ÖPNV Hagen: „Blau-grün“ weicht bald den NRW-Farben

Busse der Hagener Straßenbahn AG
Rot, weiß und grün sind die NRW-Farben. In diesem Design sind schon viele Busse im östlichen Ruhrgebiet unterwegs, zum Beispiel auch in Dortmund und auf Schalke. In Hagen werden diese Farbtöne in Zukunft ebenfalls dominieren. (Foto: Hagener Straßenbahn)

Hagen. Bislang fahren die Busse der Hagener Straßenbahn AG unter „blau-grün“. Das wird sich in den kommenden Jahren ändern. Peu à peu wird künftig auf die NRW-Farben grün-weiß-rot umgeflaggt. Immer dann, wenn ein neuer Bus eingekauft wird, werden die neuen Farben aufgesprüht. Bis Mitte der 2030er Jahre wird dann die gesamte Hagener Flotte im neuen Design unterwegs sein.

Wer den öffentlichen Nahverkehr in benachbarten Städten wie Dortmund, Witten oder Bochum nutzt, kennt es schon seit Langem: Die städteübergreifende einheitliche Farbgebung der Busse sowie ein gemeinsames Logo.

Beides sind sichtbare Zeichen einer erfolgreichen Zusammenarbeit rechtlich selbstständiger Verkehrsunternehmen im Rahmen der „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ (KöR). Auch die Hagener Straßenbahn AG (HST) hat jetzt die Zusammenarbeit gesucht. Da die Aufsichtsgremien der HST und ihrer „Mutter“, der Hagener Versorgungs- und Verkehrs Gesellschaft (HVG), unlängst einem Beitritt zur KöR zugestimmt haben, kann er nun vollzogen werden.

Viele Vorteile durch Zusammenarbeit

Im Vorfeld dieser Entscheidung hatten die Hagener im Rahmen einer rund eineinhalbjährigen Gastmitgliedschaft Gelegenheit, sich ein umfassendes Bild über die KöR zu verschaffen. „Die in dieser Zeit gemachten Erfahrungen waren durchweg positiv“, erklärt Straßenbahn-Vorstand Christoph Köther. „Zukünftig können unter anderem durch gemeinsame Fahrzeug- und Ersatzteilbeschaffungen vor­aussichtlich zusätzliche Einkaufsvorteile für unser Unternehmen generiert werden. Ein gebündeltes Vorgehen stärkt nicht nur die Verhandlungsposition, sondern reduziert auch den internen Aufwand für den Ausschreibungs- und Bestellprozess. Neben den wirtschaftlichen Synergien bietet die KöR außerdem den großen Vorteil, dass das in den einzelnen Unternehmen vorhandene Expertenwissen gemeinsam genutzt werden kann und somit nicht mehrfach vorgehalten werden muss“, so Köther.

Bei der KöR handelt es sich um eine Interessensgemeinschaft, d.h. dass die Mitgliedsunternehmen bleiben weiterhin gesellschaftsrechtlich vollkommen unabhängig. Auch die Mitgliedschaft im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr bleibt von dieser Kooperation unberührt.

Schönes Beispiel

Der Aufsichtsratsvorsitzende der HVG, Oberbürgermeister Erik O. Schulz, freut sich ebenfalls über die getroffene Entscheidung. „Der Beitritt der Hagener Straßenbahn zur ‚Kooperation östliches Ruhrgebiet‘ ist ein klassisches Beispiel für eine gelungene interkommunale Zusammenarbeit in der Region. Nicht nur die fachliche Expertise wird durch die Zusammenarbeit gestärkt, hier sind auch wirtschaftliche Vorteile zu erwarten.“
Die Zusammenarbeit im Rahmen der KöR bezieht sich auf ganz unterschiedliche Unternehmensbereiche wie zum Beispiel Technik, Personalentwicklung, Kommunikation, Marketing und Vertrieb.

KöR: Seit 1999

Die „Kooperation östliches Ruhrgebiet“ gründeten 1999 die Dortmunder Stadtwerke (DSW21), die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn (Bogestra), die Straßenbahn Herne/Castrop-Rauxel (HCR) sowie die Vestischen Straßenbahnen (Recklinghausen). Im Jahr 2017 trat das Hagener Nachbar­unternehmen VER ebenfalls als festes Mitglied der KöR bei.
Die KöR befördert rund 376 Millionen Fahrgäste jährlich. In ihrem Einzugsgebiet leben 2,2 Millionen Menschen. Sie verfügt über 260 Bahnen und knapp 800 Busse. Mit dem formalen Beitritt der Hagener werden noch einmal 140 Busse dazu kommen.

Die ersten Hagener Fahrzeuge im neuen KöR-Design werden frühestens ab 2020 im Stadtgebiet zu sehen sein. Auch das Innendesign der Fahrzeuge wird bei zukünftigen Bestellungen mit den Bussen im KöR-Gebiet identisch sein. Und: Alle Busse sind gekennzeichnet durch das kleine, aber bedeutungsvolle KöR-Logo über der Einstiegstür. Die individuellen Werbemöglichkeiten auf den Seitenwänden bleiben davon natürlich unberührt.