Phoenix-Ladies suchen Sponsoren

Hagen. (san) Die Volmestadt gilt schon lange als herausragend in Sachen Basketball, viele Sportfreunde sehen dies gar als Imagewerbung für Hagen. Hier ist der Sitz des Deutschen Basketballbundes (DBB), hier spielen Bundesligateams und das Angebot an Vereinen für junge begeisterte Korbjäger ist überdurchschnittlich. Daher kommt es nicht von ungefähr, dass die Enervie-Arena am Ischeland momentan Austragungsort etlicher EM-Qualifikationsspiele der deutschen Damen-Nationalmannschaft ist – so gegen Montenegro, Ukraine und Finnland.

Aber bis in die Spitze zu kommen, ist für Frauen und die sie betreuenden Vereine ein besonders hartes Brot. Davon wissen die Verantwortlichen des jungen Teams der Phoenix Hagen Ladies ein Lied zu singen, die gerade die kommende Saison 2014/2015 vorbereiten. Am dritten Septemberwochenende beginnen die Spiele der Zweitligadamen, die bis dahin nach dem Weggang von Uli Overhoff mit dann neuen Coaches intensiv trainiert haben werden.

Profi-Anforderungen

Das Zweitligateam von Phoenix ist bundesweit mit einem Durchschnittsalter unter 20 Jahren eines der jüngsten der Liga und eines der wenigen Teams, die ohne ausländische Profispielerinnen auskommen. Alle Spielerinnen stehen im Studium oder gehen noch zur Schule, alle sind Amateursportlerinnen.

„Ohne großen Fleiß und einem Zeitaufwand, der dem eines Profisportlers nahe kommt, wäre es nicht möglich, auf diesem Niveau erfolgreich zu sein. Wo andere junge Menschen durch Nebenjobs zum Lebenserhalt während des Studiums beitragen können, bleibt Bundesligaspielerinnen hierfür in aller Regel keine Zeit. Das bedeutet, dass die Spielerinnen für ihren Sport viele Abstriche machen müssen und oftmals aus Zeitmangel auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind,“ fasst Sabine Kaminski, Teammanagerin der Phoenix Ladies, die vor allem finanziell schwierige Situation zusammen.

Keimzelle TSV 1860

Eigentlich ist das seit der Saison 2008/2009 bestehende Phoenix-Damen-Team nicht originär von den Feuervögeln „groß gezogen“. Die Spielerinnen stammen alle aus einer Kooperation mit dem TSV Hagen 1860. Somit wurde die Phoenix-Familie erst komplett, nun konnte man alle Sparten – Herren, Jugend und Damen – abdecken. Die Ladies sind damit ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zu dem, was den Verein heute ausmacht.
Viele Jahre mussten die Basketballdamen des TSV Hagen 1860 aus sportlichen, aber auch finanziellen Gründen auf ein Bundesligateam verzichten. Mit der Saison 2007/2008 gelang es dann, als Tabellendritter der Regionalliga in die 2. Bundesliga Nord aufzusteigen, nachdem auch ein Sponsor für das Vorhaben gefunden wurde. Hintergrund war die Idee, die bestens ausgebildeten und talentierten Jugendspielerinnen des Vereins am Leistungsstandort Hagen zu halten.

In der darauffolgenden Spielzeit gelang es erstmals, im weiblichen Bereich eine Kooperation mit Phoenix Hagen einzugehen. Durch den Namen Phoenix Hagen erhielt der Damenbasketball zusätzliche Stabilität und Strahlkraft weit über die Stadt hinaus. Den Unterbau für die Ladies bilden die Teams von 1860: Das leistungsstarke U17-Jugendbundesligateam (Deutscher Meister 2013) und die Regionalliga-Damen. Verstärkt wird das Team zudem durch junge Spielerinnen der angrenzenden Städte.

Sponsoren erwünscht

„Sportliches Ziel ist es, unter den gegebenen Bedingungen möglichst weit zu kommen und eines Tages sogar die Play-Offs zu erreichen,“ so Sabine Kaminski. Aber für bestmögliche Trainingsbedingungen bedarf es eines finanziellen Polsters – hier hofft man auf Sponsoren und Werbepartner, die erkennen, dass die Basketballfrauen mit ihrer Leistung keineswegs im Schatten der Männer stehen.