Neue Broschüre zur Baukunst in Hagen

Hagen. (ME) Wenn es in Hagen um Kunst geht, darf ein Name nie fehlen: Karl Ernst Osthaus. Der schwerreiche Enkel des Schraubenfabrikanten Wilhelm Funcke gründete 1902 ein privates Museum in der Volmestadt, dem er den aus der nordischen Sagenwelt stammenden Namen „Folkwang“ gab. Es war seinerzeit das erste Museum für zeitgenössische Kunst in Deutschland und somit eine geradezu visionäre Einrichtung.
Neunzehn Jahre nach der Folkwang-Eröffnung starb Osthaus. Der Bestand an Kunstwerken wurde 1921 von den Erben nach Essen verkauft, im Museumsgebäude an der Hochstraße entstanden Büros der Elektromark. Knapp dreieinhalb Jahrzehnte später übernahm die Stadt Hagen das Gebäude und richtete darin das Karl-Ernst-Osthaus-Museum ein, das heute nur noch „Osthaus-Museum“ heißt.

Während das Äußere des Museumsbaus um 1900 in überaus konventionellen Formen errichtet wurde, gelang im Inneren der „große Wurf“: Der junge Mäzen Karl Ernst Osthaus holte im Jahr 1900 den just weithin berühmt gewordenen Henry van de Velde an die Volme. Van de Velde, ein belgischer Architekt und Formgestalter (heute würden wir von „Designer“ sprechen), der übrigens lange Zeit auch in Weimar tätig war, schuf in Hagen eine Inneneinrichtung in den um 1900 noch überaus modernen Jugendstilformen.
Bereits wenige Jahre später wandten sich van de Velde und Osthaus vom Jugendstil immer mehr ab. An der „Nahtstelle“ der weiteren Entwicklung in Richtung Moderne und Funktionalismus („Bauhaus“) schufen sie zwischen 1906 und 1908 gemeinsam den berühmten Osthaus-Landsitz „Hohenhof“ in Eppenhausen.
Hagener oder auch Besucher unserer Stadt, die eine relativ kurze Beschreibung dieser für die nordrhein-westfälische Architekturgeschichte so wichtigen Phase („Hagener Impuls“) lesen möchten, werden jetzt in einer neuen Broschüre fündig.

In der Reihe „Westfälische Kunststätten“, herausgegeben vom Westfälischen Heimatbund, haben Wochenkurier-Chefredakteur Michael Eckhoff (Autor, Stadtheimatpfleger) und Stefan Fuhrmann (Fotograf, Hagener Heimatbund) die Broschüre „Karl Ernst Osthaus und Henry van de Velde in Hagen“ erarbeitet. Beide haben sich mit dem Thema „Osthaus“ schon oft beschäftigt, so zum Beispiel auch im Buch „Jugendstil und mehr in Hagen“ des heimischen Ardenkuverlags.
Erhältlich ist die Broschüre zum Preis von 3 Euro unter anderem in der Hagen-Info, Körnerstraße, und im Osthaus-Museumsbuchshop an der Hochstraße