Hagen. (MaMa) Das neunte „Mord am Hellweg“-Festival macht auch 2018 wieder Station in der Volmestadt: Der renommierte Kabarettist und Krimiautor Krischan Koch ist zuständig für den „Tatort Hagen“. Aber freiwillig, wie er versichert: „Meine Amruner Nachbarn sind aus Hagen.“ Krischan Koch wohnt in Hamburg und auf der Nordseeinsel Amrun, wo er auch seine Kriminalromane schreibt. Für die Krimi-Anthologie des seit 2002 bestehenden „Mord am Hellweg“-Festivals schreibt er 2018 einen Kurzkrimi. Die Vorgaben: Es muss ein Mord vorkommen, die Stadt im Titel ist Pflicht und auch eine bestimmte Länge ist vorgegeben. Bei dem Festival in 2018 lesen vom 15. September bis zum 10. November weit über 400 Autoren in der erweiterten Hellweg-Region und einigen Gaststädten. 23 Kurzkrimis, für die jetzt die Autoren bekannt gegeben wurden, werden außerdem in einer Anthologie („Sammlung“) veröffentlicht. Jede Geschichte spielt in einer der teilnehmenden Städte.

Im Laufe des Festivals wird der jeweilige Autor dort seine Geschichte vorlesen. Am 17. September wird außerdem die Anthologie in Hamm vorgestellt, ab September ist das Buch im Verkauf erhältlich. Neben Krischan Koch sind unter anderem auch Bernhard Aichner, Wulf Dorn, Elisabeth Herrmann, Gisa Pauly und Klaus-Peter Wolf als Autoren mit dabei. Koch war nun hier in Hagen vor Ort, um Ideen zu sammeln. Er habe vor seinem Besuch vor allem zwei Dinge über Hagen gewusst: Dass Hagen etwas mit der Neuen Deutschen Welle zu tun hat („Nena“. „Extrabreit“) und dass der Keks- und Zwieback-Fabrikant Brandt hier früher produziert hat. Bei dem Gedanken an Brandt-Zwieback kämen ihm immer gleich Erinnerungen an Magenverstimmungen hoch. „Und von Magenverstimmung zum Mord ist es gar kein so langer Weg, wie manch einer denkt“, sagt er schmunzelnd. Deshalb besichtigte er am Mittwoch zusammen mit Stadtheimatpfleger und Wk-Chefredakteur Michael Eckhoff die ehemaligen Brandt-Werke in Haspe.

„Die alte Keksfabrik ist ein idealer Schauplatz für einen Krimi“, meinte der Autor hinterher. „Es sieht wirklich schlimm aus, richtig gruselig.“ Und zum diesjährigen Titel der Anthologie passt das Thema: „Henkers.Mahl.Zeit“ heißt sie. Für das Thema, aber vor allem für die Organisation zuständig ist Dr. Herbert Knorr vom Westfälischen Literaturbüro in Unna – zusammen mit Sigrun Krauß (Bereich Kultur der Kreisstadt Unna). Vor Ort an der Volme kümmert sich Astrid Jakobs (Kulturbüro) um das Festival. „Gelesen“ wird im Herbst 2018 wahrscheinlich im Kunstquartier und vielleicht auch im „Hasper Hammer“.