OB Schulz blickt zurück: Verkehrswende gestartet

Hagen. Immer am Ende des Jahres grüßt Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz alle Hagenerinnen und Hagener. Diesen Weihnachts- und Neujahrsgruß verbindet er traditionell im Wochenkurier mit einem Rückblick auf diverse Geschehnisse in der Volmestadt. Hier ist Teil I – worin es vornehmlich um das Thema „Mobilität“ geht:

Was bleibt von diesem, sich mit schnellen Schritten dem Ende zuneigenden Jahr 2018? Ganz sicherlich die Erinnerung an einen der heißesten Sommer, der mit seinen Temperaturen viele Menschen in unserer Stadt zum Schwitzen gebracht hat, und an die damit verbundene, bis weit in den Herbst anhaltende Trockenheit, die sprichwörtlich das Wasser knapp werden ließ.

Es bleibt die Enttäuschung bei den vielen Fans über das miserable Abschneiden unserer Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft, das auch in Hagen deutlich spürbar war. Und es sind die lebhaften Diskussionen rund um das Thema Dieselskandal, die – wie im ganzen Land – auch die Gemüter unserer Bürgerinnen und Bürger laut vernehmbar erregt haben.

Es gab und gibt kein Verständnis dafür, dass für die Manipulationen der Autoindustrie am Ende fast ausschließlich die Diesel-Besitzer und die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden sollen. Von einem drohenden Diesel-Fahrverbot – möglicherweise bald auch in der Hagener Innenstadt – ganz zu schweigen.

Saubere Busflotte

Um die Luftqualität in der Volmestadt nachhaltig zu verbessern, haben Politik und Verwaltung schon vor Jahren umfangreiche Luftreinhaltepläne auf den Weg gebracht und bis heute fortgeschrieben. Durch viele Einzelmaßnahmen – beispielsweise verfügt Hagen heute über eine der saubersten Busflotten in ganz Deutschland – konnten die Belastungen für die Menschen bereits nachweislich stark reduziert werden.

Schwierige Aufgabe

Mit der Aufstellung des Masterplans Mobilität in diesem Sommer gehen wir nun noch einen ganz entscheidenden Schritt weiter: der Prozess einer echten Verkehrswende in unserer Stadt hat begonnen.

Flankiert unter anderem von einem neuen Radverkehrskonzept, einem Elektromobilitätskonzept und einer spürbaren Verbesserung im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs ist es das erklärte Ziel von Politik und Verwaltung, den Individualverkehr in Hagen in den kommenden Jahren Schritt für Schritt zu reduzieren. Dies ist verbunden mit dem klaren Auftrag, die Luft- und damit zugleich die Lebensqualität in unserer Stadt nachhaltig weiter zu verbessern, ohne gleichzeitig die Mobilitätsmöglichkeiten einzuschränken. Alles andere als ein leichtes Unterfangen, das – mit Blick auf die Umsetzung – viel Energie und fraglos auch viel Geld kosten wird. Ein Vorgehen, das nicht zuletzt vor dem Hintergrund steigender und nachvollziehbarer Anforderungen an eine gesunde Umwelt allerdings auch alternativlos ist.

Bus Hagen
Laut OB Schulz verfügt Hagen über eine der saubersten Busflotten Deutschlands. (Foto: Wochenkurier)

Breiter Schulterschluss

Zu einer fortschreitenden Verkehrswende gehört zweifelfrei auch ein noch stärkerer Umstieg insbesondere der vielen Pendler von und nach Hagen auf die Angebote der Bahn. Nicht zuletzt deshalb hat im Laufe des Jahres ein breiter Schulterschluss in der gesamten Region stattgefunden, um eine drohenden Abkopplung der Volmestadt vom ICE-Netz zu verhindern. Mit Erfolg!

Denn auch wenn es im neuen Jahr bedingt durch Bautätigkeiten an anderer Stelle für einige Monate zu ebenso ärgerlichen wie massiven Einschränkungen im Fernverkehr kommen wird, ist doch garantiert, dass Hagen auch künftig ein wichtiger und sogar gestärkter ICE-Haltepunkt im deutschen Schienenverkehrsnetz bleiben wird.

Aktiver Umweltschutz

Ebenfalls ganz im Zeichen eines aktiven Umwelt- und Naturschutzes steht die neue Baumpflegesatzung, die der Rat der Stadt verabschiedet hat und mit der ein stärkerer Erhalt des Baumbestandes in der Volmestadt erreicht werden soll. Auch auf diese Weise sollen bewusst positive Auswirkungen auf das Klima in der Stadt erzielt werden.

Natur und Umwelt und der damit verbundene hohe Freizeitwert für die Menschen in unserer Stadt standen und stehen auch bei all jenen Überlegungen im Mittelpunkt, die wir in diesem Jahr rund um den Hengstey- und angrenzenden Harkortsee angestellt haben.

Ein konkretes Seenkonzept ist in Arbeit, bei dessen künftiger Realisierung wir immer auch unsere Nachbarstädte im Blick haben. Mit ihnen wollen wir die schon im Rahmen der Regionale-Bewerbung gut gepflegte Zusammenarbeit weiter ausbauen und gemeinsam an Ideen wirken.

Attraktiver Ausbau

Dies zeigt sich insbesondere bei dem engen Schulterschluss der hiesigen Städte gemeinsam mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) mit Blick auf die anstehenden Projekte im Rahmen der 2027 stattfindenden Internationalen Gartenbauausstellung (IGA).

Zudem gibt es gleich mehrere inter­essante Planungen für einen attraktiven Ausbau des Heng­steyseebades, die 2019 in Richtung einer konkreten Umsetzung gelenkt werden sollen.
(wird in der kommenden Woche fortgesetzt)