„Ohne Firlefanz“: Ein Hagener Spiel zur heutigen Landwirtschaft

Zusammen mit der Katholischen Landjugendbewegung hat der Hagener Spielemacher Martin Schlegel ein handliches Spiel entwickelt

Zusammen mit der Katholischen Landjugendbewegung hat der Hagener Spielemacher Martin Schlegel ein handliches Spiel entwickelt, das für Diskussion sorgt. „Ohne Firlefanz“ befasst sich mit Fakten und gewagten Thesen zur heutigen Landwirtschaft. (Foto: Lara

Hagen. (lz) Selbstbewusst kommt es daher und verspricht „knallharte Fakten und gewagte Thesen“. Die Zukunft der Landwirte in Deutschland steht unter keinem guten Stern.

Auch das könnte eine These des neu erschienenen Spiels „Ohne Firlefanz“ sein.
Spielemacher Martin Schlegel hat, zusammen mit jungen Leuten der Katholischen Landjugendbewegung, ein Spiel entwickelt, das sich mit dem Thema „Landwirtschaft heute“ befasst und kritische Fragen stellt. „Es darf und soll ­diskutiert werden“, sagt Martin Schlegel.
Die Idee
Was brauchen 50 Kühe eigentlich zum Leben? Wo liegen für junge Landwirte heutzutage Gefahren und was muss ein Landwirt investieren, um seinen Betrieb aufrecht halten zu können? Diese und viele weitere kritische Fragen hat sich das Team der Katholischen Landjugendbewegung gestellt und sich vertrauensvoll an Spiele-Experte Martin ­Schlegel gewandt.
An einem gemeinsamen Wochenende trafen sich die 10 bis 15 jungen Leute, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen. „Da saßen nun zwei aus der Gruppe mit ihren Laptops und konnten bei der Besprechung direkt ein Konzept erstellen und festlegen, wie das Ganze am Ende aussehen könnte“, sagt Martin Schlegel und ist begeistert vom Engagement und Ideenreichtum der jungen Leute.
So funktioniert‘s
Doch zum Anfang: Alle 60 Karten werden zunächst gleichmäßig an die Spieler verteilt. Dann darf sich jeder von seinem gemischten Stapel drei Karten auf die Hand nehmen. In jeder Runde muss dann mindestens eine Karte an eine bereits liegende angelegt werden. Dabei dürfen letztendlich immer nur fünf Karten in einer Reihe liegen.
Das kompakte Kartenspiel, das locker auf jeden heimischen Wohnzimmertisch oder auch Kneipentresen passt, ist in drei Stufen aufgeteilt. Zum einen gibt es die Variante des reinen Kanten-aneinander-Legens, sodass entweder das Wort „Katholische Landjugend“ oder „Wir bewegen das Land“ zu lesen ist.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Karten nach dem Sinn der Texte, die auf den Bierdeckel-ähnlichen Plättchen stehen, zu legen. Mit dieser „Spielvariation Pink“ kann man auch Wissenswertes über die Landwirtschaft lernen.
Möchte man während des Spiels zur Diskussion anregen, so gibt es die Möglichkeit, mit „Spielvariation Blau“ mehr über ethische Fragen zur Landwirtschaft zu erfahren. Drei Minuten lang darf hier über eine gewagte These diskutiert werden.
Ziel des Spiels ist es, als Erste/r den eigenen Stapel mit den jeweiligen Kanten ins Spiel einzubringen und durch den Mix der verschiedenen Spielvariationen Punkte zu sammeln.
Auch optisch kommt das Spiel ohne viel Firlefanz aus und wird seinem Titel damit mehr als gerecht. Anstelle von knalligen Farben weist die quadratische Box des Spiels nur Naturtonfarben auf.
Die Katholische Landjugendbewegung hofft darauf, dass auch über das Spiel hinaus den Fragen nach der Zukunft, die uns alle etwas angeht, mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird.