Notfallaufnahme erstrahlt in neuem Glanz

Boele. (lz) „Irgendwo musste man mal anfangen“, sagt Dr. med. Marc Niemtschke, Chefarzt der zentralen Notaufnahme im Boeler St.-Johannes-Hospital, beim Rundgang durch die frisch renovierten Räumlichkeiten seiner Notfallstation. „Wirklich toll“, lobt ein Mitarbeiter der hiesigen Feuerwehr den Umbau bei der Eröffnung am vergangenen Mittwoch, 18. Oktober. Neuste Technik in modern ­gestalteten Räumen weicht dem 60er-Jahr-Charme, den das Krankenhaus an dieser Stelle früher versprüht hat.
Zwölf Stunden pro Tag wurde bei laufendem Betrieb renovier, um das wegweisende Konzept zu realisieren. Rund zwei Millionen Euro wurden investiert. Den Reaktionen nach hat es sich gelohnt. Vernünftige Versorgung Auch Prof. Dr. Armin Laubert ist begeistert: „Das neue Konzept ist einfach logisch und bietet uns die Möglichkeit einer vernünftigen und kompetenten Hilfe. Notärzte und Sanitäter können nun ihre Patienten gut versorgen und an das Krankenhaus übergeben“, sagt er. Das scheint auch deshalb so wichtig, weil ein Großteil der stationären Patienten ursprünglich aus der Notaufnahme kommen. Ein Mammutprojekt In die Wege geleitet hat das große Umbauprojekt das Team um Marc Niemtschke.
Der Facharzt, der seit seinem 18. Lebensjahr beim Rettungsdienst tätig ist, fand früh seine Profession in der Notfallmedizin und fliegt bis heute Rettungshubschrauber. Nachdem er selbst im St.-Johannes-Hospital gelernt hatte, verschlug es ihn erneut an den Ort, an dem für ihn seine ärztliche Karriere begann. Am 13. und 14. November sollen die Versorgungs- und Behandlungsräume der Notfallstation in Betrieb genommen werden. Mut zur Farbe lautete das Motto, denn auf den Fluren und in den Zimmern sorgen knallige Farben für mehr Wohlfühl- und weniger Krankenhausatmosphäre. Mehr Raum Der große, lichtdurch­flutete Schockraum ist ausgelegt für zwei Personen, sodass im Ernstfall auch zwei Patienten gleichzeitig versorgt werden können. Der rote rollende Notfallwagen steht mit einem Reanimationsgerät bereit. „Wir haben uns in allen Räumen für diese Farb- und Rollsysteme entschieden“, erklärt Dr. med Marc Niemtschke. „So können die Rollwagen individuell und überall eingesetzt werden. Gleichzeitig wissen die Kollegen durch das Farbsystem immer direkt, wo was steht.“ Apfelgrün für Ärzte, Brombeerrot für die Patienten.
Doch auch technisch wurde aufgerüs­tet. Neuste Laborgeräte stehen den Ärzten im gemeinsamen Büro bereit. Dahinter gibt es einen Ruheraum für das Personal – zum Kaffee trinken oder einfach nur zum Relaxen. Auch eine Dusche steht bereit. Aufgeteilt Insgesamt ist die Zentrale Notaufnahme in drei Bereiche unterteilt, die alle im Erd­geschoss des Johannes-Hospitals liegen. Im ersten Bereich findet sich die Notfallversorgung. Hier trennt eine vollautomatische Tür die Warteräume von der Notaufnahme. In den Räumen findet eine Ersteinschätzung statt. Wie schwer ist ein Patient erkrankt? Was ist zu tun? Der zweite Bereich ist der Kurzliegerbereich. Hier werden Patienten bis zu 24 Stundnen monitorüberwacht. In der sogenannten „decision unit“ finden all jene Platz, deren Diagnostik noch abzuwarten ist.
 Der dritte Bereich ist ein flexibler Bereich direkt am Eingang. „Dieser soll noch weiter umgebaut werden“, sagt Dr. Niemtschke. „Der flexible Bereich soll für die Zukunft sein, je nachdem was für politische Entscheidungen noch getroffen werden.“ In der „fast track unit“ finden leicht erkrankte Patienten einen Ort der Unterbringung. Auch der Außenbereich wird krankenhausgerecht aufgearbeitet. So soll die Zufahrt für Rettungswagen weiter ausgebaut werden. Ein Mammutprojekt wurde also im Erdgeschoss des St.-Johannes-Hospitals verwirklicht. Ein gelungener Auftakt für die „Zentrale Interdisziplinare Not­aufnahme“ von Dr. Marc Niemtschke.