Posaunenchor Dahl

Hagen. (Red.) Trotz regelmäßiger Ankündigungen in den letzten Jahren, nicht an seinem Chorleiterposten zu kleben, sorgte Wilfried „Willi“ Hunsmann auf der Jahreshauptversammlung des Posaunenchores Dahl im Jahr 2011 dennoch für einen echten Paukenschlag und verkündete pünktlich zu seiner 40-jährigen Mitgliedschaft seinen Rückzug von allen Ämtern.

Nach 35 Jahren erfolgreicher Arbeit als Chorleiter des Posaunenchores Dahl überlässt Willi Hunsmann (l.) das gut aufgestellte Bläserensemble dem neuen Chorleiter Martin Körner (r.). (Foto: Verein)

Glücklicherweise ist der Chor in den letzten Jahren ein Stück unabhängiger von Wilfried Hunsmann geworden, so hat er bereits 2006 die Leitung der wöchentlichen Proben an den Nagel gehängt; ein externer Dirigent leitet seitdem die Übungsstunden. Zudem haben einige Mitglieder an einem Dirigentenlehrgang teilgenommen.

Sprung ins Wasser

Ganz anders war es im Jahr 1977, als über Nacht ein Chorleiter gefunden werden musste und im sogenannten „Häuflein der sieben Aufrechten“ niemand auch nur im Ansatz Ahnung von Dirigat und Leitung hatte. Da sprang Wilfried Hunsmann – gerade Mitte 20 – ins eiskalte Wasser und baute den Chor Stück für Stück auf über 40 aktive Bläser aus. Nicht umsonst erhielt er im Jahr 2002 vom damaligen Bezirksvorsteher Ferdi Wölm die Ehrennadel des Stadtbezirks für seine ehrenamtlichen Verdienste im Volmetal, denn bis heute liegt ihm neben der Chorarbeit die Jungbläserausbildung ganz besonders am Herzen. In den letzen Jahrzehnten hat er unzähligen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen das Spielen von Blechblasinstrumenten beigebracht. Heute sind selbst die Kinder damaliger Jungbläser fest in den Chor eingebunden und mit viel Eifer dabei.

Aus dieser langen Zeit bleiben natürlich einige Ereignisse in bester Erinnerung – wie im Jahre 1984 die Fahrt mit einer “Horde“ pubertierender, eifersüchtiger und untereinander hoffnungslos verliebter und “verhasster“ Jugendlicher im Alter zwischen 16 und 21 Jahren zu einem Bläserfestival nach Dänemark mit anschließendem Zelturlaub in Laboe. Bei allerlei Sorgen und Nöten war “Onkel Willi“ in den letzten Jahrzehnten immer ein verlässlicher Ansprechpartner. Selbst als Schlichter zwischen den Eltern und ihrem Nachwuchs oder bei der Erteilung von Nachhilfe im Fach Mathematik war er gefragt.

Sogar zum Segeln

Seit nunmehr 25 Jahren fährt der Posaunenchor Dahl auf Hunsmanns Initiative regelmäßig zum Segeln nach Holland und hat in dieser langen Zeit nicht nur das Ijsselmeer, sondern nahezu auch alle Kanäle und Seen Frieslands mehrmals erkundet. Ob mit Segelyacht oder Falken, teilweise war der Chor mit über 40 Leuten unterwegs und infizierte so etliche Dahler mit dem “Segelvirus“.

So wurde auch das Fest zum 50. Geburtstag von Wilfried Hunsmann vor zehn Jahren mit vielen ehemaligen Posaunenchormitgliedern als Überraschungsgäste zu einer Feier mit hohem Erinnerungswert. Ohne “unseren Willi“ würde es den Posaunenchor in Dahl in der jetzigen Form auf keinen Fall mehr geben, sind sich die Mitglieder einig. Als Dankeschön gab es einen Gutschein für einen Kochkurs mit einem echten Starkoch zum Ausbau seines zweiten Hobbys. Langeweile wird jedenfalls nicht aufkommen, ist sich Hunsmann sicher, denn neben der weiteren Unterstützung der Jungbläserarbeit rückt nun die Arbeit im Presbyterium der Dahler Kirchengemeinde in seinen Fokus.

Körner als Nachfolger

Der Nachfolger von Wilfried Hunsmann ist den Mitgliedern, aber auch dem Umfeld des PCD kein unbekannter, da er selber seit über 25 Jahren aktiver Bläser in Dahl ist. Mit Martin Körner als neuem Leiter des Chores – da sind sich im Kreise der Chorfamilie alle einig – hat man genau den Richtigen gefunden, und so sichert ihm nicht nur der alte Chorleiter seine volle Unterstützung zu.