Nationalmannschaft in Halden

Hagen. (san) „Ich würde gerne noch den WM-Titel beim nächsten Mal verteidigen.“ Das sagte Olaf Machelett, TSV-Hagen-1860-Kapitän, dem Wochenkurier seinerzeit, nachdem er als frischgebackener Weltmeister von der Faustball-WM in Wien zurückgekommen war.

Inzwischen sind vier Jahre vergangen. Mittlerweile ist er mit dem Team der deutschen Nationalmannschaft auch amtierender Europameister. Und der Wunsch des Hagener Faustball-Profis geht nun tatsächlich in Erfüllung. Bundestrainer Olaf Neuenfeld hat ihn in den nur zehn Köpfe zählenden Kader für die vom 14. bis 22. November 2015 währende Weltmeisterschaft in Argentinien geholt.

Abwehrspieler mit der Nummer 6 ist der Hagener Olaf Machelett. Er hat den Weltmeistertitel vor vier Jahren mit nach Deutschland gebracht und verteidigt ihn nun. (Foto: DFBL/Schönwandt)
Abwehrspieler mit der Nummer 6 ist der Hagener Olaf Machelett. Er hat den Weltmeistertitel vor vier Jahren mit nach Deutschland gebracht und verteidigt ihn nun. (Foto: DFBL/Schönwandt)

Nach drei Lehrgängen im erweiterten Bundeskader und drei Länderspielen, die drei Siege für Deutschland brachten, wurde der 29-Jährige dann Anfang August nominiert. „Ich denke, dass ich mittlerweile zu den älteren Spielern gehöre und der Trainer meine Erfahrung schätzt,“ glaubt Machelett. Die Altersspanne der Nationalspieler reicht von 19 bis 33 Jahre. Aus dem Team der Zehn sind sieben aus dem alten Kader, „so sind wir seit der letzten WM 2011 noch enger zusammengerückt“, beurteilt der Hagener Abwehrspieler die aktuelle Lage.

Profis in Halden

Von der Qualität der Mannschaft können sich die Hagener nun selbst überzeugen: Am 19. und 20. September gibt es unter der Leitung von Bundestrainer Neuenfeld ein vorbereitendes Trainingslager auf dem Sportplatz „Im alten Holz“. Durch eine Kooperation des TSV 1860 mit dem TuS Halden-Herbeck ist dies möglich. „Die Haldener haben den einzig geeigneten Faustballplatz hier – schön grün und nicht buckelig.“ Und: Hagen liegt für die Nationalspieler relativ zentral. Einige Spieler kommen aus dem hessischen Pfungstadt, wo ein weiteres Trainingslager abgehalten wird, und aus Schweinfurt, den weitesten Weg haben die Männer aus Berlin und Rosenheim. Das Mercure-Hotel als Sponsor wird die Mannschaft kostenlos nächtigen lassen.

Am Samstag, 19. September 2015, gibt es ab 16 Uhr ein Turnier, bei dem auch eine Mannschaft des TSV Hagen 1860 teilnehmen wird. Der Eintritt ist frei. Auch die anderen Trainingseinheiten können besucht werden. „Vielleicht mal eine gute Gelegenheit für alle, die den Faustballsport beschnuppern wollen – aber natürlich auch die Möglichkeit, Profis hautnah zu erleben,“ freut sich der Heimatkapitän. Zur Delegation gehört übrigens mit Mannschaftsarzt Dr. Andreas Schmitz ein weiterer Hagener.

Faustball, dem Volleyball ähnlich, wird in Deutschland von rund 40.000 Menschen gespielt. Neben den besonders in dieser Sportart starken Ländern wie Österreich und der Schweiz ist Deutschland nun auf der Überholspur. Erst im Juli hat die deutsche U18 bei der Europameisterschaft völlig überraschend den Titel geholt.

Alles neben dem Beruf

Obwohl Profis, ist es für die Spieler immer ein Balanceakt, Training und Spielzeiten, Fitness-, Kraft- und Ausdauertraining mit dem Beruf in Einklang zu bringen. „Mein Chef muss mir gut gewogen sein,“ so Ingenieur Olaf Machelett, „meine 30 Tage Urlaub sind schon völlig ausgereizt.“ Und natürlich müssen auch die Familien hinter dem Sport stehen. „Ohne die Unterstützung und das Nachsehen meiner Frau wäre all das nicht möglich.“ Bevor es zur WM nach Cordoba geht und die unmittelbare Vorbereitung in Rosario startet, gibt es die beiden Trainingslager in Deutschland sowie ein weiteres in der Türkei.

Siegessicher

Olaf Machelett ist glücklich, „zum Ende meiner Nationalmannschaftslaufbahn“ die ganze Mannschaft gar noch vor die Haustür holen zu können, bevor er mit ihr zum zweiten Mal den Weltmeistertitel holen wird. Denn, da gibt es für ihn keinen Zweifel: „Deutschland macht’s!“