Neues Buch zum Zweiten Weltkrieg

Hagen. (ME) Kaum ein anderer Hagener kennt sich mit dem Verlauf des Zweiten Weltkriegs in unserer Region so gut aus wie Ralf Blank. Mehrere Bücher hat er bereits über dieses Thema geschrieben. Jetzt fügt er ein weiteres hinzu: „Bitter Ends“.

Aktuell amtiert Dr. Ralf Blank als Fachdienstleiter für Wissenschaft, Museen und Archive sowie als Wissenschaftlicher Leiter des Historischen Centrums im Fachbereich Kultur der Stadt Hagen. Er wirkt in verschiedenen Gremien mit und ist ordentliches Mitglied in der Historischen Kommission für Westfalen.

Vorhersehbar

„Bitter Ends“ war im April 1945 der Titel eines Artikels im US-amerikanischen Time Magazine mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs im Ruhrgebiet. Blank: „Tatsächlich waren der militärische Zusammenbruch und das Ende des NS-Regimes ein bitteres, aber vorhersehbares Ende. Auf der anderen Seite stellte es aber auch eine Befreiung dar – von der nationalsozialistischen Terrorherrschaft und von den alliierten Luftangriffen.“

In der Kriegsendphase 1944/45, im letzten halben Jahr des Zweiten Weltkriegs, kamen mehr Soldaten und Zivilisten ums Leben, als in allen vorherigen Kriegsjahren zusammen. Im Herbst 1944 steigerten die alliierten Bomberverbände ihre Luftangriffe noch einmal um ein Mehrfaches. Seit Oktober 1944 kämpften die deutschen Truppen längst auf Reichsgebiet: Die alliierten Armeen hatten die Grenzen in Ost und West überschritten. Die Städte im Ruhrgebiet lagen zur Jahreswende 1944/45 am Rande der „Westfront“.

Ermordungen

An der „Heimatfront“ wurden alle noch verfügbaren personellen Reserven mobilisiert. Neue Waffen wie Fernraketen und Düsenjets sollten eine Kriegswende herbeiführen. In der Kriegsendphase 1944/45 verschärfte sich auch der Terror: Noch in den letzten Kriegswochen ermordeten Gestapo und SS-Einheiten an Rhein und Ruhr tausende Menschen. Nach dem alliierten Rheinübergang am 24. März 1945 wurde das Industriegebiet durch Truppen zweier US-Armeen eingeschlossen.

Blank beschreibt die letzten Kriegsmonate im Ruhrgebiet zwischen Oktober 1944 und April 1945. Dabei wird nicht nur die alliierte Perspektive geschildert, sondern auch die Entwicklung an der „Heimatfront“. Es handelt sich um die erste zusammenfassende Darstellung über die Kriegsendphase an Rhein und Ruhr 1944/45. Die Einleitung zum Buch „Bitter Ends“ verfasste der international renommierte Historiker Prof. Dr. Richard Overy (London/Exeter).

Ralf Blank: „Bitter Ends“. Die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs im Ruhrgebiet 1944/45, Klartext-Verlag, 2014; 22,95 Euro.