Mozartwettbewerb startet zum zweiten Mal durch

Hagen. (AnS) Durchatmen, einfach mal durchatmen, obwohl das große Ereignis noch bevorsteht: Was die Organisatorin des Hagener Mozartwettbewerbs, Hildegard Schiller, in den letzten Wochen durchgemacht hat, war mehr als nervenaufreibend. Denn die Veranstaltung des Vereins „Internationales Kammermusikfestival“ stand kurz vor dem Aus.

Hildegard Schiller kann aufatmen: Der Mozartwettbewerb findet vom 27. Dezember bis 4. Januar statt. (Foto: Anja Schade)
Hildegard Schiller kann aufatmen: Der Mozartwettbewerb findet vom 27. Dezember bis 4. Januar statt. (Foto: Anja Schade)

„Uns wurden der Veranstaltungsort unserer Konzerte als auch die Übungsräume kurzfristig abgesagt“, erzählt sie. Aber Hildegard Schiller steckte trotz der Hiobsbotschaft den Kopf nicht in den Sand, sondern setzte alle Hebel in Bewegung. Jetzt steht die Musikschule in der Dödterstraße trotz der Ferien zum Üben und für Vorspiele zur Verfügung. „Eine Mitarbeiterin verzichtet auf ihre Ferien und schließt die Räume auf“, freut sich Schiller und dankt auch allen anderen für ihren unermüdlichen Einsatz und das Engagement, Ersatzorte zu finden und Spenden zu acquirieren. Die Konzerte finden nun nicht – wie ursprünglich geplant – in der Johanniskirche statt, sondern in der Kirche Am Widey und in der Emmaus-Gemeinde auf Emst. Schiller kann aufatmen: „Der Wettbewerb ist gerettet.“

Der erste Wettbewerb im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg. Und auch in diesem Jahr ist das Interesse wieder groß. „52 Teilnehmer aus aller Welt haben sich angemeldet“, freut sich Hildegard Schiller. Aus allen Herren Länder kommen die Musiker, so sind neben Deutschen – und sogar einer Hagener Sängerin – auch Spanier, Russen und Asiaten dabei. Ein Geiger aus Korea ist gerade mal sieben Jahre alt. Zu hören ist klassische Musik sowie Jazz. Die Vorspiele werden von einer hochkarätigen Jury, unter anderem mit Marcello Abbado, bewertet. Den drei Besten winkt ein Gastauftritt bei einem Konzert in der Staatsphilharmonie Nürnberg bei Generalmusikdirektor Marcus Bosch. Geplant ist zudem mit den Gewinnern der einzelnen Kategorien ein weiteres Konzert im Sommer mit der Hagener Philharmonie und GMD Florian Ludwig.

Klavier, Bariton und Geige

Jetzt stehen in den kommenden Tagen aber erst einmal mehrere Musikschmankerl des Mozartwettbewerbs auf dem Programm, der Beginn liegt immer bei 19.30 Uhr.

Los geht es am Sonntag, 27. Dezember 2015, in der Kirche Am Widey: Zu hören ist „Die Winterreise“ von Franz Schubert, die mit Bildern von Marianne Piepenstock untermalt wird. Am Klavier begleitet wird Bass-Bariton und Jurymitglied Daniel Lichti von Roland Pröll.

Montag, 28. Dezember, geht es mit einem Konzert für Violine und Klavier weiter. Auf dem Programm stehen Werke von Brahms und Schubert, interpretiert von Roland Pröll und dem italienischen Geiger Robert Sechi, der schon im letzten Jahr sein Publikum verzauberte.

Jazz mit Weber

Im neuen Jahr, am 3. Januar 2016, freut sich der Verein auf ein Jazzkonzert in der Emster Emmaus-Gemeinde, Bergruthe 3, mit dem Jazzpianisten und Echo-Preisträger Florian Weber. Gespielt werden Variationen über Themen von Wolfgang Amadeus Mozart. Als Abschluss sind die Hagener zum Konzert der Preisträger am Montag, 4. Januar 2016, auf Emst eingeladen.

Karten können für alle Veranstaltungen unter E-Mail schilleraufemst@gmail.com bestellt oder für Kurzentschlosse an der Abendkasse erworben werden.