Phoenix zieht in Vechta den Kürzeren

Hagen. Richtig eng wurde es am Ende, doch das half Phoenix
Hagen nach der 96:98 (52:51)-Niederlage bei Rasta Vechta am 8. Oktober 2016 auch
nicht weiter. Bemerkenswert jedoch, dass die Feuervögel nach einem Rückstand von
14 Punkten nicht aufgaben und die Partie des vierten Spieltags der
Basketball-Bundesliga noch einmal spannend machten. Im mit 3.140 Zuschauern
ausverkauften Dome, in dem auch etliche mitgereiste Hagener Fans für Stimmung
sorgten, avancierte Phoenix-Kapitän David Bell mit 27 Punkten zum Topscorer.

Das Personal
Bei Phoenix stand eine Personalie schon vor dem Sprungball im Vordergrund:
Neuzugang David Godbold. Erst am späten Freitagabend in der Volmestadt
angekommen, kam der US-Amerikaner am Samstag in der 5. Minute ins Spiel.
Hagens Headcoach Ingo Freyer bot in der Starting Five Richard Williams, David
Bell, Chris Hass, Owen Klassen und Trent Plaisted auf. Jeremy Dunbar, im Sommer
aus Vechta nach Hagen gewechselt, pausierte mit Rückenproblemen auch gegen
seinen Ex-Klub. Für Rasta starteten Scott Machado, Frank Gaines, Moses Ehambe,
Christian Standhardinger und Devin Searcy. Der frühere Feuervogel Niklas Geske
kam von der Bank.
Der Spielverlauf
Das Spiel begann sehr ausgeglichen, wobei Phoenix gleich in die Position des
Jägers rutschte. Bis auf den 2:2-Ausgleich durch Klassen lagen die Hausherren
sechseinhalb Minuten lang leicht vorn. Die Gäste blieben bissig und gingen durch
einen Dreier von Williams zum 17:19 erstmals in Führung (7.). Vechta antwortete
trocken mit einem 9:0-Lauf. Auch davon erholte sich Phoenix schnell und kämpfte
sich zurück. Mit einem krachenden Dunking erzielte Klassen das 26:25 (10.),
bevor Gaines auf 28:25 erhöhte.
Ins zweite Viertel starteten die Feuervögel furios. Erst traf Bell, dann
sorgte Plaisted für die Führung, die Hass per Dreier veredelte – Spiel gedreht,
32:29 aus Hagener Sicht (11.). Klassen traf gleich dreimal in Folge für Phoenix
und erhöhte die Führung mit seinem 34:42 zwischenzeitlich auf acht Punkte (14.).
Doch die Partie blieb hart umkämpft. Erst gelang Vechta in Person von Travis
Warech der 44:44-Ausgleich (17.). Kurz vor der Pause verkürzte Derrick Allen auf
den denkbar knappsten Zwischenstand von 51:52.
Nach dem Seitenwechsel dominierten die Gastgeber das Spiel. Dass der am
Oberschenkel verletzte Williams in der zweiten Halbzeit nicht mehr eingesetzt
werden konnte, schmerzte Phoenix sehr. Vechtas Searcy sorgte mit seinem Treffer
zum 67:56 für die erste zweistellige Führung seines Klubs (25.). Bei Phoenix
übernahm jetzt der Kapitän das Ruder: In gut anderthalb Minuten korrigierte Bell
mit drei Dreiern den Punktestand von 74:60 auf 76:70 (29.). Doch auch Geske traf
aus der Distanz, Machado legte noch zwei Freiwürfe drauf.
Ein Dreier von Hass brachte Phoenix wieder auf 81:75 heran (32.). Dann jedoch
enteilten die Niedersachsen bis auf 90:77 (36.). Wie im Viertel zuvor übernahm
Bell Verantwortung: Mit sieben schnellen Punkten hielt er Hagen im Spiel. Nach
zwei Freiwürfen von Grof zum 92:88 wurde es richtig eng (37.). Gleiches galt für
die Schlussminute, in der Phoenix ein 97:88 aufzuholen hatte. Nach Dreier von
Hass und Korbleger von Plaisted traf Vechtas Gaines nur einen von zwei
Freiwürfen; neun Sekunden waren noch auf der Uhr. Phoenix brauchte aber zu lange
für den Angriff, sodass Adam Hess’ Dreier zum 98:96 einfach zu spät kam.
Das Fazit
Als sie mit acht Punkten vorne lagen, konnten die Feuervögel ihre Führung
nicht festigen. Als es am Ende extrem eng wurde, fehlte die Zeit für den letzten
entscheidenden Punch. Je fünf Dreier von Bell und Hass reichten nicht. Das
Warten auf den ersten Saisonsieg dauerte an, während RASTA eben diesen feierte.
Da war es auch kein Trost, dass Phoenix mit dem 98:96 das knappste Resultat
aller bislang gespielter Partien der Saison erzielte. Bei Vechta glänzte neben
Standhardinger Scott Machado mit 18 Punkten, sagenhaften 17 Assists und vier
Steals.
Die Trainerstimmen
Andreas Wagner (Vechta): „Wir sind natürlich glücklich, dass wir heute
gewonnen haben. Es war ein Spiel, in dem es immer rauf und runter ging. Wir
haben ein sehr gutes drittes Viertel gespielt, in dem wir beim Rebound und in
der Defense einfach präsenter waren als in Halbzeit eins. Aber zum Ende hin
hätten wir cooler agieren müssen.“
Ingo Freyer (Phoenix): „Es haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Während
bei RASTA viele Dreier gefallen sind, ist bei uns vieles herausgesprungen.
Bitter für uns war der Ausfall von Williams zur Halbzeit. Bis dahin hatte er
wohl sein bestes Spiel für uns gemacht. Man muss Standhardinger und Machado ein
Lob aussprechen, die heute wirklich ganz stark waren.“