Museum total!

Dr. Friedrich Killing ist froh: Endlich erstrahlen die alten Türen am 200 Jahre alten Adelshaus Dahl wieder im restaurierten Glanz - und dies pünktlich zur „Ersten Hagener Museumsnacht“ am Freitag. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) Dr. Friedrich Killing ist froh: Endlich erstrahlen die alten Türen am traditionsreichen Adelshaus Dahl wieder im neuen Glanz. Während die Haupteingangstür von „A bis Z“ mit Hilfe eines örtlichen Experten restauriert werden konnte, bekamen einige Keller-/Nebeneingänge sogar gänzlich neue Türen. Dafür griff Killing – Vorsitzender der „Stiftung Haus Dahl“ – natürlich nicht auf ein x-beliebiges Holz zurück, sondern auf Eichenholz aus dem eigenen Wald. Diese Eichen waren einst von einem Vorfahren Friedrich Killings gepflanzt worden – wobei dieser Vorfahr, Max Gerstein (1856-1937), Syndikus der Handelskammer zu Hagen, seinerzeit Eigentümer das Hauses Dahl und des umgebenden umfangreichen Landbesitzes war.

Womit sich der Kreis schließt.

Lange Zeit gehörte das vor zwei Jahrhunderten auf einem wahrscheinlich mittelalterlichen Kern neuerrichtete Adelshaus der hiesigen Volksbank. Doch inzwischen ist es Eigentum der Stiftung. Sie trägt zum einen die Verantwortung dafür, dass das Adelshaus erhalten bleibt. Und zum anderen betreibt sie im Nachbarhaus ein kleines Heimatmuseum. Natürlich wird auch das Dahler Museum am Freitag, wenn im Rahmen der „Lokal-Helden-Woche“ erstmals in Hagen eine „lange Museumsnacht“ stattfindet, Schauplatz von Führungen und Besichtigungen sein (zwischen 18 und 21 Uhr). Killing: „Auf einem mit der spannenden Geschichte der Dahler Adelsgeschlechter gespickten Rundgang durch den Ortskern folgt eine circa 30-minütige Kurzbesichtigung der Vormann-Brauerei.“ Schade ist indes, dass nur maximal 20 Personen an einer Tour teilnehmen können – und diese Personen mussten sich im Vorfeld anmelden.

Nicht nur Museen

Aber wer am Freitag die Hagener Museen unter die Lupe nehmen will, kommt vielerorts auf seine Kosten. Die Palette reicht von den Galerien „Zaar – Kunstkontor“ in Wehringhausen (Södingstraße 16), „Hagenring“ in Eilpe (Eilper Straße 73) und „Kunsthaus“ in der City (Hochstraße 76) über das Historische Centrum (samt Stadtarchiv) und Schloss Werdringen bis hin zum Brandt-Zwiebackmuseum, Freilichtmuseum, Osthaus-/Schumacher-Museum, Hohenhof und Schloss Hohenlimburg. Auch die Kooperative K in Haspe, Karlstraße 26, und die Stadtbücherei auf der Springe sind mit von der Partie. Viele dieser Einrichtungen locken mit abend- und nächtlichen Führungen.

Beispielsweise kann man sich auf die Spuren der ältesten Westfalen im Stadtmuseum begeben: Die Kurzführung „Steinzeit“ behandelt die wichtigsten Objekte der Ausstellung „Das Geheimnis der Blätterhöhle“ (stündlich zwischen 19 und 23 Uhr).

Rund um das zweimal gebackene Brot geht es in der Ausstellung „Brandts kleine Zwiebackwelt“. In der Führung bekommen die Gäste nicht nur etwas zu hören und zu sehen, sondern auch zu schmecken (18 bis 23 Uhr halbstündlich). Und wie die Stadtbücherei funktioniert, erfährt man dort in einer Führung um 18 Uhr. Künstlergilde-Mitglied Christel Krones demonstriert überdies zwischen 15.30 und 17.30 Uhr die Wachsmaltechnik „Encaustic“.

Bei einem Gang durch die Schlossgärten der einzig erhaltenen Höhenburg Westfalens hat man in Hohenlimburg einen phantastischen Blick auf die Umgebung (19 Uhr). Wer mehr über „Schloss Hohenlimburg im Barock“ hören möchte, sollte den Vortrag um 19.30 Uhr nicht verpassen.

Dutzende Mitmachaktionen für Kinder bietet schon tagsüber das Museumsfest „Von der Steinzeit ins Mittelalter - STEINlive“ im Wasserschloss Werdringen. (Foto: Historisches Centrum)

Für Kinder

Und wenn Kinder die Ausstellungen und Museen am Freitag nicht verlassen wollen, ist das wirklich kein Wunder: Denn viele Häuser bieten Familien ein attraktives Programm zum Mitmachen. Nicht leicht, sich da zu entscheiden!

Das Stadtmuseum lässt die Knochen klingen: Mit viel Witz und leicht verständlich erläutert eine Erlebnisvorführung Erkenntnisse aus der Steinzeit, gibt Einblick in archäologische Methoden und stellt den ältesten Westfalen  vor.

In den Werkstätten des LWL-Freilichtmuseums wird ausnahmsweise bis Mitternacht gearbeitet. Große und Kleine können beim Stuhl- und Rahmenflechten zuschauen, in der Gelbgießerei erleben, wie aus Sand hergestellte Formen mit flüssigem Metall ausgegossen werden oder in einem Nagelschmiede-Workshop selbst Hand anlegen. Eine Gute-Nacht-Geschichte unter freiem Himmel spielt das Theater Wundertüte zusammen mit dem Kulturzentrum Lichtburg aus Wetter: Bei den „Märchen aus 1001 Nacht“ dürfen auch Erwachsene gerne zuschauen (19.30, 21.30 Uhr). Für ganz Mutige ist die Taschenlampen-Führung durchs Freilichtmuseum das Richtige (22.45, 23.30 Uhr).

