Natürlich gestählter Körper

Hohenlimburg. (anna) Tagsüber verbringt der Hohenlimburger Klaus Timreck seine Zeit mit schwerer körperlicher Arbeit auf Baustellen, abends stemmt er noch Gewichte. Warum? Mit 56 Jahren hat der Selbstständige aus dem Bautenschutzgewerbe Mitte Oktober erfolgreich an der „10. Deutschen Natural Bodybuilding Meisterschaft“ mit insgesamt 168 Athleten in Werdau in Sachsen teilgenommen und in seiner Klasse immerhin den 5. Platz erreicht.

Klaus Timreck konnte in den letzten Jahren nur gelegentlich trainieren, daher hatte er auch einiges an Gewicht zugelegt. Im Mai 2012 wog er noch 117,5 Kilogramm und wies einen kugelrunden Bauch auf. „Den bekommst du nicht mehr weg“, behaupteten seine Freunde, die das Bauch-Schicksal mit ihm teilten. „Das hat mich natürlich angespornt, dem Speck den Kampf anzusagen“, berichtet der Athlet.

Bei der Gewichtsüberprüfung vor dem Wettkampf wog er nur noch 90,4 Kilogramm. Insgesamt hat er über ein Jahr durchgehend nach einem harten Arbeitstag dafür trainiert – sechs Mal die Woche. Er wollte es noch einmal wissen und es allen zeigen, die bereits viele Jahre durchtrainieren. So auch die anderen Teilnehmer der Meisterschaft, die sich „seit ewig“ für diese Wettkämpfe abquälen. „Ich war einer der Kernigsten in meiner Altersklasse“, freut sich Timreck, „so wie es bei einem Kraftsportler sein sollte“.

Natürliches Bodybuilding…

…ist ein Bodybuilding-Bewegung, bei der die Bodybuilder ganz auf leistungssteigernde Drogen oder Dopingmittel verzichten. Das schließt zum Beispiel die Verwendung von Substanzen wie Insulin und von menschlichen Wachstumshormonen aus. Am Tag vor der Meisterschaft wurden deshalb bei jedem Athleten ein Dopingtest mit einem Lügendetektor, eine Haaranalyse, stichprobenmäßige Blutproben und ein Urintest durchgeführt. „Zwei Bodybuilder wurden nach der Untersuchung disqualifiziert“, berichtet Timreck und schüttelt entsetzt mit dem Kopf.

Er jedenfalls will der Jugend beweisen, dass man einen gesunden muskulösen Körper durch Trainingsfleiß und die richtige Ernährung aufbauen kann. Alkohol und Zigaretten sind dabei ein „No go“. Dopen kann jeder und es schadet der Gesundheit, ist er überzeugt.

Amüsant fand Timreck seine Körperhaar-Entfernung, die von zwei Kosmetikerinnen gleichzeitig mit Heißwachs nicht gerade schmerzfrei ausgeführt wurde. Denn ein gestählter Wettkampfkörper muss sich haarlos präsentieren.

Stolz war er dann, als er mit einer Medaille für den 5. Platz nach Hause fahren konnte. Beim Sauerland-Pokal in der Stadthalle hatte Klaus Timreck bereits den 3. Platz erringen können. Jetzt will er erstmal mit dem Training so weitermachen, auch wenn tagsüber genug körperliche Arbeit auf ihn wartet. Erfolg spornt eben an…