Ohne Führerschein ist „in“

Hagen. (san) Dass die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung bindend ist, scheint für einige Verkehrsteilnehmer nicht ganz klar zu sein. Gleich zwei typische Fälle der in letzter Zeit zunehmenden Unsitte gab es in dieser Woche.

Fahrzeug führen verboten

Mit laufendem Motor stand am Mittwoch, 7. September 2016,  ein Ford mit ausländischem Kennzeichen in der Fußgängerzone. Polizeibeamte ließen sich vom Fahrer die Papiere aushändigen. Während der Überprüfung fiel ihnen auf, dass sich an dem Ford keine Umweltplakette befand. Da der Mann keinen Wohnsitz in der Bundesrepublik hat, sollte er wegen dieses Verstoßes nun eine Sicherheitsleistung zahlen. Einem Beamten fiel ein Schreiben der Hagener Staatsanwaltschaft auf dem Beifahrersitz liegend auf, aus dem hervorging, dass der 47-Jährige in Deutschland keine Fahrzeuge führen darf. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft erhöhten die Polizisten die Sicherheitsleistung und untersagten die Weiterfahrt. Eine Anzeige gab‘s obendrein.

Gar keinen Führerschein?

Ebenfalls am Mittwoch: Ein 51-jähriger Autofahrer stand mit seinem BMW vor einer Rotlicht zeigenden Ampel auf der Dortmunder Straße in Richtung Hagen. Plötzlich fuhr von hinten ein Suzuki auf ihn auf und beschädigte die Stoßstange. Der Suzuki-Fahrer drehte daraufhin und fuhr in Richtung Hohensyburg davon.

Der BMW-Fahrer folgte dem Flüchtigen, konnte ihn in der Wandhofener Straße zum Anhalten bewegen und rief die Polizei. Den Beamten gegenüber gab der 63-jährige Suzuki-Fahrer an, von dem Unfall nichts bemerkt zu haben.

Er führte keinen Führerschein mit sich und teilte hierzu mit, man habe ihm seine in der Schweiz erlangte Fahrerlaubnis in Bulgarien entwendet.

Bei den weiteren Ermittlungen ergab sich der Verdacht, dass der Suzuki-Fahrer gar nicht im Besitz eines Führerscheins ist. Da er in Deutschland nicht über einen Wohnsitz verfügt, musste er eine Sicherheitsleistung in Höhe von 240 Euro entrichten. Außerdem wurde ihm natürlich die Weiterfahrt untersagt. Die Anzeige wegen Unfallflucht und Fahrens ohne Führerschein folgt.