Nächtliche Besetzung der Polizeiwachen

Hohenlimburg. Im Streit um die nächtliche Besetzung der Polizeiwachen in Hohenlimburg und Haspe kann die Ratsgruppe Bürger für Hohenlimburg/Piraten Hagen auf die Unterstützung der Landtagsfraktion der Piraten zählen.
Bei einem Besuch im Düsseldorfer Landtag sprachen die Ratsherren Frank Schmidt und Thorsten Kiszkenow mit dem stellvertretenden Piraten-Fraktionschef Frank Herrmann, der auch Sprecher seiner Partei im Innenausschuss ist.
Frank Schmidt erläuterte dem Abgeordneten die umstrittenen Planspiele im Polizeipräsidium Hagen, die nächtliche Polizeiwachenbesetzung in Hohenlimburg und Haspe zusätzlichen Streifenwagen zu opfern.
Mehr Sicherheit
Argument der Polizeiführung sei, dass Beamte auf Streife mehr für die Sicherheit tun könnten als Beamte im Wachdienst. „Das bedeutet aber auch, dass sich diese Beamten nicht mehr zwingend in Hohenlimburg oder Haspe vor Ort aufhalten. Die Bürger fühlen sich allein gelassen; der Trend zur Selbstbewaffnung und zum ‚Kleinen Waffenschein‘ wird dadurch weiter gefördert“, so Schmidt: „Die traurigen Ereignisse in Berlin werden diese Entwicklung noch beschleunigen. Gerade jetzt aber muss alles getan werden, um das Vertrauen der Bürger in ihre Polizei zu stärken.“
Vertrauen und Sicherheit
„Vom Grundsatz her ist vor allem echte Sicherheit wichtig. Wenn aber ein schwindendes Vertrauen der Bürger in die Polizei die Konsequenz hat, dass durch einen Trend zur Selbstbewaffnung neue Gefahren herauf beschworen werden, dann muss man dem Rechnung tragen. Letztlich sollten sowohl die flächendeckende Vorhaltung von auch nachts besetzten Polizeiwachen und obendrein eine ausreichende Zahl an Streifenwagen realisiert werden“, fasst Herrmann seine Auffassung zusammen.
Kein Rückzug
Herrmann wird diesen Standpunkt auch vertreten, wenn der Innenausschuss des Landes NRW im Januar auf Antrag der CDU das Thema Polizeiwachen erörtert. „Die CDU wird die landesweite Diskussion um die Polizeiwachen im Wahlkampf stark thematisieren“, glaubt er: „Einen Rückzug der Polizei aus der Fläche darf es nicht geben.“
Frank Schmidt und Thorsten Kiszkenow hoffen, dass sich diese Auffassung auch im Präsidium Hagen durchsetzt.