Noch lange

Die Nachricht muss jeden Hagener nachdenklich stimmen: Das Magazin Focus hat – wie schon vor drei Jahren – die gut 400 deutschen Stadt- und Landkreise unter die Lupe genommen und die Volmestadt im „Biggest-Loser-Bereich“ einsortiert. Auf Platz 368.

Vor drei Jahren konnte noch der Gesamtrang 259 und somit ein Plätzchen im Mittelfeld ergattert werden. Innerhalb von nur drei Jahren ist Hagen tief in den Keller gerauscht. Da tröstet es überhaupt nicht, dass auch viele Nachbarstädte ähnlich mies oder noch mieser platziert sind – etwa Bottrop (397), Bochum (391), Hamm (386) und Dortmund (374).

Was Hagen zum Verhängnis wurde, ist zum einen der Komplex „Wachstum und Jobs“ und zum anderen der Bereich „Standortkosten“. Auch in puncto „Lebensqualität“ bekam unsere Region eine Watsche um die Ohren.

Nun könnten wir alle in „Sack und Asche“ gehen oder – besser – mal genauer hinschauen. Der Punkt Lebensqualität betrifft keineswegs das ansehnliche Freizeitangebot oder die schöne Umgebung – wie man im ersten Augenblick glauben könnte –, sondern unter anderem das mangelnde Arbeitskräftepotential der 10- bis 25-Jährigen, die Zahl der Wohnungseinbrüche oder auch die „Krankheitstage pro Kassenmitglied“. Weil es in Hagen in diesen drei Kategorien (und weiteren fünf) nicht rosig ausschaut, sprang in Sachen Lebensqualität nur Platz 334 heraus.

Besonders schlecht wurde Hagen in der Kategorie „Jobs“ benotet: Platz 392. Hier erweist sich die nach wie vor recht hohe Arbeitslosenzahl als Negativfaktor. Dies ist obendrein mit einem anderen Riesenproblem verbunden: Hier wohnen überdurchschnittlich viele Langzeitarbeitslose.

Etliche von ihnen können – obwohl die Unternehmen im Hagener Raum dringend Arbeitskräfte benötigen – kaum vermittelt werden. Da sich dieses Problem nicht „mal eben“ durch „Nachschulungen“ lösen lässt, müssen wir Volmestädter wohl oder übel damit rechnen, auch künftig im Keller zu stehen.

Außerdem wurde in der Focus-­Untersuchung wieder deutlich: Die Gewerbesteuern sind in Hagen zu hoch. Dies wird sich ebenfalls so schnell nicht ändern. Was wiederum an unserem Schuldenberg liegt – und der bleibt uns noch lange, lange, lange erhalten.

Tilo