Nach Krebs: Reha-Sport geht auch im Verein

Wenn sich der Rehakurs anfühlt wie ein ganz normaler Sport im Verein

Wenn sich der Rehakurs anfühlt wie ein ganz normaler Sport im Verein, kann das auch das Wohlbefinden steigern.
(Foto: Landessportbund NRW/Andrea Bowinkelmann)

Haspe. (san) „Vor Wut habe ich geheult“ liest es sich in dem Erfahhrungsbericht der Frau, die ihren Brustkrebs besiegt hat. Bloß die zwei Kilometer mit dem Rad zur Schule ihrer Tochter wie sonst auch – doch nach der Chemo ging nichts mehr. Das Gift wirkte bis in die Muskelzellen, besonders die Brustmuskulatur und die Oberarme waren völlig geschwächt.
Ähnlich berichtet auch der behandelte Lungenkrebspatient, der nach weniger als 20 Minuten laufen bereits völlig schlapp aufgeben musste.
Möglich beim TSV Berge
Dass man sich nach ausgestandener Krebsbehandlung einfach nur schonen soll, ist eine mittlerweile überholte Meinung. Die positiven Auswirkungen von Sport in der Krebsnachsorge sind nicht von der Hand zu weisen. Ein Rehakurs nach Krebs beim Sportverein vor der Haustür – damit beschreitet der TSV Berge-Westerbauer mal wieder neue Wege.
Mit Blick auf die Zielgruppe Krebsbetroffener ­ermöglicht die speziell ausgebildete Übungsleiterin Anke Tauer den Einstieg in ein vom Landessportbund NRW zertifiziertes Krebsnachsorge-Sportangebot im BiB, Vollbrinkstraße 3.
Am 14. September, ab dann immer donnerstags von 19 bis 19.45 Uhr, startet das moderate Ausdauertraining, ergänzt durch funktionelle Gymnastik und Entspannungsformen. ­Hilfestellungen für den Alltag gibt es obendrein.
Spaß und Austausch
„Durch dieses Kursangebot sollen die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit gesteigert und die psychischen Kräfte mobilisiert werden. Spaß an der Bewegung ist selbstredend“, freut sich BiB-Abteilungsleiterin Eveline Lausch, eine solche Rehasport-Gruppe ins Leben rufen zu können. Durch den Sport können die Teilnehmer die positive Wirkung von Bewegung, Sport und Spiel, die Freude an Sport in der Gruppe erleben und die Möglichkeit nutzen, sich auszutauschen. Zudem soll das Angebot ­helfen, möglichst schnell und vollständig in das alltägliche, soziale oder auch berufliche Leben zurückzukehren.
Mit Verordnung
Voraussetzung, um an dem Kurs des TSV Berge-Westerbauer teilzunehmen ist eine ärztliche Verordnung für Rehabilitationssport Krebsbetroffener. Diese muss vor Kursbeginn von der Krankenkasse bzw. dem Rentenversicherungsträger genehmigt werden. Die Kosten werden in der egel von den Versicherungen übernommen. Zudem ist eine Voranmeldung unbedingt erforderlich bei Eveline Lausch unter Tel. 02331 / 4849721.