Nettes Plätzchen im Heim

Hagen. (anna) „Leser sagen Danke“, so heißt die neue Serie im wochenkurier. Heute bedankt sich die 68-jährige Waltraud Fischer aus Boelerheide.

Waltraud Fischer ist gerade vom Bergischen Ring in ein Boelerheider Pflegeheim gezogen und fühlt sich dort sehr wohl. Jetzt hat sie ein Apartment mit Terrasse und kann so endlich wieder vor die Türe treten. (Foto: Anna Linne)

Ihr Leben lang hat Waltraud Fischer hart gearbeitet und sich – nach eigenem Bekunden – gut um ihre beiden Töchter gekümmert. Sie lebte 13 Jahre lang in einer Parterrewohnung am Bergischen Ring – gegenüber der Feuerwache -, wo sie Tag und Nacht kaum Ruhe fand. „Wenn die Lastwagen an der roten Ampel standen, war mein Wohnzimmer dunkel. Zuletzt lebte ich nur noch in der nach hinten hinaus liegenden Küche“, erinnert sich Waltraud Fischer, die in den letzten fünf Jahren nicht einmal ihre Wohnung verlassen konnte. Denn vor sechs Jahren erkrankte sie an Arthrose in den Kniegelenken und bekam eine schwere Diabetes mit offenen Beinen. Ihre Töchter, so meint sie, seien mit ihrer Krankheit nicht klargekommen. „Sie distanzierten sich langsam von mir. Meinen Enkel habe ich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Das ist schlimm für mich.“

„Wunderbar“

Es waren die Menschen vom Gesundheits- und Sozialpflegerischen Zentrum der Caritas, die ihr das Leben überhaupt erst wieder ermöglichten. Ihr Hausarzt Dr. Christoph Henrichs stellte den Kontakt her, als es Waltraud Fischer immer schlechter ging. „Das ist ein toller Arzt, der Tag und Nacht für mich da ist und sei es nur am Telefon“, so die 68-Jährige. Heike Eikelmann vom Gesundheitszentrum in der Finkenkampstraße sowie Carola Bettermann von der zugehörigen Betreuungsstelle kümmerten sich schließlich um die schwer gehbehinderte Frau. „Sie haben mir den Mut zum Leben wiedergegeben. Ich bekam eine Haushalts- und Einkaufshilfe und eine morgendliche Pflege. Es war wunderbar.“

Der Einkaufshilfe, Frau W., möchte Waltraud Fischer besonders danken. „Sie erfüllte mir jeden Freitag meine Wünsche und hat für Abwechslung in meinem Speiseplan gesorgt. Sie war immer für mich da und hat mich getröstet. Ebenso eine Ehrenamtlerin der Caritas, Frau H., sie besuchte mich jeden Donnerstag für zwei Stunden. Auch wenn es ihr selber gar nicht gut ging, war sie meinen Problemen gegenüber immer aufgeschlossen.“

„Wieder glücklich“

Vor fünf Wochen befand sich Waltraud Fischer in einem so schlimmen seelischen Tief, dass sie lauthals rief: „Gott, warum quälst du mich so?“ Die Betreuer handelten daraufhin sofort und suchten einen Heimplatz für Waltraud Fischer. Sie sollte weiterhin selbstbestimmt leben können, nicht mehr allein sein und gleichzeitig gut versorgt werden. Schnell fand man ein freies Apartment mit Terrasse in einem Pflegeheim in Boelerheide. In nur fünf Tagen war alles geklärt und die 68-Jährige zog in ihr neues Zuhause. Jetzt ist sie nur noch glücklich, denn sie atmet erstmals seit vielen Jahren frische Luft. „Gestern habe ich das erste Mal seit sechs Jahren wieder frische Kartoffeln gegessen“, erzählt sie unter Tränen, „so lange konnte ich sie nicht mehr schälen.“

„Ich danke allen, die mir geholfen haben. Jetzt habe ich wieder Freude am Leben.“ Nur ihren Enkel möchte sie noch einmal drücken dürfen…

Danke sagen

Kennen auch Sie jemanden, bei dem Sie sich gerne bedanken würden? Haben auch Sie jemanden, der sehr nett zu Ihnen war oder Ihnen geholfen hat? Vielleicht erinnern Sie sich an einen netten Busfahrer oder Müllwerker, eine nette Verkäuferin oder einen freundlichen Handwerker. Auch wenn die Person, bei der Sie sich bedanken wollen, aus der Familie oder dem Freundeskreis stammt, melden Sie sich: Telefon 02331/ 92255-27 oder E-Mail: redaktion@wochenkurier.de.