Phoenix Hagen: Durchatmen ist angesagt

Hagen. (dh) Durchatmen ist bei Phoenix Hagen nach dem 88:82-Auswärtssieg bei der TBB Trier angesagt. Mit vier Erfolgen aus acht Partien stimmt die Bilanz wieder. Gegen die MHP Riesen Ludwigsburg wollen die Feuervögel am Samstag, 23. November 2013, um 20.30 Uhr (Achtung: neue Sprungballzeit!) auch daheim wieder siegen, nachdem Braunschweig und Bremerhaven zuletzt die Punkte aus der Enervie-Arena entführen konnten.

David Bell (l., im letzten Heimspiel gegen Ludwigsburg) war in Trier mal wieder der Mann für die knappen Entscheidungen: 27 Punkte (davon 7 Dreier) erzielte der US-Amerikaner. (Foto: Jörg Laube)
David Bell (l., im letzten Heimspiel gegen Ludwigsburg) war in Trier mal wieder der Mann für die knappen Entscheidungen: 27 Punkte (davon 7 Dreier) erzielte der US-Amerikaner. (Foto: Jörg Laube)

Nach der Wildcard mussten viele gehen

Die MHP Riesen Ludwigsburg und ihr Coach John Patrick haben einen kompletten Neuanfang hinter sich. Nach dem sportlichen Abstieg und dem Klassenerhalt über eine Wildcard mussten fast alle Spieler gehen. Nur Forward Tim Koch blieb in der Barockstadt. Der Neuanfang ist geglückt: Trotz einiger dicker Brocken zu Saisonbeginn ist Ludwigsburg mit einer ausgeglichenen Bilanz gestartet. Das Spiel gegen den Mitteldeutschen BC konnte am Wochenende nicht ausgetragen werden und findet erst am heutigen Mittwoch statt.

Patrick hat ein sehr interessantes Team zusammengestellt, das mit etlichen Routiniers und einigen Talenten besetzt ist. Und es ist so, wie man es von Patrick erwartet: guardlastig! Mit College-Frischling C.J. Harris (16,0 Punkte), dem aus Griechenland verpflichteten Keaton Grant (14,9 Punkte) sowie Michael Stockton (12,0 Punkte) sind drei kleine Spieler die besten Werfer der Riesen. Stockton, der im Vorjahr in der ProA für Karlsruhe spielte, ist der Sohn von Utah-Jazz-Legende John Stockton. Mit Tanner Smith (kam aus Zwolle) steht ein vierter Amerikaner für die kleinen Positionen zur Verfügung.

Shawn Huff und der Deutsch-Kroate Mario Stojic bekleiden die Flügelposition. Für Stojic, inzwischen 33 Jahre alt, ist Ludwigsburg nach einer internationalen Karriere mit Stationen wie Treviso und Real Madrid der erste Aufenthalt in der Basketball-Bundesliga. Unter den Körben hat John Patrick eine ungewöhnliche Konstellation gewählt: Gregory Echenique (7,4 Punkte, 5,1 Rebounds), ein Mann aus Venezuela, kam direkt vom College. Mit Patrick Flomo und Adam Waleskowski wurden zwei Routiniers mit deutschem Pass aus Düsseldorf (ProA) verpflichtet. Und Robert Tomaszek (ehemals Würzburg) kehrte aus Polen in die Bundesliga zurück.

Niederlagen nur gegen Top-Teams

Die Ludwigsburger Riesen machen bisher einen sehr gefestigten Eindruck und wirken deutlich besser besetzt als im Vorjahr. Niederlagen gab es bislang nur gegen die Top-Teams Bayern, Berlin, Oldenburg und Ulm. Die Mannschaft ist schwerer auszurechnen als in der vergangenen Saison, wenn auch C.J. Harris in den jüngsten Partien verstärkt als Top-Scorer auftrat.

In Trier erlebte Phoenix Hagen ein Spiel wie eine Achterbahnfahrt. Nach gutem Start ging gegen Ende des ersten Viertels die Ordnung verloren. Mitte des dritten Abschnitts lag Phoenix fast aussichtslos mit 46:64 zurück, als Trainer Ingo Freyer auf Zonenverteidigung umstellte. Trier wirkte dagegen völlig hilflos – und musste eine spektakuläre Aufholjagd der Feuervögel hinnehmen. Mit einem sicheren David Bell (27 Punkte) und einem wiedererstarkten Mark Dorris (18 Punkte) drehten die Hagener die Partie im Schlussviertel und siegten noch mit 88:82.