Phoenix im Aufwärtstrend

Tristan Blackwood wird immer stärker auf der "1" als Aufbauspieler, seitdem er mehr Einsatzzeit bekommt. Zuletzt in Ludwigsburg holte der sympathische Kanadier 27 Punkte, 5 Assists und 1 Steal. (Foto: Laube)

Hagen. (ph) Das letzte Halali im Jahr 2011 wird am Freitag ausgerufen. Um 19.30 Uhr erwartet Phoenix Hagen in der Beko-Basketball-Bundesliga die BG Göttingen am Ischeland in der ENERVIE-Arena. Mit einem Erfolg über das Schlusslicht soll sich nicht nur der Aufwärtstrend der letzten Wochen bestätigen, sondern auch eine solide Basis für den Kampf um den Klassenerhalt gelegt werden.

Tabellenletzter

Die Niedersachsen müssen gerade einen empfindlichen Absturz verkraften. Anderthalb Jahre ist es her, dass die Veilchen den Europapokal gewannen, die EuroChallenge 2010. In der Saison 2010/2011 führte sie der Weg immerhin noch in die Beko-BBL-Playoffs. Jetzt sind die Göttinger Tabellenletzter mit bisher zwei Siegen. Trainer Stefan Mienack musste ob des ausbleibenden Erfolgs gehen; sein Assistent Michael Meeks, 1997/98 als Spieler für Brandt Hagen aktiv, übernahm das Ruder.

Es soll wieder aufwärts gehen bei der BG. Ein Sieg gegen Tübingen (80:75) machte Mut. Gegen Kellerkind Frankfurt gab es am zweiten Weihnachtstag allerdings eine bittere 65:78-Heimniederlage, zu der der Ex-Hagener Jacob Burtschi 17 Punkte für die Gäste vom Main beisteuerte. Nicht nur der Trainer musste für den erhofften Erfolg weichen. Das Spielerkarussell dreht sich bei den Göttingern in einem beachtlichen Tempo. Die Guards Josh Slater und Kwadzo Ahelegbe mussten gehen, ebenso Forward Damian Saunders. Zudem erwischte es Leistungsträger Louis Dale arg, als er einen Kreuzbandriss erlitt.

Mit Erfahrung

Neues Personal wurde schnell gefunden. Dabei setzte die Klubführung auf Spieler mit internationaler Erfahrung. Es kamen der ehemalige Düsseldorfer Power Forward Sean Evans (11,8 Punkte, 8,2 Rebounds), der Ex-Groninger Matt Bauscher, der für die Aufbauposition vorgesehen ist, sowie Flügel Jerel Allen, der zuvor in Australien spielte.

Das Prunkstück der BG ist die lange Garde. Rasta-Mann und Top-Athlet Raymond Sykes ist mit knapp 14 Punkten der beste Scorer seiner Mannschaft und bildet zudem mit dem kräftigen Sean Evans ein starkes Duo. Für Entlastung am Brett sorgen Philip Noch und der Brasilianer Roberto Mafra. Die Flügelposition besetzen Max Weber und Jerel Allen. Auf den beiden Guard-Plätzen rotieren die Amerikaner Paris Horn (11,5 Punkte), Neuzugang Matt Bauscher und Kyle Bailey.

Der Litauer Zygimantas Jonusas hat sich wieder gefangen. Im letzten Auswärtsspiel zeigte "Zygi" mit 23 Punkten und 5 Rebounds seine wahre Seite. (Foto: Laube)

In Offensive schwach

Auswärts konnten die Göttinger in sechs Versuchen bisher noch nicht siegen. Positive Tendenzen in neuer Besetzung gab es zuletzt in Ulm, wo die Veilchen das erste Viertel mit 30:18 gewannen, um am Ende doch noch mit 71:82 zu unterliegen. Das offensive Spiel ist bisher nicht die große Stärke des Schlusslichts; rund 68 Punkte sammeln sie pro Partie. Viel geht dabei über die großen Akteure.

Freyer zufrieden

Fünf Siege finden sich inzwischen auf dem Konto von Phoenix Hagen. Die ersatzgeschwächten Feuervögel gewannen zuletzt nicht nur gegen Würzburg (73:70), sondern schafften auch ein 95:81 in Ludwigsburg – und das ohne den gesuchten neuen Aufbauspieler und ohne den an der Achillessehne verletzten Brandon Brooks. Selten war Trainer Ingo Freyer nach einem Spiel so zufrieden, wie zuletzt in Ludwigsburg: „Wir haben, insbesondere nach der Pause, mit viel Selbstvertrauen gespielt. Wir haben an uns geglaubt, aggressiv verteidigt und gut ausgeholfen.“

Ein Sonderlob gab es für Guard Tristan Blackwood, der 27 Punkte erzielte: „Er war in allen Kategorien gut. In der Verteidigung, beim Abschluss, als Aufbauspieler – ein sehr gutes Spiel von ihm!“

Nicht überbewerten

Überbewerten wollte Freyer die Erfolge allerdings nicht: „Wie wertvoll die beiden Siege sind, wissen wir erst nach dem Spiel gegen Göttingen.“ Wie die Personallage dann aussehen wird, war zu Wochenbeginn noch nicht absehbar. Weder von der Krankenstation in Sachen Brooks noch von der Transfer-Front gab es neue Nachrichten.

Eine vorgezogene Silvester-Party wird es nach dem Spiel auf jeden Fall geben. Ab 22 Uhr sind die Feuervögel zu Gast im „Galea Club“, Graf-von-Galen-Ring 47, zur „Phoenix Years Out Party“. Es wird fast die komplette Phoenix-Familie dabei sein, um mit den Fans und Partygängern zu feiern. Karten gibt es in der Halle zum Preis von 6 Euro. An der Abendkasse kosten die Tickets 8 Euro.