Neuregelungen für Minijobber

Hagen. (anna) Für sieben Millionen geringfügig entlohnte Minijobs in Deutschland sind zum 1. Januar 2013 zwei wesentliche Änderungen eingetreten. Die Verdienstgrenze ist von 400 Euro auf 450 Euro gestiegen und Personen, die ab dem 1. Januar 2013 einen geringfügig entlohnten Minijob aufnehmen, unterliegen grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Christian Hein und Rafael Berger von der Deutschen Rentenversicherung werden unseren Lesern am Montag, 21. Januar, zwischen 16 und 17.30 Uhr Rede und Antwort zum Thema Neuregelung für Minijobber stehen. (Foto: Rentenversicherung)

Niedrige eigene Beiträge

Durch die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung erwerben die Beschäftigten Ansprüche auf das volle Leistungspaket der Rentenversicherung mit vergleichsweise niedrigen eigenen Beiträgen. Da der Arbeitgeber für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt, ist die Differenz zum allgemeinen Beitragssatz von 18,9 Prozent im Jahr 2013 auszugleichen. Das sind 3,9 Prozent Eigenanteil für den Minijobber.

Alternativ zur vollen Rentenversicherungspflicht können sich Minijobber von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen. Dann entfällt der Eigenanteil des Minijobbers und nur der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Hierdurch verlieren Minijobber, die nicht anderweitig der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung unterliegen, die Ansprüche auf einen Großteil der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Vollwertige Beitragszeiten

Wer sich hingegen nicht befreien lässt, erwirbt durch die Beschäftigung vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung. Die Rentenversicherungsträger berücksichtigen diese Zeiten in vollem Umfang bei den erforderlichen Mindestversicherungszeiten für alle Leistungen der Rentenversicherung. Vollwertige Pfichtbeitragszeiten sind wiederum Voraussetzung, um gegebenenfalls früher in Rente gehen zu können und Leistungen zur Rehabilitation zu erhalten.

Außerdem kann dadurch ein Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung erworben oder aufrecht erhalten werden. Zudem erhöht sich der Rentenanspruch und kann die staatliche Förderung für private Altersvorsorge, beispielsweise die so genannte Riester-Rente, sowohl vom Minijobber als auch vom Ehepartner beansprucht werden.

Expertentelefon

In jedem Falle ist es ratsam, sich über die persönlichen Folgen der Befreiung von der Versicherungspflicht zu informieren. Fragen dazu beantworten die Rentenberater der Deutschen Rentenversicherung Westfalen Christian Hein und Rafael Berger bei einer Telefonaktion, die am Montag, 21. Januar 2013, zwischen 16.00 und 17.30 Uhr stattfinden wird.

Unter den Rufnummern 02331 / 184-478 und 02331 / 92255-37 können unsere Leser die beiden Experten erreichen und mit Fragen löchern.

Auch Fragen zur Auswirkung der Neuregelung für bestehende Beschäftigungen können gestellt werden. Minijobber, die in ihrem Minijob vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der Rentenversicherung waren, bleiben es auch weiterhin. Sie haben aber jederzeit die Möglichkeit, durch Beitragsaufstockung auf die Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung zu verzichten.

Erhöht der Arbeitgeber allerdings in diesem Jahr oder in Zukunft das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag von mehr als 400 Euro und weniger als 450,01 Euro, gilt für die alte Beschäftigung das neue Recht. Dann tritt bei dem bisher versicherungsfreien Minijob die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung ein, es sei denn, der Beschäftigte ist Bezieher einer Vollrente wegen Alters oder Pensionär. Der Minijobber kann sich jedoch von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Wurden hingegen in der Beschäftigung bereits vor dem 1. Januar 2013 Rentenversicherungsbeiträge aufgestockt, bleibt der Minijobber weiterhin versicherungspflichtig und kann sich nicht befreien lassen.