Neue Heimat in der Volmestadt

Hagen. (hc) Adnan Abdullah ist vor dem Krieg und Baschar al-Assads Politik geflohen. Bereits seit dreieinhalb Jahren lebt der Syrer mit seinen drei Kindern und seiner Frau in Hagen.

Das Tambur ist ein kurdisches Instrument, dem Adnan Abdullah orientalische Töne entlockt. Gemeinsam mit „Diversity Ensemble“ steht er auf der Bühne. (Foto: Heiko Cordes)
Das Tambur ist ein kurdisches Instrument, dem Adnan Abdullah orientalische Töne entlockt. Gemeinsam mit „Diversity Ensemble“ steht er auf der Bühne. (Foto: Heiko Cordes)

Er floh aus seiner kurdischen Heimat im Norden Syriens nach Deutschland. Dabei ging es für die fünfköpfige Familie zunächst über die Grenze in die naheliegende Türkei. Von dort weiter nach Griechenland, ehe die Flucht in Deutschland endete. 40 Tage dauerte die beschwerliche Reise nach Deutschland.

Angekommen in der Bundesrepublik, ging es zunächst nach Dortmund und von dort direkt weiter nach Hagen.

In der Volmestadt fühlt sich die Familie mittlerweile heimisch. Sie sind angekommen. Die Kinder (13, 16 und 17 Jahre) gehen alle auf das Gymnasium und bringen gute Noten mit nach Hause. „Meine Tochter übersetzt im Jugendzentrum“, berichtet der stolze Vater. Seine Kinder haben sehr schnell die deutsche Sprache gelernt und haben sich hervorragend integriert.

Libyen als Mahnung

„Wir haben die Entwicklungen in Libyen beobachtet und wussten, was später auf uns zukommt. Deshalb haben meine Frau und ich uns entschieden zu fliehen. Außerdem konnte ich mit Assads Regierung nichts anfangen“, erklärt der gebürtige Kurde. Adnan Abdullah arbeitete schon in seiner Heimat als Frisör und war auch in Hagen in seinem Beruf tätig. Aber nicht nur Schere und Kamm kommen in seine Finger, sondern auch sein Tambur.

Das kurdische Zupfinstrument spielt er mit viel Leidenschaft und er singt auch dazu.

Als die Hagenerin Maren Lueg auf der Suche nach syrischen Musikern war, kreuzten sich ihre Wege. Ein gemeinsamer türkischer Freund lud zum Abendessen ein und seitdem sind Lueg und Abdullah musikalische Weggefährten.

Bandprojekt

Ihr aktuelles Projekt ist das „Diversity Ensemble.“ Das Bandprojekt des Allerwelthaus wird am Samstag, 4. Juni, Bühnenpremiere feiern – im Rahmen des diesjährigen Vielfalt-Tut-Gut-Festivals.
„Er ist dort eine ganz wichtige Person. Adnan spricht sehr gut Deutsch und kann für die anderen Syrer übersetzen. Deshalb wollte ich ihn unbedingt dabei haben“, so Maren Lueg.

Gegensätze

Adnan Abdullah ist ein Mann, der leise spricht und zurückhaltend, fast schüchtern agiert. Sprachliche Hürden lassen ihn in manchen Situationen noch etwas zurückschrecken, doch mit seinem Tambur in der Hand strahlt er viel Selbstbewusstsein aus.