Neuer Zwanziger kommt

Hagen. (th) Es gibt neues Geld, genauer gesagt neue Zwanziger. Nach dem Fünfer und dem Zehner wird nun auch der Zwanzig-Euro-Schein durch das neue Modell aus der zweiten Euro-Banknotenserie, der sogenannten Europa-Serie, ersetzt. Am 25. November 2015 kommen die neuen Scheine erstmals in Umlauf. Andrea Kind von der Deutschen Bundesbank und Markus Schlimm, stellvertretender Leiter der Hagener Filiale, stellten den neuen Zwanziger jetzt vor und gaben außerdem wertvolle Tipps zum Schutz vor Fälschern.

Markus Schlimm und Andrea Kind von der Deutschen Bundesbank präsentieren den brandneuen Zwanziger, der am 25. November in Umlauf gebracht wird. (Foto: Tim Haacke)
Markus Schlimm und Andrea Kind von der Deutschen Bundesbank präsentieren den brandneuen Zwanziger, der am 25. November in Umlauf gebracht wird. (Foto: Tim Haacke)

Nach und nach werden die neuen Scheine in allen NRW-Städten mit einer Filiale der Deutschen Bundesbank, die hauptverantwortlich für den Austausch der Banknoten ist, vorgestellt. Nach der Landeshauptstadt Düsseldorf war die Volmestadt der zweite Ort, an dem das neue Geld präsentiert wurde. Die Hagener Filiale betreut ein großes Gebiet, vom Großraum Wuppertal über große Teile des Sauerlandes bis nach Siegen und Bad Berleburg an der Hessischen Grenze.

900.000 Geldscheine werden in der Grabenstraße täglich auf Echtheit überprüft. Geld, das aus dem Umlauf genommen wird, wird in speziellen Maschinen in 800 kleinste Teile zerstückelt. Nicht nur alte Euroscheine werden von der Bundesbank außer Dienst genommen, auch die alte D-Mark nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin im Wechsel für Euro entgegen. Das kommt sogar noch fast täglich vor, berichtet Markus Schlimm. Für den Umtausch ausländischer Währungen ist die Bundesbank entgegen eines weitverbreiteten Irrtums indes nicht zuständig.

Sicher wie nie

Der neue Schein ähnelt in Farbe und Gestaltung dem alten, wirkt jedoch insgesamt etwas bunter. Vor allem aber ist er noch fälschungssicherer als die alte Serie, obwohl der Euro ohnehin schon eine der fälschungssichersten Währungen weltweit ist. Auf der Vorderseite der neuen Noten befinden sich am Rand zwei fühlbare Linien, an denen sich auch der Wert des Scheins ertasten lässt (Zwei Linien auf dem Zwanziger, eine Linie auf dem Zehner, keine auf dem Fünfer).

Für das Portrait Europas ist in den Schein ein echtes, ebenfalls fühlbares Loch in den Schein integriert worden. Bei Gegenlicht wird das Fenster durchsichtig und das Portrait ist von beiden Seiten erkennbar. Auf der ebenfalls neuen Smaragdzahl in der unteren linken Ecke des Scheins tanzt ein Lichtbalken hin und her und die Zahl verändert ihre Farbe von Grün zu Blau.

Wie fälschungssicher die neue Notenserie ist, zeigt sich auch daran, dass bislang von den neuen Zehnern und Fünfern noch keine echte Druckfälschung, sondern nur relativ gut erkennbare Kopien aufgetaucht sind – die erste solche Kopiefälschung war übrigens in Hagen aufgetaucht.

Weihnachtszeit: Aufpassen!

Von der alten Serie existieren derweil leider sehr gute Fälschungen, berichtet Expertin Andrea Kind. Wie viele weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesbank bietet sie Schulungen an, bei denen die Teilnehmenden lernen, jede noch so gute Fälschung zu entlarven. Dies ist besonders für Menschen wichtig, die viel mit Bargeld in Kontakt kommen.

Angesichts der anstehenden Weihnachtszeit warnt sie besonders vor Gaunern, die die falschen Scheine der alten Serie noch schnell loswerden wollen. Dunkle und hektische Weihnachtsmärkte bieten dafür geradezu die ideale Gelegenheit. Sie rät also dazu, genau aufzupassen und dubiose Tauschgeschäfte – Könnten Sie mir mal 20 Euro wechseln? – lieber abzulehnen.

Ihren Namen verdankt die neue Serie übrigens, so wie auch der Kontinent selbst, der Gestalt Europa aus der griechischen Mythologie. Ihr auf den Banknoten verwendetes Portrait stammt von einer über 2000-Jahre alten Vase, die heute im Pariser Louvre bestaunt werden kann.