Neues Fläschchen für ruhige Babynächte

Der 46-jährige Maschinenbau-Ingenieur Arnd Kozlik aus Wetter hat jetzt ein neuartiges Babyfläschchen erfunden, in dem die heiße Babynahrung in Nullkommanix abgekühlt werden kann. (Foto: Anna Linne)

Wetter. (anna) Als der heute 46-jährige Maschinenbau-Ingenieur Arnd Kozlik aus Am Hilligloh in Wetter vor vier Jahren doch noch Vater wurde, war sein Glück perfekt. Denn eigentlich hatten er und Ehefrau Anja mit Nachwuchs gar nicht mehr gerechnet.

Als dann der kleine Alexander auf der Welt war, machte Arnd Kozlik dieselbe Erfahrung wie Millionen von Eltern vor ihm. Bei Mutter Anja versiegte früh die Milch und die kleine Familie war aufs Fläschchen angewiesen. Das bedeutete: Wenn der kleine Alexander nachts vor Hunger schrie, stürzte der engagierte Vater die Treppe runter in die Küche. Er kochte Wasser, kühlte es danach etwas ab, gab Babynahrung hinzu, schüttelte die Mixtur, um sie danach unter fließend kalten Wasser so lange abzukühlen, bis sie trinkfertig war. Dann, mit dem fertigen Fläschchen wieder die Treppe hoch, um den schreienden Säugling in den Armen der Mutter endlich still zu bekommen.

„Manchmal war das Fläschchen immer noch zu heiß und ich stand dann nachts im Bad und kühlte ein weiteres Mal“, erinnert sich Arnd Kozlik an die langwierige, nervenaufreibende Prozedur. Denn während des Kühlprozesses verlangte das Söhnchen schreiend nach Nahrung.

Zig Flaschen aller möglichen Fabrikate probierte der Maschinenbauer aus, um immer wieder zu demselben Schluss zu kommen. Das Abkühlen dauerte zu lange. Die Zeit reduzierte sich bei einigen Flaschen höchstens um eine Minute, das war ihm zu wenig.

Es muss doch noch eine andere Lösung geben, dachte der junge Vater damals. In einem Teller kühlt die Suppe auch schneller ab, als in einer Tasse. Folglich musste der 46-Jährige die Oberfläche vergrößern. Aber, wie macht man das bei einer Flasche?

Schließlich die Idee, die ganz einfach war: es mussten Kühlrippen eingebaut werden, die die Oberfläche der Flasche vergrößerten und so für schnelleres Abkühlen sorgen. Gedacht, gebaut, der Prototyp war fertig und das Tolle, es funktionierte. In einem Bruchteil der alten Zeit konnte Vater Arnd Kozlik nun nachts erfolgreich und schnell die Fläschchennahrung auf Köpertemperatur herunterkühlen.

Nachdem der Erfinder seine Flaschenkonstruktion beim internationalen Patentamt angemeldet hatte, stieß er bei den Herstellern allerdings auf wenig Interesse. Man könne diese Flasche nicht im herkömmlichen Blasverfahren herstellen, hieß es, deshalb winkten alle Flaschen-Hersteller ab.

Jetzt produziert Arnd Kozlik seine Erfindung, die er „jinnicks“ nennt, selbst, denn mit dem Spritzgießverfahren ist diese Art der Flasche leicht herzustellen. Er hat sogar einen Betrieb gefunden, der seit dem 1. November die Flaschen mit dem schadstofffreien Polypropylen-Kunststoff – ganz wichtig ohne das giftige Bisphenol A (BPA) – produziert. Ausgestattet mit drei unterschiedlichen Silikon-Saugern kann Arnd Kozlik jetzt eine Millionen Flaschen im Jahr produzieren und auch für einen fairen Preis anbieten.

„Mit ’jinnicks’ lässt sich ab sofort nicht nur frisch abgekochtes Wasser fürs Milchpulver, sondern auch Tee oder Brei wie beispielsweise Haferschleim, schnell wie unkompliziert abkühlen. Umgekehrt können darin sogenannte Instant-Babymilch und Babywasser rasch aufgewärmt werden, und ’jinnicks’ dient auch als Muttermilchbehälter, denn darin können (tief-) gekühlt gelagerte Muttermilch-Portionen in kürzester Zeit aufgetaut und erwärmt werden“, schwärmt der Maschinenbauer. „Eine Erfindung, die schon lange überfällig war.“

„Das traditionelle Wasserbad als ohnehin gebräuchlichste Methode zum Temperieren reicht völlig aus, um verglichen mit herkömmlichen Gefäßen, den Inhalt viel schneller und vor allem gleichmäßig auf Trinktemperatur zu bringen“, freut sich Arnd Kozlik über das Ergebnis seiner Tüftelei.

„Made in Hagen“ im wahrsten Sinne des Wortes und ohne Bisphenol A erfüllt das Multitalent alle Anforderungen an Artikel für flüssige Kindernahrung, wie jüngst ein namhaftes deutsches Prüfinstitut bestätigt.

„Natürlich halte ich erst einmal das Stillen für die beste Ernährung beim Säugling. Doch wenn es nicht anders geht, muss man zum Fläschchen greifen. In Deutschland werden pro Jahr 2,4 Millionen Babyflaschen verkauft, das ist schon eine Größe“, wundert sich der Flaschenerfinder, der jetzt gern auf dem Markt mitmischen möchte.

Wer mehr wissen möchte, kann unter www.jinnicks.de reichlich Informationen bekommen.