„Mord am Hellweg“ auf Emst?

Hagen. (lz) Das Krimi-Festival „Mord am Hellweg“ hat sich längst zum „Bestseller“ entwickelt. Vom 17. September bis zum 12. November 2016 steht es wieder auf dem Terminplan – auch in der Volmestadt. Unter dem Motto „Glaube, Liebe, Leichenschau“ stellen ausgewählte Autoren ihre in den kommenden Wochen verfassten Geschichten zu jeweils einer der teilnehmenden Städte vor. Die Autoren-Zuteilung erfolgt meist über das Zufallsprinzip. Für Hagen wurde Horst Eckert ausgewählt.

Mit Horst Eckert

Bereits seit 2002 richtet die Stadt Unna das Event rund um die Schauergeschichten aus. Seit 2006 zählt auch Hagen zu den Teilnehmern. Festivalleiterin Christiane Antons und Hagens Kulturbüroleiterin Astrid Knoche stellten jetzt die diesjährige Veranstaltung vor. Im Zentrum stand dabei natürlich Krimiautor Horst Eckert, der übrigens schon mehrfach zur Teilnahme an dem Event gebeten worden ist. Dieses Jahr schreibt er erstmals eine Kurzgeschichte über unsere Volmestadt.

Der Krimiautor, der gerade sein neues Romanprojekt „Wolfsspinne“ abgeschlossen hat, sprach von einer spannenden Geschichte, die die Teilnehmer des Festivals erwarten dürfen. „Es geht nicht darum, einen Reiseführer für Hagen zu erstellen, sondern eine unterhaltsame und unverwechselbare Geschichte zu kreieren.“ Inspiration für seine Erzählung bekam der Krimibuchautor vor allem durch Wochenkurier-Chefredakteur Michael Eckhoff, der ihm zuvor Orte wie Emst, den Steinbruch an der Stadthalle, das Villenviertel Hohenhagen und das Krematorium in Delstern näher brachte. Besonders der Saal des Krematoriums machte Eindruck auf den in Düsseldorf lebenden freiberuflichen Schriftsteller. Und wo wird der alles entscheidende Mord passieren? Nun, Emst sieht er jedenfalls als geeigneten Ort an, wo, so verriet Eckert bereits im voraus, seine Hauptfigur leben soll.

Auf keinen Fall will Eckert „Hagener Klischees“ bedienen. Und er fügt an, dass „Geschichten quer durch die Region“ – wie im Hellweg-Festival üblich – eine gute Möglichkeit seien, Orte aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. Auch Christiane Antons verwies auf den unvoreingenommenen Blick auf die Stadt: „Autoren, die von außen kommen, haben einen völlig anderen Blick. Das Spannende ist doch, wenn der Leser seine eigene Stadt erkennt, diese jedoch durch andere Augen sieht.“

Ehedrama

Wenngleich er nicht verriet, wo der Mord geschieht, offenbarte Eckert doch einige Ideen zu den wichtigsten Personen. Allgemein handelt es sich in seiner Kurzgeschichte um ein Ehedrama, das aus der Perspektive eines Mannes erzählt wird. Dessen Frau trifft wiederum auf einen Mann, der auf esoterischen Wegen wandert. Aus dieser Konstellation ergibt sich nach und nach die eigentliche Handlung. Außerdem, so verriet Eckert, spielen zwei Frauen eine dominierende Rolle.

Eckert ist gelernter Journalist. Er hat viel erlebt im Leben. Und so ist denn auch jeder Hauptdarsteller in seinen Krimis ein Teil seines Lebens: „Natürlich ist jede Figur ein Stück von mir.“ Seines Erachtens nach weist besonders das Genre der Krimiromane eine gute Möglichkeit auf, Krisenthemen – auch politische – anzusprechen, die jeden von uns etwas angehen. „Wichtig ist, wie bereits Schiller sagte, wie wir Menschen in Krisen geraten und diese überleben.“

Kriminacht

Zum Eventprogramm zählt wie im letzten Jahr neben den Lesungen der Krimireihe auch die berühmte Kriminacht im Kunstquartier. Karten gibt es ab dem 3. Februar an den allgemeinen Vorverkaufsstellen. Das genaue Programm wird, so Festivalleiterin Antons, erst im Laufe der Krimiserie vorgestellt und festgelegt.