Phoenix gegen Meister und Pokalsieger

Jordan Hasquet zeigte in München endlich das, was man im Training schon lange von ihm gewohnt ist: Der US-Amerikaner erzielte 21 seiner 38 (!) Punkte von der Dreierlinie, traf dabei starke 50 Prozent dieser Versuche und wurde Topscorer des Spiels. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Eine Mannschaft von internationalem Niveau gibt am Sonntag, 30. Oktober 2011, ihre Visitenkarte an der Volme ab. Die Brose Baskets sind um 17 Uhr Gast von Phoenix Hagen in der ENERVIE-Arena. Der amtierende Double-Gewinner ist in dieser Saison noch ungeschlagen und sorgt auch international für Furore.

Die Bamberger sind das Maß aller Dinge in der Beko-BBL. Mit 95:57 fegten die Oberfranken am letzten Sonntag die Braunschweiger aus der Stechert-Arena, ganze drei Tage nach dem 96:65 zum Auftakt der Euroleague gegen Zagreb. Nach den schweren Spielen gegen Berlin (98:91) und bei den Bayern (81:100) wartet am Sonntag der allerdickste Brocken auf die Feuervögel.

Wenige Veränderungen

Bambergs Trainer Chris Fleming hat nur wenige Veränderungen an seinem erfolgreichen Team des Vorjahres vorgenommen. Neu sind der ehemalige ALBA-Star Julius Jenkins sowie die Forwards Marcus Slaughter (aus Valladolid, ehemals Bremerhaven) und P.J. Tucker (Quebradillas Pirates/Puerto Rico). Prominentester Abgang ist Kyle Hines, MVP der Beko-BBL-Finals 2011.

Team-Leader und Ex-NBA-Spieler Casey Jacobsen muss mit seinen Kollegen den Ausfall des am Knie verletzten Spielmachers John Goldsberry kompensieren. Mit Brian Roberts und Anton Gavel stehen neben Jenkins allerdings hochkarätige Alternativen für die kleinen Positionen zur Verfügung. Weitere Leistungsträger bei den Brose Baskets sind Routinier Predrag Suput, Nationalcenter Tibor Pleiß und Karsten Tadda. Zudem wird Center-Talent Philipp Neumann ans Team herangeführt.

Feuervögel „geerdet“

Die Euphorie vom 98:91-Triumph über ALBA BERLIN ist bei der Mannschaft von Ingo Freyer inzwischen verflogen. Dazu erdete die erste Halbzeit im Spiel beim FC Bayern zu sehr. Mit einem 24:52 gingen die Hagener in die Kabine, um anschließend allerdings viel stärker zurück aufs Parkett des Audi-Dome zu kommen und das Endergebnis mit einem 81:100 noch erträglich zu gestalten. Das konnte Ingo Freyer allerdings nicht trösten: „Wenn du so deutlich verlierst, dann ist das einfach schlecht. Wir haben uns leider beeindrucken lassen vom großen Namen und von der ganzen Atmosphäre rund um die Marke Bayern München, was allerdings auch wirklich fantastisch war.“

T.J. Carter mühte sich auch im Süden redlich, seine 11 Punkte und 5 Rebounds reichten aber am Ende nicht. (Foto: Jörg Laube)

Verluste – Verunsicherung

Die vielen Ballverluste verunsicherten die Feuervögel völlig. „Die Köpfe gingen schnell runter und die Körpersprache war schlecht. Die Intensität und Aggressivität, die uns sonst auszeichnen, waren nicht zu sehen. Wir haben zu viel nachgedacht. In der zweiten Hälfte haben wir unseren Wurf-Rhythmus gefunden und gesehen, dass Jordan Hasquet sehr wertvoll für uns sein kann. Trotzdem ist das alles sehr schade, weil wir mit viel Euphorie in die Partie gegangen sind.“

Hasquet: Saisonrekord

Schon beim 88:80-Sieg in Bayreuth vor zwei Wochen zeigte Jordan Hasquet, wie wichtig er für Phoenix Hagen ist. In München legte der 26 Jahre alte und 2,06 Meter große Forward dann eine tolle Show hin: 38 Punkte und sieben Dreier bedeuteten einen neuen Saisonrekord in der Beko-BBL. Allein 29 Zähler gelangen Hasquet nach der Pause.