitteln lässt.

Genau die richtige Bühne für Kommissar Gerd Neubert, dessen Leben ein wenig aus den Fugen geraten ist, und die pfiffige Buchhändlerin Anja Henke. „Mords-Touren in Hagen“ heißt das neueste Buch der Hagener Autorin. Darin bietet sie ihrer Leserschaft viel mehr als zehn vertrackte und kniffelige Geschichten rund um das eigenwillige Ermittlergespann.

Wer mag, kann diese Mords-Touren hautnah erleben und sich selbst auf den Weg machen. Zehn Mordfälle laden ein zu zehn Spaziergängen durch die Stadt – nach Hohenlimburg, nach Haspe, durch Boele, zum Schloss Werdringen, durch Emst, Eilpe, Dahl oder Wehringhausen, über das Elbersgelände und natürlich auch kreuz und quer durch die Innenstadt. Spaziergänge auf eigene Faust, mit oder ohne Buch zum Nachlesen sind möglich. Doch Birgit Ebbert feilt gerade an Mords-Führungen für ihre Mords-Touren.

An spannenden Ausflügen zu Fuß mit der mordlustigen Autorin – ein Mords-Gaudi. Seit zehn Jahren lebt die gebürtige Münsterländerin in Hagen. Und sie hat sich spontan in die Stadt und deren Menschen verliebt. Ihre zwei bereits erschienenen Hagen-Krimis und auch die ganz frischen Kurz-Krimis in den Mords-Touren versteht sie auch als Liebeserklärung an den Ort, der für sie längst zur Heimat geworden ist.

Buchvorstellung

Das sah am Anfang ganz anders aus. Birgit Ebbert fühlte sich als eine unter vielen. Doch dann führte sie ein Stipendium nach Albstadt in den Süden Baden-Württembergs. Als „Local VIP“ durfte sie Albstadt und die Albstädter kennenlernen und beschreiben. Ein Erlebnis, das sie auch als Autorin weiter geformt hat. „Wenn man mit diesem Blick durch die Stadt geht, fängt man an, genauer hinzuschauen“, sagt Birgit Ebbert. Sie blickte ganz genau hin, entdeckte Orte und Eigenarten in Hagen, die ihr das Herz öffneten. Einige Orte finden sich auch wieder in ihren Mords-Touren.

Apropos Mordstouren. „Wer mordet schon im Ruhrgebiet? 11 Krimis und 125 Freizeittipps“ hieß das Buch, das Birgit Ebbert vor mehr als zwei Jahren im Gmeiner-Verlag veröffentlichen durfte. „Ein Mords-Spaß“, sagt die Autorin. Und: „Schon damals hab ich mir gedacht, dass solch ein Buch auch gut zu Hagen passen würde.“ Sie überlegte, erwanderte ihre Wahlheimat, sprach mit Menschen, ersann Morde und Mörder. In Petra Holtmann vom Ardenku-Verlag fand sie eine kongeniale Partnerin. Gerade einmal sieben Monate dauerte es vom ersten Gedankenaustausch bis zum fertigen Buch. Nun liegen sie vor, die „Mords-Touren in Hagen – Krimispaziergänge zum Lesen und Nachwandern“.

Wer mehr über das Buch und die Autorin erfahren möchte, sollte sich am Samstag, 25. November, um 11 Uhr in der Thalia-Buchhandlung an der Elberfelder Straße 31 einfinden. Dort werden das funkelnagelneue Produkt aus dem Ardenku-Verlag samt Verfasserin der Öffentlichkeit vorgestellt. Bestimmt hat Birgit Ebbert ein paar Tipps für spazierfreudige Besucher parat – ein Ausflug nach Hohenlimburg oder in den romantischen Steinbruch hinter der Stadthalle vielleicht. „Ein Kleinod mitten in der Stadt“, sagt Birgit Ebbert. Sie ist sicher: „So etwas gibt es nur in Hagen.“ Das Buch umfasst 176 Seiten und kostet 12 Euro.