Peter Schütze wird 65

Dr. Peter Schütze wird am Samstag, 8. Juni 2013, 65 Jahre alt. (Foto: Anna Linne)
Dr. Peter Schütze wird am Samstag, 8. Juni 2013, 65 Jahre alt. (Foto: Anna Linne)

Hagen. (anna) Es gibt kaum jemanden in Hagen, der ihn nicht kennt. Seine Vorträge (Rezitationen), seine schauspielerischen Leistungen, seine literarischen Veröffentlichungen sowie seine kabarettistischen Beiträge haben ihn auch über die Stadtgrenzen hinaus berühmt gemacht: Der Literaturwissenschaftler Dr. Peter Schütze feiert am Samstag, 8. Juni 2013, seinen 65. Geburtstag. Zusammen mit Freundin Miriam wird er diesen Ehrentag bei der Verdi-Opern-Premiere „Die Räuber“ in Essen verbringen.

Wohnhaft in Hohenlimburg, wo er bekanntlich Intendant der Schloss-Spiele ist, stammt Schütze eigentlich aus Detmold. Dort steht noch sein Geburtshaus, dort fühlt er sich auch heute noch heimisch. In Detmold ist er obendrein Präsident der „Christian-Dietrich-Grabbe-Gesellschaft“. „Grabbe war ein berühmter Dramatiker. Er war neben Georg Büchner der bedeutendste Erneuerer des deutschsprachigen Dramas seiner Zeit. Grabbe war beeinflusst von Shakespeare und vom Sturm und Drang“, weiß Schütze, der auch als Dramaturg mit fünfundzwanzigjähriger Berufserfahrung in allen Sparten von sich reden machte.

Sein Studium, seine Berufsausübungen und seine Karrierebestrebungen führten ihn kreuz und quer durch Deutschland. Bis er schließlich durch den seinerzeitigen Theater-Intendanten Peter Pietzsch nach Hagen kam und hier heimisch wurde.

Werdegang

Schütze studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Mainz und Marburg. Als Stipendiat des Landes Hessen machte er 1976 seinen „Doktor“. Nach einer Zeit als Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer in Frankfurt begann er seine Theaterlaufbahn in Dortmund und Bielefeld. Weitere Engagements führten ihn als „Erster Dramaturg“ nach Wiesbaden, wo er auch Peter Pietzsch kennen lernte, sowie ans Thalia-Theater Hamburg, wo er – bis 1985 – mit Regisseuren wie Rudolf Noelte, Peter Beauvais oder Benjamin Korn arbeitete.

Danach verdiente Peter Schütze wieder als freier Schriftsteller und Wissenschaftler seine Brötchen. Neben zahlreichen anderen Büchern, Buchbeiträgen, Aufsätzen und Artikeln für verschiedene größere Zeitungen entstanden Lebensdarstellungen über August Strindberg (1990) und Fritz Kortner (1994) für den Rowohlt-Verlag („rororo“) sowie mehrere in Wiesbaden, Saarbrücken, Darmstadt, Augsburg, Hagen und St. Gallen aufgeführte Ballette, zu denen er die Handlungen schrieb.

Von 1988 bis ’92 war er dann Chefdramaturg in Hagen und von 1995 bis ’98 persönlicher Referent des Intendanten. Seine bisher rund 200 Mal gespielte Fünfziger-Jahre-Revue „Hörst Du mein heimliches Rufen?“ stellte er für das Theater Hagen zusammen, wo er zudem als Regisseur und Darsteller wirkte. Gleichzeitig war er als Lehrbeauftragter für Theater- und Medienwissenschaft an der Universität Bochum tätig. 1998 legte er ein Buch über Jürgen von Manger und seine Adolf-Tegtmeier-Figur vor: „Dat soll mir erst mal einer nachmachen!“

Wirken und Werken

Als Rezitator und Moderator hat Schütze mehr als hundert literarische Programme in petto – unter anderem zu Goethe, Heine, Droste-Hülshoff, Wilhelm Busch, Morgenstern, Ringelnatz, Kästner, Thomas Mann und Eugen Roth. Seit 1988 ist er mit seinen literarischen, humoristischen und satirischen Programmen und Lesungen ringsum in Deutschland aufgetreten.

Als Regisseur wirkt Schütze seit 1988 in über 30 Inszenierungen klassischer, moderner, ernster und heiterer Stücke. Am Samstag, 22. Juni, läuft im Rahmen der Schloss-Spiele in Hohenlimburg das von Schütze inszenierte Schauspiel „Der Raub der Sabinerinnen“ an. Natürlich steht bei dem pfiffigen Schwank Schütze auch als Schauspieler im Rampenlicht. In unzähligen Rollen wie Judas, Andy (Love Letters), Felix (Ein seltsames Paar), Just (Minna von Barnhelm) und Pankratius (Der Wildschütz), um nur einige zu nennen, konnte der „Tausendsassa der Bühnen“ schon viele Erfolge für sich einheimsen. Sein ausdruckstarkes, gestenreiches Spiel, seine vortreffliche Mimik haben ihm mittlerweile eine recht große Fangemeinde eingebracht, die bei seinen Auftritten, egal welcher Art, immer zur Stelle ist.

Auch als Autor mit mehr als zweihundert Publikationen hat Schütze für Furore gesorgt: neben den schon erwähnten Veröffentlichungen stammen von ihm Opernlibretti, Schauspiele, Revuen oder auch Programme/Präsentationen im Rahmen von Firmenjubiläen. Trotz seiner 65 Jahre denkt Dr. Peter Schütze noch lange nicht ans Aufhören. Zu viele Ideen spuken noch in seinem Kopf herum. Wir dürfen gespannt sein…