STEINlive

Dutzende Mitmachaktionen für Kinder bietet schon tagsüber das Museumsfest „Von der Steinzeit ins Mittelalter – STEINlive“ im Wasserschloss Werdringen. Zwischen 12 und 17 Uhr können Kinder u.a. mit selbst hergestellten Farben unter die Höhlenmaler gehen, Steinzeitschmuck basteln – oder sich in einer Steinzeitdisco austoben. Nach 18 Uhr geht das Kinderprogramm im Wasserschloss weiter – u.a. mit Rüstungen zum Anprobieren -, während beim mittelalterlichen Spektakel vor dem Schloss Jonglage und Artistik zu bestaunen sind.

Für jedes Familienmitglied etwas bietet auch das Programm in Schloss Hohenlimburg: Nach Schnupperkursen in Tai Chi und Qi Gong (18 Uhr) und Speerschleudern (19 Uhr) lockt ein Fackelrundgang mit dem Nachtwächter (22.30 Uhr).

Selbst kreativ werden können Kinder und Jugendliche im Jungen Museum des Osthaus-Museums (18-22 Uhr). Wer gerne liest und schreibt, ist bei der Schreibwerkstatt der Stadtbücherei für Acht- bis Zwölfjährige gut aufgehoben (17 Uhr).

Kombi-Tickets

Alle teilnehmenden Orte können mit nur einem einzigen, preisgünstigen Ticket, dem so genannten Kombi-Ticket, besucht werden. Das gilt sowohl als Eintrittskarte als auch als Fahrschein für die Sonderbusse, die eigens von der Hagener Straßenbahn AG zur Museumsnacht eingesetzt werden (Sonderbus-Linien 1 bis 7).

Das Kombi-Ticket berechtigt darüber hinaus auch zur Nutzung aller Busse und Bahnen (2. Kl.) des VRR in der Preisstufe B ab Hagen (VRR-Tarifgebiet 58) ganztägig am 23. Juli und am 24. Juli bis 3 Uhr morgens. Die Besucher können also bequem mit dem ÖPNV an- und abreisen und sich während der Museumsnacht von einem Ort zum anderen bringen lassen.

Das Kombi-Ticket kostet 9,50 Euro, 8  Euro ermäßigt und 3 Euro für Kinder (6-14 Jahre). Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt. Wer sein Ticket bis einschließlich Mittwoch, 21. Juli, kauft, kommt in den Genuss des Vorverkaufs-Vorteils: Reguläre Tickets, die bis zu diesem Kaufdatum erworben werden, kosten anstelle von 9,50 Euro nur 8 Euro. Am Veranstaltungstag selbst werden zudem in den Bussen der Hagener Straßenbahn AG sowie an den Abendkassen der Veranstaltungsorte Kombi-Tickets verkauft.

Armbänder

Noch ein Hinweis zu den Kombi-Tickets: In den Kunden-Centern und Bussen der Hagener Straßenbahn AG werden ausschließlich Papiertickets ausgegeben, die in der Museumsnacht am zuerst besuchten Veranstaltungsort in Armbänder umgetauscht werden. Bei allen anderen Vorverkaufsstellen und Mitveranstaltern ist das Ticket von vornherein ein Eintritts-Armband.

Ein besonderes Bonbon – insbesondere für Familien mit Kindern, die noch zu jung sind, um die Hagener Museumsnacht bis zum Schluss genießen zu können – ist noch Folgendes: Das Ticket zur Hagener Museumsnacht gewährt am 23. Juli in der Zeit von 12 bis 17 Uhr auch Zutritt zum Museumsfest „Von der Steinzeit ins Mittelalter – STEINlive“ rund um das Museum für Ur- und Frühgeschichte in Werdringen/Vorhalle.

Sonderbusse

Alle 17 Veranstaltungsorte der Museumsnacht werden von sieben Sonderbus-Linien angefahren. Die Linie 1 verbindet Hauptbahnhof, Stadtmitte, Stadtbücherei, Histor. Centrum Hagen, Eilpe und Bahnhof Hohenlimburg. Die Linie 2 pendelt zwischen Bahnhof Hohenlimburg und Schloss Hohenlimburg. Mit der Linie 3 erreicht man vom HBF aus kommend das Kunstquartier, die Stadtbücherei, das Stadtmuseum und das LWL-Freilichtmuseum (und zurück). Linie 4 fährt ab Stadtmitte über HBF, Altenhagener Brücke und Vorhalle zum Wasserschloss Werdringen und zurück. Zum Druckzentrum in Hagen-Bathey kommt man mit der Linie 6 (über HBF, Altenhagener Brücke und Boele Markt). Auf der Route der Linie 7, die in Eilpe startet, liegen Dahl, Histor. Centrum (Stadtmuseum) und der Hohenhof. Die Busse fahren in der Zeit von kurz vor 18 Uhr bis ca. 0.45 Uhr im 30- oder 60-Minuten-Takt. Die genauen Fahrzeiten sind im Programmheft der Museumsnacht detailliert aufgeführt (erhältlich unter anderem in der Hagen-Touristik)

Also, auf, auf zur „Ersten Hagener Museumsnacht“ am Freitag, 23. Juli, von 18 bis 24 Uhr mit 17 Veranstaltungsorten und über 100 Veranstaltungen!