Philipp Csesznofszky: Gerade 20 und schon Meister

Sie freuen sich, mit Philipp Csesznofszky (2.v.r.) einen so talentierten jungen Fleischermeister in ihrem Hause zu haben: (v.l.) Kaufpark-Fleischfachberater Markus Heinemann, Markus Evers (Filialleiter in Herdecke) und Ralf Hilgenstock, Leiter Personalentwicklung. (Foto: Sandra Schievelbusch)

Hagen/Herdecke. (san) Philipp Csesznofszky ist das, was man einen „Durchstarter“ nennt. Schule, Ausbildung, Meisterbrief – mit gerade einmal 20 Jahren hat der junge Fleischer bereits das erreicht, was bei vielen älteren Berufskollegen Weile hat. Und weil er sowohl in der dreijährigen Lehrzeit als auch in seinem Meisterlehrgang so erfolgreich war, lag seinem Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber nichts näher, als diese talentierte Fachkraft zu halten.

Noch hat Csesznofszky einen vorgesetzten Metzger in seiner Filiale. „Natürlich fehlt dem jungen Meister trotz allem die überaus wichtige Berufserfahrung,“ erklärt Ralf Hilgenstock, Leiter Personalentwicklung bei Michael Brücken Kaufpark. „Zwar gibt es nicht mehr die dreijährige Wartezeit nach dem Berufsstart, bevor man die Meisterprüfung ablegen kann, aber es macht schon Sinn, seine täglichen Handwerkskenntnisse erst einmal zu vertiefen,“ ergänzt Fleischfachberater Markus Heinemann. Mag das Prüfen, Zerlegen, Zuschneiden des Fleisches oder Zubereiten der Wurst auch schon perfekt sein, geht es doch als Abteilungsleiter um mehr: Wie viel Ware muss geordert werden, damit sie reicht, aber auch keine Überbestände liegen bleiben? Wie wird das Wetter zum Wochenende? Werden die Kunden viel Grillgut verlangen? Für derartige Kalkulationen können auch die besten Fleischer nicht gleich das richtige Näschen haben.

Philipp Csesznofszky kennt sich aus mit Rinderbraten und Co.: Mit seinen jungen 20 Jahren ist er bereits ausgelernter Fleischermeister. (Foto: Sandra Schievelbusch)

„Ausgelernt“

Aber Philipp Csesznofszky kann es jetzt ruhig angehen lassen. Wenn so mancher Metzger an der Abendschule neben Job und Familie für den Meisterbrief paukt, hat er die „Lernphase“ in einem Rutsch hinter sich gebracht und kann ohne Prüfungen vor der Brust seine Berufserfahrungen sammeln. „Irgendwann, wenn unser jüngster Fleischermeister soweit ist, wird er sicherlich eine eigene Abteilung in einer Filiale von uns übertragen bekommen,“ sind sich seine Chefs sicher. „Aufgrund unserer Unternehmensgröße und unserem Verbreitungsgebiet gibt es gute Aufstiegschancen. So kann er beispielsweise bis zum Fleischfachberater, der rund 15 Märkte fachlich betreut, aufsteigen,“ so Hilgenstock.

Der frische Absolvent des Meisterlehrgangs ist gerade von seiner Ausbildungsfiliale an der Schwerter Straße, über eine kurze Zwischenstation in Ergste, in den Markt im Herdecker Mühlencenter gewechselt. Hier wird er nun längerfristig mit für die Qualität in der Theke garantieren.

Ab 5.30 Uhr in der Frühe sorgt sich Csesznofszky um die richtige Temperatur der angelieferten Frischware, verarbeitet sie verbrauchergerecht – und führt eine lückenlose Dokumentation vom Tier bis zum angebotenen Schnitzel. Die „Arbeit“ am toten Tier oder das Hantieren bei frischen Temperaturen hat dem 20-Jährigen nie etwas ausgemacht.

Traumberuf

Seine Mutter hat ihm wohl das Faible für Lebensmittel mit auf den Weg gegeben. Als gelernte Köchin hat sie ihr Wissen und Können auch am heimischen Herd unter Beweis gestellt – und das fruchtete bei Sohn Phillip. Denn schon zu Schulzeiten war ihm klar, dass Lebensmittel in seinem Berufsleben eine Rolle spielen sollen. Dass es nicht die Ausbildung zum Koch, sondern die Fleischerlehre wurde, daran hat auch Kaufpark-Personalentwickler Hilgenstock maßgeblichen Anteil. Ein wenig besorgt weiß er um die Zurückhaltung bei den Schulabgängern, in die Lebensmittelbranche zu gehen. „Koch ist momentan etwas populärer durch die zahlreichen Koch-Shows im Fernsehen,“ sagt er. „Aber die Arbeitszeiten und der Verdienst sind nicht so rosig, schafft man es nicht gerade zum Starkoch.“ Die Chancen für Metzger auf dem Arbeitsmarkt seien hingegen hervorragend.

Philipp Csesznofszky indes scheint sich absolut wohl in seiner Haut zu fühlen, er hat alles richtig gemacht. Nicht nur, dass er problemlos eine der rund 200 Fleischerstellen seines Arbeitgebers in NRW mit guten Aufstiegsmöglichkeiten besetzt hat, er hat auch noch seinen Traumjob. Sein Traum-Essen mit persönlicher Empfehlung: „Spießbraten, gefüllt mit Mett, Zwiebeln und Senf.“

Und wenn er gerade nicht die leckersten Fleischzubereitungen im Kopf hat, schwingt er sich auf die Harley. Wer so jung schon das Berufliche in trockenen Tüchern hat, kann die Freizeit um so mehr genießen…