Neues Angebot für Demenzkranke

Volmarstein. (Red./hc) Der Geruch von Kaffee, der dumpfe Ton einer Klangschale oder die Noppen eines kleinen Plastikballs ­– das alles kann bei Demenzkranken eine Reaktion auslösen. Deshalb gibt es jetzt im Hans-Grünewald-Haus der evangelischen Stiftung Volmarstein einen Sinneswagen.
„Demenzerkrankte und bettlägerige Bewohner verlieren durch ihren Krankheitsverlauf oder Immobilität lebensnotwendige Reize für ihre Sinnes- und Körperwahrnehmung“, erklärt Prof. Dr. Bernd Kwiatkowski, Leiter der Seniorenhilfe in der Stiftung. Der Sinneswagen soll diese Reize bewirken. Er kann in Gruppen oder mit einzelnen Personen benutzt werden.
„Es ist toll, dass der Sinneswagen mobil ist“, betont Hausleiterin Stefanie Ostholt.

Für alle Sinne

Neben Klangschalen befindet sich auch ein CD-Player „an Bord“, um den Hörsinn anzusprechen. Kleine Reis-Säckchen sorgen außerdem nicht nur für Geraschel, sie können auch in die Hände genommen werden und bieten durch die bunten Farben visuell viele Wahrnehmungsmöglichkeiten. Eine Wassersäule arbeitet ebenfalls mit Farben, soll entspannen und gleichzeitig anregen.
Wie Hörner stehen zwei bunte Garderobenständer vom Wagen ab. „Hier kann man die Knöpfe fühlen, aber ebenso Sachen anhängen. Wie zum Beispiel Handtaschen, aus denen die Senioren dann Sachen herausholen“, erklärt Motopädin Ursula Reumann.

Lächeln auf dem Gesicht

„Viele Menschen, die nicht mehr klar kommunizieren können, erreicht man durch die Arbeit mit dem Sinneswagen“, so Ostholt. „Wenn sie einen Duft erkennen oder ein bekanntes Lied hören, ist plötzlich ein Lächeln auf dem Gesicht oder der Blick wird klar.“
Gespendet wurde der Sinneswagen von der AVU. „Als Stadtwerk der Region wollen wir zur Verbesserung der Lebensqualität für die Menschen hier beitragen. Und das gilt natürlich und vor allem auch für Menschen, die Hilfe benötigen“, erklärt AVU-Vorstand Uwe Träris. Pfarrer Jürgen Dittrich, Vorstandssprecher der Stiftung, bedankte sich im Namen des ganzen Teams für die Spende. „Das ist eine Bereicherung für die Senioren und Seniorinnen, die bei uns leben.“
Bisher gilt der Sinneswagen des Hans-Grünewald-Hauses als Pilotprojekt. Doch eine Ausdehnung auf andere Häuser scheint nicht ausgeschlossen, denn alle Beteiligten signalisierten bislang, dass sie den Wert dieses Wagens sehr zu schätzen wissen.