Ordnungsamt stellt Welpen sicher

 

Hagen. (red.) Nach Hinweisen aus der Bevölkerung haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes innerhalb weniger Tage zwei illegal angeschaffte Stafford-Terrierwelpen sichergestellt. Die Besitzer erfüllten die für diese als gefährlich geltenden Hunde gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen zur Haltung nicht und konnten auch keine entsprechenden Erlaubnisse vorlegen. Deshalb kam es zu einer sofortigen Wegnahme der Hunde. Die weitere Haltung der Tiere wurde den Betroffenen untersagt; ihnen droht zudem ein Bußgeldverfahren. Die Welpen warten nun in kompetenten Pflegefamilien auf ein gutes, dauerhaftes Zuhause.

„Gefährliche Hunde“

Der Pitbull-Terrier, der American Staffordshire Terrier, der Staffordshire-Bullterrier und der englische Bullterrier gehören zu den sogenannten gefährlichen Rassen in NRW. Sowohl Kreuzungen innerhalb dieser Rassen als auch mit anderen Hunden gelten als „gefährliche Hunde“ im Sinne des Hundegesetzes für das Land Nordrhein-Westfalen. Die Gesetze wurden 2003 verschärft, nachdem es in vielen Fällen zu Angriffen durch die Tiere auf Menschen und damit teils schlimmsten Verletzungen kam.

Die Haltung solcher und einiger weiterer Hunderassen ist erlaubnispflichtig und nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Dazu zählen unter anderem die Volljährigkeit, entsprechende Sachkunde und die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Nur aus dem Tierheim

Leider wird, wie auch in den aktuellen Fällen, daneben immer wieder ein entscheidender Faktor bei der Anschaffung eines „gefährlichen Hundes“ außer Acht gelassen: Ein Hund einer dieser Rassen oder Kreuzungen darf in NRW nur aus einem Tierheim oder einer tierheimähnlichen Einrichtung übernommen werden. Die Zucht, der private Erwerb oder sonstige private Beschaffungen eines solchen Hundes sind verboten.

Und dennoch finden sich immer wieder Vermittlungsangebote für diese Hunderassen. Besonders im Internet werden die Tiere inseriert, obwohl eine Übernahme dann illegal wäre. Die Vermittlung aus einem Tierheim an private Halter dient der Entlastung des Tierheimes und liegt daher im besonderen öffentlichen Interesse. Schließlich muss so manch ein „Listenhund“ ewig im Tierheim warten, bis sich ein kompetenter Mensch findet, der sämtliche Auflagen zur Haltung auch erfüllen kann und will.

Das Ordnungsamt weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass für eine Person, der die Haltung eines Hundes dieser Rasse bereits untersagt und der Hund sichergestellt wurde, keine Möglichkeit besteht, diesen Hund wieder aus dem Tierheim zu übernehmen. Zudem gilt die ausdrückliche Bitte, sich vor Anschaffung eines Hundes beim Ordnungsamt über die gesetzlichen Vorschriften zu informieren. Denn auch die Kenntnis der geltenden Rechtslage zählt zu einer verantwortungsvollen Hundehaltung.