OB Schulz blickt zurück, Teil 2: Noch mehr Beschäftigte

Hagen. (Red.) Oberbürger­meister Eric O. Schulz blickt auf „Hagen 2016“ zurück. Heute folgt Teil 2 – diesmal geht es unter anderem um „Wirtschaft“ und „Theater“:
Wirtschaft
Für vielfältige öffentliche Diskussionen sorgten die sehr unterschiedlichen Entwicklungen am Wirtschaftsstandort Hagen im Jahreslauf.
Besonders schmerzhaft traf uns dabei sicherlich Mitte Februar die völlig unerwartete Ankündigung des Douglas-Konzerns, die Firmenzentrale nach Düsseldorf zu verlagern. Wurde die Stadt in diesem Fall durch die Unternehmensführung schlicht vor vollendete Tatsachen gestellt, war die Verlagerung des Groß-handelsunternehmens Nordwest nach Dortmund sowie von Teilen der Putsch-Belegschaft nach Wuppertal bereits lange vorher bekannt gewesen.
Im November schließlich kündigte auch die Spedition Schenker Umstrukturierungen im Unternehmen an, ebenfalls verbunden mit einem Abbau von Arbeitsplätzen in Hagen.
Entwicklungen
Allein diese, in ihrer Gesamtheit sicher alles andere als guten Nachrichten dürfen meiner festen Überzeugung nach auf der anderen Seite die vielen positiven wirtschaftlichen Entwicklungen in unserer Stadt nicht überlagern. Zahlreiche Unternehmen haben sich in den zurückliegenden Jahren mit einem dreistelligen Millioneninvest in Hagen neu angesiedelt, alteingesessene Firmen haben sich am Standort zum Teil umfänglich erweitert. All dies hat dazu geführt, dass sich die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in zehn Jahren um rund 4.500 erhöht hat – trotz sinkender Einwohnerzahlen. Bei der Erwerbstätigenquote liegt Hagen damit vor Städten wie Essen, Bochum oder Dortmund.
Hinzu kommen über 230 Millionen Euro, die in den letzten Jahren allein im engeren Innenstadtbereich investiert wurden – weitere 30 Millionen werden absehbar unter anderem in die Entwicklung des gerade an einen Investor verkauften Marienhospitals sowie des ehemaligen Mark-E-Gebäudes an der Körnerstraße fließen.
Restrukturierung
Durchweg positiv sind auch diese Meldungen: der im vergangenen Jahr eingeschlagene Weg der Restrukturierung unseres wirtschaftlich schwer angeschlagenen Energieversorgers „Enervie“, der weiterhin vielen Menschen in unserer Stadt Arbeit gibt, schreitet merklich besser voran als ursprünglich geplant. Die im Sommer nach intensiven Vorbereitungen besiegelte Fusion der Sparkassen Hagen und Herdecke sichert beiden Geldinstituten eine starke Zukunftsperspektive. Eine Breitbandgenossenschaft, die für ein schnelles Internet im Lennetal sorgen wird, ist auf den Weg gebracht worden und erst vor wenigen Tagen hat Sinn-Leffers angekündigt, dass am Sitz der Verwaltung in Hagen 50 neue Arbeitsplätze entstehen werden.
Gewerbeflächen
Bleibt das Problem der Gewerbeflächen in unserer Stadt, das Verwaltung und Politik seit Jahren intensiv beschäf-tigt. Ende November haben wir im Rat der Stadt einstimmig die Gründung der „Hagener Industrie- und Gewerbe-flächen GmbH“ (HIG) auf den Weg gebracht, verbunden mit der klaren Zielvorgabe, die Entwicklung und Erschlie-ßung von weiteren Wirtschaftsflächen in Hagen konsequent voranzubringen. Damit haben wir einen wichtigen Meilenstein für die zukünftige Gewerbeflächenversorgung erreicht. Das schafft zugleich Chancen für die Entwick-lung bestehender Unternehmen und für die Ansiedlung neuer Firmen.
Unternehmervereine
Und last but not least freue ich mich verständlicherweise sehr darüber, dass sich in jüngster Vergangenheit gerade auch aus den Kreisen der Unternehmerschaft selbst lebendige Initiativen für einen starken Wirtschaftsstandort Hagen herauskristallisieren. So habe ich mich gemeinsam mit dem Unternehmerverein und der HagenAgentur dazu entschlossen, ab Januar die früheren Zukunftsforen wiederzubeleben und der neu gegründete Unternehmerrat will durch eigene Aktionen und Ideen zur weiteren positiven Entwicklung beitragen. All dies begrüße und unterstütze ich ausdrücklich!
Theatersorgen
Merklich schwieriger gestaltet sich dagegen das Fortkommen an unserem ebenso beliebten wie traditionsreichen Theater. Insbesondere die bislang ergebnislose Suche nach einem neuen Intendanten bzw. einer neuen Intendantin hat sich leider zu einer scheinbar unendlichen Geschichte entwickelt. Da ist es umso erfreulicher, dass mit Joseph Trafton ein neuer Generalmusikdirektor gefunden werden konnte, der sich zusammen mit einem internen „Kreativ-Kreis“ nun intensiv um die Planungen für die neue Spielzeit kümmern wird.
Jubiläum
Aber wir konnten uns auch an kulturellen Highlights erfreuen: das mehrfach preisgekrönte Jugendtheater „Lutz“ ist jetzt 15 Jahre „jung“, schon seit 30 Jahren sorgt die überaus beliebte Sommerreihe „Muschelsalat“ für beste Unterhaltung und Anfang April öffneten unter dem Motto „Planet Hagen“ zahlreiche Künstlerinnen und Künstler ihre Atelierräume und Werkstätten und luden ihre Besucher zu einer ganz besonderen Entdeckungstour in kreative Sphären ein. Ein toller Erfolg!
(wird fortgesetzt)