Playoffs oder Sommerferien?

Auch der erneut stark spielende Mark Dorris (15 Punkte/6 Rebounds/2 Steals/2Assists) fand bei der Niederlage gegen die aggressiv verteidigenden und hochprozentig treffenden Artland Dragons in der vergangenen Woche kaum ein Durchkommen. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Finale furioso in der Basketball-Bundesliga: Vier Teams kämpfen am letzten Hauptrundenspieltag um die beiden freien Playoff-Plätze! Phoenix Hagen kann seine Aktien durch einen Sieg gegen den Mitteldeutschen BC deutlich aufwerten, wäre aber selbst bei einer Niederlage nicht in jedem Fall draußen, obwohl die Feuervögel als Neunter in den letzten Spieltag gehen. Sprungball in der Enervie-Arena am Ischeland ist am Samstag, 27. April 2013, um 20 Uhr.

Selbst Dino Gregory (rechts) konnte am vergangenen Samstag den wie aufgedreht spielenden Quakenbrücker Bryce Taylor (am Ball) nicht stoppen. (Foto: Jörg Laube)

Wie man sogar nach einer Pleite feiern kann, weiß man auch in Weißenfels. Trotz einer 71:86-Heimnniederlage gegen Bayreuth sicherte sich der MBC am vergangenen Spieltag den Klassenerhalt. Die gleichzeitige Schlappe von Ludwigsburg gegen die Münchener Bayern machte es möglich. Der Mannschaft von Silvano Poropat gebührt dafür große Anerkennung. Auch in Hagen weiß man nämlich ganz genau, wie schwer der Klassenerhalt für einen Neuling ist.

Der Star ist die Mannschaft

Die Guards Hördur Vilhjalmsson (9,8 Punkte) und Chad Timberlake (12,1 Punkte) führen ein homogenes MBC-Team an, bei dem der Star die Mannschaft ist. „Die Mannschaft hat einen ausgezeichneten Charakter“, lobt Phoenix-Coach Ingo Freyer. Eine starke Saison lieferten die Forwards Devin Uskoski (10,5 Punkte, 4,8 Rebounds) und Kelly Beidler (9,3 Punkte, 4,7 Rebounds) sowie Center Djordje Pantelic (7,3 Punkte, 5,0 Rebounds) ab. „Außerdem haben die Wölfe deutsche Spieler, die sehr regelmäßig zum Einsatz kommen“, so Freyer. Power-Forward Steve Wachalski, Center Philipp Heyden und der Ex-Hagener Malte Schwarz stehen immer gute 15 Minuten auf dem Feld. Ausfallen wird hingegen Sascha Leutloff aufgrund einer Bandscheiben-Operation; auch Shooter Osvaldo Jeanty musste wegen einer Adduktorenzerrung zuletzt passen. Für ihn stünde im Fall der Fälle mit Rickey Gibson aber ein siebter Ausländer zur Verfügung.

Ein Wiedersehen gibt es am Samstag mit Malte Schwarz, der bis zur Saison 2010/2011 das Phoenix-Trikot trug. In Weißenfels hat der Ex-Hagener Guard in jüngster Zeit mehr Spielanteile bekommen. (Foto: Jörg Laube)

„Weißenfels hat einen guten Spielstil, den das Team konstant durchgebracht hat“, analysiert Ingo Freyer. „Sie haben sich auch durch Schwächephasen nie beirren lassen und sind während der Saison gereift.“ Außerdem hat Freyer eine weitere Qualität ausgemacht: „Der MBC hat die ,Big Points‘ gemacht und gegen die direkte Konkurrenz immer gewonnen.“

Was wäre wenn? Eine Berechnung

Was muss Phoenix tun, um unter die besten acht Mannschaften zu kommen? Das ist relativ kompliziert. Bonn, Würzburg, Hagen und Tübingen kämpfen um zwei freie Plätze. Phoenix sieht im direkten Vergleich oft nicht sehr gut aus. Trotzdem würden die Hagener bei einem eigenen Sieg in zwei Fällen Siebter: wenn Würzburg (gegen Bamberg) und Bonn (gegen Bayern) gleichzeitig verlieren ODER wenn Bonn verliert und Würzburg gewinnt. Gewännen die Bonner bei einer gleichzeitigen Würzburger Niederlage, so wäre Phoenix Achter. Bei gleichzeitigen Siegen von Würzburg und Bonn schaut Phoenix in die Röhre.

Kurioserweise ist aber selbst bei einer Hagener Niederlage nicht alles aus. Sollte Bonn gewinnen und Würzburg sowie Tübingen (in Ulm) verlieren, wäre Phoenix ebenfalls Achter. Alle andere Konstellation führen zu nichts Gutem. Zu vermeiden sind vor allem Dreier- und Vierervergleiche! Da zieht Hagen stets den Kürzeren. Was immer gut für Phoenix ist, ist eigentlich nur ein Zweiervergleich mit Würzburg. Den hat Hagen gewonnen!

„Kabinen-Geflüster“

Drei Fragen an Ingo Freyer

Der Mitteldeutsche BC hat als Aufsteiger die Klasse gehalten. Wie bewerten Sie diese Leistung?

Wir wissen aus eigener Erfahrung wie schwierig es ist, das erste Jahr in der Bundesliga zu überstehen. Ich habe großen Respekt vor dieser Leistung. Sie haben ihr Potenzial ausgenutzt und besser auf das Parkett gebracht als viele andere Teams.

Die Mannschaft kommt also ohne Stars aus?

Vielleicht, aber sie haben schon sehr gute Leute. Aufbauspieler Hördur Vilhjalmsson hat mich im Hinspiel beeindruckt. Oder Chad Timberlake: Er ist mit seinem unorthodoxen Spiel nur schwer zu kontrollieren.

Der MBC wird nicht absteigen. Aber wer muss Gießen in die ProA begleiten?

Es entscheidet sich zwischen Frankfurt und Ludwigsburg, die pikanterweise am letzten Spieltag aufeinander treffen. Der Sieger bleibt drin. Aber ich gebe natürlich keine Prognose über den Ausgang ab.