Pinguine und Orkas

Hagen. (anna) Der wochenkurier berichtete bereits mehrfach über das Dahler Paar Eleonore Schmitz-Hegemann und Jürgen Koppert, das eine über zweimonatige Reise durch Lateinamerika unternommen hat („Mit dem Wohnmobil ins Feuerland – 14.000 km durch Südamerika“).

Wir setzen unsere Serie heute mit dem 6. Teil fort:

An der argentinischen Atlantikküste werden in den Sommermonaten Dezember bis Februar zahllose Pinguine, Wale, Seelöwen, Seerobben, Guanakos, Nandus und viele andere Tiere geboren. Es gibt Pinguinkolonien von 20.000 Brutpaaren. Das „Schauspiel“ wollte sich das Dahler Paar natürlich ansehen:

Sie fuhren entlang der Küste, an Städten vorbei, die nur wegen der Ölförderung gebaut wurden. „Doch das Öl bringt den Menschen keinen Reichtum“, weiß Eleonore Schmitz-Hegemann. „Die Städte sind arm, aber ohne hohe Kriminalität. Die Häuser sind längst nicht so verriegelt wie zum Beispiel in Buenos Aires und es sieht alles sauber aus. Man hat keine Probleme, irgendwo mit dem Wohnmobil zu stehen.“

Als die Dahler an einer schönen Promenade vor einem Militärgebäude fragten, ob sie dort für die Nacht parken dürften, weil alles so sauber und sicher aussehe, war der Militärchef direkt beleidigt. Er erklärte dem Paar, dass es überall sauber und sicher in der Stadt sei und man parken und übernachten könne, wo immer man wolle.

Naturschauspiel

Die Halbinsel Valdes ist ein National-Park. Hier kann man gut mit Booten aufs Meer hinaus. „Wir hatten Glück, da wir uns für die Nacht vor das Haus eines Rangers gestellt hatten“, erinnert sich die Dahlerin. „Am Nachmittag zuvor hatten wir uns mit ihm über seine Arbeit unterhalten und erfahren, dass man mit etwas Glück Wale und Orkas sehen kann. Dieses Ereignis wollten wir uns nicht entgehen lassen.“

Die vielen Pinguine und Seelöwen hatte das Paar den ganzen Tag beobachtet. Auch ein Gürteltier war ihnen vor die Füße gelaufen. Als Eleonore am Abend im Wohnmobil einige Eier in die Pfanne schlagen wollte, klopfte der Ranger wie wild an die Tür. „Schnell, alles stehen lassen, mitkommen!“, befahl er den Urlaubern. Sie fuhren dann in seinem Auto Richtung Meer und nach etwa einem Kilometer hielt der Ranger an und alle sprangen an die Uferböschung. „Unter uns sahen wir das Meer und eine kleine durch eine Sandbank vom Meer abgetrennte Bucht, die jetzt bei Flut vollgelaufen war. Genau das nutzten die Orkas, um die darin schwimmenden Seeelefanten zu fangen“, berichtet Eleonore Schmitz-Hegemann. „Diese Tiere waren eingeschlossen und die beiden Orkaweibchen mit ihren Jungen hatten leichtes Spiel. In etwa fünf Minuten war alles vorbei und die Killerwale rutschen durch die kleine Öffnung in der Sandbank, um wieder ins offene Meer zu gelangen.“

Pinguine

Die Pinguine leben in kleinen Höhlen, die sie sich unter der Grasnabe buddeln. Sie sind ganz zutraulich und man könnte sie streicheln. Das sollte man natürlich nicht machen sollte, allein schon wegen der Bakterien, die man übertragen würde. „Ich habe mich neben ein Muttertier mit seinem Jungen gehockt, dann ist man nicht so groß“, erklärt die Urlauberin aus Deutschland. „Dann habe ich ganz ruhig mit dem Tier gesprochen und wir haben uns so ’von Frau zu Frau’, oder ’von Mutter zu Mutter’ unterhalten. Nach einiger Zeit machte das Muttertier eigenartige Töne und schrie dann ganz laut. Ich habe sie absolut verstanden, mir ging das als junge Mutter auch manchmal so, dass man hätte laut schreien wollen.“

Die Serie wird in loser Folge fortgesetzt.

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