Öfen, Sauger, Rundfunkgebühren: Das ändert sich 2017, Teil 3

Hagen. (Red./tau) Neues Jahr, neue Regeln – auch 2017 ändert sich für die Verbraucher im Haushalt so einiges.
Staubsauger
Ab 1. September 2017 dürfen neue Staubsauger für den Haushaltsbereich nur noch maximal eine Leistung von 900 Watt haben. Bislang sind 1.600 Watt zulässig. Der jährliche Stromverbrauch darf nach dem Stichtag nur noch höchstens 43 Kilowattstunden statt wie bislang 62 Kilowattstunden betragen. Das Betriebsgeräusch darf nicht lauter als 80 Dezibel sein. Für die Saugkraft werden Mindestwerte festgeschrieben: 98 Prozent auf Hartböden und 75 Prozent auf weichen Untergründen müssen neue Modelle ab September erreichen.
Auch das Effizienzlabel für Staubsauger wird angepasst. Statt von A bis G reicht die Skala der darauf verzeichneten Effizienzklassen ab 1. September 2017 von A+++ bis D.
Heizungsanlagen
Schon seit 2016 gibt es eine eigene Energieeffizienz-Kennzeichnung für Heizungsgeräte im Bestand, das sogenannte „Nationale Effizienzlabel für Altgeräte“. Neu ist ab 2017, dass die Bezirksschornsteinfeger verpflichtet sind, alle noch nicht gekennzeichneten Geräte gestaffelt nach Baujahren zu etikettieren.
Fernsehgeräte
Seit 1. Januar gilt ein Effizienzlabel mit den Klassen von A++ bis E. Die bisherige Klasse F entfällt somit, und statt A+ ist nun A++ die Top-Kategorie. Freiwillig dürfen Hersteller auch schon die Skala A+++ bis D nutzen.
Photovoltaik
Wer Strom erzeugt und selbst verbraucht, muss dafür im nächsten Jahr mehr zahlen. Bislang werden für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde 35 Prozent der EEG-Umlage fällig; seit 1. Januar 2017 sind es 40 Prozent. Anlagen mit einer Leistung von weniger als 10 Kilowatt sind aber für die ersten 10.000 selbstgenutzten Kilowattstunden pro Jahr weiterhin von der Umlage befreit. Damit müssen zumindest die Besitzer der meisten Photovoltaik-Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern gar keine Umlage bezahlen.
Wer seine bestehende, kleine Photovoltaikanlage modernisieren oder erweitern möchte, sollte dafür unbedingt das Jahr 2017 nutzen. Denn ab 2018 entfällt für jede Bestandsanlage nach einer Modernisierung, Erweiterung oder sogenannter Ertüchtigung die Komplettbefreiung von der EEG-Umlage. Dann muss für jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ein zunächst 20-prozentiger Anteil der Umlage gezahlt werden. Bis dahin aber bleiben Anlagen, sofern ihre bislang installierte Leistung nur um bis zu 30 Prozent erweitert wird, noch vollständig befreit.
Strompreise
Die Ökostrom-Umlage wird 2017 steigen, um 0,35 Cent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Auch die Netzentgelte werden deutlich steigen. Viele Anbieter werden daher möglicherweise die Strompreise anheben.
Kaminöfen
Kaminöfen, deren Typenschild ein Datum vor dem 1. Januar 1985 ausweist, müssen 2017 ausgetauscht oder aufgerüstet werden. Ab 1. Januar 2018 dürfen sie ohne Nachweis, dass sie gemäß dem Stand der Technik weniger Staub in die Luft ausstoßen, nicht mehr betrieben werden.
Smart-Meter
In diesem Jahr müssen erstmals sogenannte Smart-Meter eingebaut werden – also elektronische Stromzähler, die den tatsächlichen Verbrauch sowie Nutzungszeiten anzeigen und automatisch an das Energieversorgungsunternehmen übermitteln.
Betroffen sind davon zunächst nur zwei Gruppen von Haushalten: alle, die jährlich mehr als 10.000 und weniger als 20.000 Kilowattstunden (kWh) Strom verbrauchen. Und diejenigen Verbraucher, die selbst Strom erzeugende Anlagen mit mehr als sieben Kilowatt Nennleistung betreiben.
Den Einbau übernimmt der jeweils zuständige Betreiber der Messstelle; die Haushalte selbst müssen nicht aktiv werden. Allerdings kommen jährliche Kosten auf die Verbraucher zu, für die es gesetzliche Obergrenzen gibt. Die liegen für die aktuell betroffenen Haushalte bei 130 Euro (bei mehr als 10.000 kWh Verbrauch) beziehungsweise bei 100 Euro für Anlagenbetreiber (bis 15 Kilowatt Peak Leistung).
Ein eventuell nötiger Umbau des Zählerschranks kann weitere Kosten verursachen.
Rundfunk-Gebühren
Wer seinen Rundfunkbeitrag nicht gezahlt hat, bekommt in diesem Jahr möglicherweise Besuch eines Inkassobüros. Dafür sorgen – mit Ausnahme von NRW, wo diese Entscheidung noch offen ist – die geänderten Beitragssatzungen der Landesrundfunkanstalten.
Bevor es zu einer Zwangsvollstreckung kommt, können die öffentlich-rechtlichen Sender nun auch „Dritte“ zum Eintreiben des Geldes einsetzen.
Wenn trotz Mahnungen durch den Beitragsservice Rundfunkbeiträge nicht gezahlt sind, kann bislang nur hoheitlich vollstreckt werden: Behörden, in der Regel die Stadtkassen, versuchen, die ausstehenden Zahlungen einzutreiben.
Die drohenden Zwangsvoll­streckungen, die bis zum Haftbefehl reichen können, werden den Betroffenen in den Mahnschreiben des Beitragsservice angekündigt.
Übrigens: Wer es bislang versäumt hat, einen Antrag auf Befreiung oder Ermäßigung zu stellen, kann dies ab diesem Jahr rückwirkend noch für drei Jahre tun.
(Quelle: Verbraucherzentrale)