Polizei reagiert mit Großkontrolle auf Raser

[1/2] Gegen 15 Uhr positionierte sich die Hagener Polizei an der Preußer Straße

[1/2] Gegen 15 Uhr positionierte sich die Hagener Polizei an der Preußer Straße, um mit einer Laserpistole Temposünder zu stoppen. Zu gerne wurde dieser Teil der B7 in der Vergangenheit als Rennstrecke genutzt. (Foto: Christina Schröer) [2/2] Anhand von „

Hagen. (cs) Der Raserunfall auf der Feithstraße im vergangenen Jahr gilt inzwischen als Paradebeispiel für die Gefahren, die durch überhöhte Geschwindigkeit am Steuer entstehen. Nicht selten kam es auf Hagener Stadtgebiet in der Vergangenheit zu schweren Unfällen, die durch Raser verursacht wurden.
„Das müssen nicht immer PS-starke oder aufgemotzte Autos sein,“ erklärt Polizeichef Wolfgang Sprogies. „Auch Fahrer gewöhnlicher Modelle werden zu Temposündern.“ Statistisch gesehen ereigneten sich in Hagen im Mai 2017 sogar 45 Prozent mehr Unfälle aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit als noch im Vorjahr.

Repression und Prävention
Aus diesem Grund führte die Polizei am gestrigen Dienstag eine geplante Großkontrolle durch, die sowohl auf Geschwindigkeit, auffällige Fahrzeuge und Fahrer sowie allgemeine Verstöße, wie das Telefonieren mit dem Handy, abzielte. Dazu standen 23 Polizisten unter der Leitung von Christian Rosenbaum zunächst auf dem verwaisten Parkplatz eines ehemaligen Fastfood-Restaurants an der Preußer Straße bereit, die Temposünder in Fahrtrichtung Wehringhausen zu stoppen.
In entgegen gesetzter Richtung positionierte sich bereits an der Jet-Tankstelle an der B7 ein Zivilfahrzeug der Hagener Polizei, um etwaige Verstöße zu beobachten und diese an die Kollegen am Parkplatz weiter zu geben. Am späteren Nachmittag verlagerte sich die Kontrolle dann Richtung Wehringhausen, wo der „tote Arm“ der Bahnhofshinterfahrung als Sammelstelle genutzt wurde.
Verkehrssicherheitsberatung
Vor Ort ging es den Beamten jedoch nicht nur um repressive Maßnahmen, wie das Bezahlen eines Verwarngeldes, sondern auch darum, präventiv aktiv zu werden: So konnten sich die Verkehrssünder Unfallvideos (sogenannte „Schockvideos“) ansehen und sich die Aufprallgeschwindigkeit im Falle eines Crashs mit überhöhter Geschwindigkeit berechnen lassen.
ErgebnisBei der Kontrollaktion gingen der Polizei natürlich einige „Fische ins Netz“. An der Kontrollstelle Preußerstraße wurden insgesamt 15 Verwarnungsgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie 10 sonstige Verwarnungsgelder verhängt. Für eine Alkoholfahrt wurde eine Ordungswidrigkeitenanzeige gestellt, der Fahrer musste zum Atemalkoholtest auf die Polizeiwache. Für eine Drogenfahrt wurde eine Blutprobe angeordnet. Drei Fahrzeuge mussten aufgrund technischer Mängel stillgelegt werden. Ein überprüfter Fahrer wurde wegen Diebstahls per Haftbefehl gesucht und in die JVA gebracht, um dort eine einjährige Haftstrafe abzusitzen. Außerdem konnte eine Unfallflucht aufgeklärt werden.An der zweiten Kontrollstelle in Wehringhausen nahe der Villa Post wurden 5 Verwarnungsgelder wegen erhöhter Geschwindigkeit sowie 8 sonstige Verwarngelder verhängt und ein weiterer offener Haftbefehl vollstreckt. Außerdem musste ein Fußgänger ein Verwarngeld zahlen, der unter den Augen der Polizeibeamten direkt an der Kontrollstelle in provizierender Weise über eine rote Fußgängerampel ging.